Studie zu verpflichtenden Effizienzzielen für Stromversorgungsunternehmen

Bern, 04.12.2012 - Die Schweizer Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVUs) sollen aktiv zur Steigerung der Energieeffizienz beitragen. Das erste Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050, das noch bis Ende Januar 2013 in der Vernehmlassung ist, sieht ein Effizienzmodell für Stromverteiler vor. Grundlage dafür bildet unter anderem eine Studie der Beratungsgesellschaft Ecofys, die das BFE heute veröffentlicht hat.

Verpflichtende Energieeinsparquoten zur Förderung von Energie- und Stromeffizienz werden seit einigen Jahren in verschiedenen Mitgliedsländern der Europäischen Union erfolgreich angewendet. Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, Italien sowie der flämische Teil von Belgien haben ihre Energieversorger verpflichtet, jährlich eine bestimmte Menge Energie einzusparen. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Energieunternehmen aktiv in die Förderung von Energieeffizienz einzubinden. Die Unternehmen sind durch ihre enge Beziehung zum Endkunden besonders gut positioniert, energieeffiziente Produkte, Dienstleistungen und Finanzierungsmodelle anzubieten und so ihre Geschäftsmodelle durch Effizienzdienstleistungen zu ergänzen. In einigen Staaten können die verpflichteten Energieunternehmen die so erzielten Einsparungen mit „Weissen Zertifikaten" zertifizieren lassen und mit diesen Handel betreiben (z.B. Italien).

Die Ecofys Studie beschreibt die Effizienzmodelle der erwähnten Länder, die sich in ihrer Ausgestaltung teils erheblich unterscheiden. Die Modelle haben beispielsweise in Frankreich dazu geführt, dass die verpflichteten Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickelt und sich am Energiedienstleistungsmarkt teilweise über Partnerschaften mit Einzelhändlern, Installateuren, Herstellern und Banken positioniert haben. Auch in Italien und Dänemark haben sich Energiedienstleistungsmärkte entwickelt. Händler etablieren Nischenmärkte für z.B. Einsparmassnahmen in öffentlichen Gebäuden, Klimapartnerschaften, und Contractingprojekte. Anhand der Beispiele aus der Praxis vergleicht und bewertet die Ecofys Studie drei mögliche Effizienzmodelle für die Schweiz.

Die Autoren kommen zum Schluss, dass das Modell der verpflichtenden Effizienzziele mit weissen Zertifikaten die meisten Vorteile bietet. Es ist kompatibel mit einem teilregulierten und mit einem vollliberalisierten Strommarkt sowie mit der heterogenen Elektrizitätslandschaft der Schweiz (grosse Zahl sehr kleiner Stromversorger). Das Modell ist nahe am Markt und verursacht den vergleichsweise geringsten Eingriff in die Preissetzung der verpflichteten Unternehmen. Durch einen breiten Einsatz von Standardmassnahmen können die Transaktionskosten relativ gering gehalten werden.

Anhang: Erläuternder Bericht zur Energiestrategie 2050 (Vernehmlassungsvorlage): Weisse Zertifikate, S. 44ff.


Adresse für Rückfragen

Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation BFE, 031 322 56 75



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Bundesamt für Energie
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Letzte Änderung 20.04.2018

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