Schweiz präsentiert den Alpenländern in Sedrun die Verlagerungspolitik (Letzte Änderung 22.02.2006)

Bern, 31.10.2005 - Die Verkehrsminister der Alpenländer und die EU-Kommission wollen sich von der Schweiz vor Ort über die Umsetzung der Verlagerungspolitik ins Bild setzen lassen. Auf Wunsch von Frankreich, das zurzeit die Verkehrskonferenz der Alpenländer („Suivi de Zurich“) präsidiert, lädt Bundesrat Moritz Leuenberger am 14. November die Verkehrsminister der fünf Alpenländer sowie den EU-Verkehrskommissar zu einer Zwischenkonferenz in Sedrun ein. Nach verschiedenen schweren Unglücken in alpenquerenden Strassentunnels ist in Europa das Interesse an der schweizerischen Verlagerungs- und Strassensicherheitspolitik spürbar gewachsen.

Die nächste ordentliche Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer ist für Ende 2006 vorgesehen. Auf Wunsch der französischen Präsidentschaft wurde nun jedoch eine Zwischenkonferenz anberaumt. Verschiedene gravierende Unfälle auf den Strassentransitachsen – zuletzt jener im Fréjus-Strassentunnel vom Juni 2005 – haben gezeigt, wie wichtig die zügige Koordination der Verkehrsflüsse durch die Alpen ist. Die Strassentransitachsen sollen möglichst wirksam entlastet werden, damit die Sicherheit verbessert wird. Der französische Verkehrsminister äusserte den Wunsch, die Konferenz in der Schweiz durchzuführen, damit sich die Minister über die Umsetzung des schweizerischen Verlagerungsmodells vor Ort informieren können. Zur Konferenz eingeladen sind alle Verkehrsminister der Alpenländer (F, I, A, D, CH, SLO) sowie der Verkehrskommissar der EU.

Konferenz im fahrenden Zug

Die Teilnehmer der Konferenz reisen zusammen mit der Bahn nach Sedrun. Die Konferenz findet im Zug statt. Gesprächsthemen sind unter anderen der aktuelle Stand der grossen Bahnprojekte im Alpenraum, und Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in den Strassentunnels. Von Interesse sind auch die Auswirkungen der Verlagerungspolitik, konnte doch die Schiene im letzten Jahr beim alpenquerenden Güterverkehr erstmals Marktanteile von der Strasse zurückgewinnen.

In Sedrun wird Bundesrat Leuenberger seinen Gästen die Fortschritte der Bauarbeiten an der NEAT zeigen. Mit dem 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel (Eröffnung 2015) entsteht der längste Bahntunnel der Welt. Der 34 Kilometer lange Lötschberg-Basistunnel ist bereits vollständig ausgebrochen und wird 2007 in Betrieb gehen.

Suivi de Zurich: Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer

Die Verkehrskonferenz der Alpenländer, die so genannte „Gruppe von Zürich“, geht auf den Grossbrand im St. Gotthard-Strassentunnel im Oktober 2001 zurück. Als Folge dieses und anderer gravierender Unglücksfälle auf den Transitrouten beschlossen die Verkehrsminister an ihren bisherigen Treffen in der Schweiz, mit koordinierten und grenzüberschreitenden Massnahmen die Sicherheit im internationalen Strassengüterverkehr zu verbessern. Zur Realisierung von Massnahmen wurden Arbeitsgruppen gebildet, die folgende Themen behandeln: „Verkehrssicherheit in Tunnels“, „Lenkung und Regelung des Strassenverkehrs“, „Mobilitätsstudie im Alpenraum“ sowie „technische Sicherheit der Kraftfahrzeuge“.


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Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
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Letzte Änderung 20.04.2018

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