Alpenquerender Verkehr: Mehr Güter auf der Schiene, weniger Lastwagen (Letzte Änderung 08.04.2015)

Bern, 08.04.2015 - Im vergangenen Jahr konnte die Eisenbahn beim Gütertransport durch die Alpen erneut zulegen: Die Menge der auf der Schiene beförderten Güter wuchs um 3,5 Prozent. Auf der Strasse nahm die Transportmenge um 2 Prozent ab und die Zahl der Lastwagenfahrten ging um 1,6 Prozent auf 1,033 Millionen Fahrten zurück. Dies zeigt der heute vom Bundesamt für Verkehr (BAV) veröffentlichte Bericht mit den Kennzahlen 2014 für den alpenquerenden Güterverkehr. Der Marktanteil der Schiene erhöhte sich auf 67,3 Prozent.

Die Bahn konnte sich 2014 im alpenquerenden Güterverkehr gut behaupten und ihren Marktanteil auf über zwei Drittel steigern. Mit 67,3 Prozent wurde der höchste Wert seit Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) 2001 erzielt. Dabei nahm der Schienengüterverkehr am Gotthard leicht stärker zu als auf der Simplon-Achse. Der klassische Wagenladungsverkehr ist im zweiten Jahr in Folge das Segment mit der grössten Zunahme (+4.7 Prozent). Der unbegleitete kombinierte Verkehr konnte ebenfalls ein Wachstum verzeichnen (+3.3 Prozent). Den Ausschlag dafür gab unter anderem der stärkere Wettbewerb innerhalb der Branche, der für zuverlässigere Schienenangebote sorgte.

Am stärksten beeinflusst wurde die Entwicklung im alpenquerenden Güterverkehr auf Strasse und Schiene durch die wirtschaftliche Situation. Während die meisten Länder der Europäischen Union seit 2013 wieder positive Wachstumsraten verzeichneten, rutschte Italien 2014 in eine Rezession. Dadurch wuchs der Schienenverkehr im zweiten Halbjahr 2014 weniger stark als im ersten, und die Transportmenge auf der Strasse ging zurück. Bei den Lastwagenfahrten wurden im letzten Jahr auf den Schweizer Alpenübergängen 1,033 Millionen Lastwagenfahrten verzeichnet - so wenige wie seit 20 Jahren nicht mehr.


Gemäss Güterverkehrsverlagerungsgesetz müsste per 2018 die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Alpen auf 650'000 pro Jahr reduziert werden. Der Bundesrat hat aber bereits mit den letzten Verlagerungsberichten darauf hingewiesen, dass sich dieses Ziel mit den bestehenden Instrumenten nicht erreichen lässt. Der seit mehreren Jahren feststellbare Rückgang der Lastwagenfahrten zeigt jedoch, dass die Verlagerungspolitik greift. Mit der Eröffnung des Gotthardbasistunnels 2016, der Realisierung des 4-Meter-Korridors auf der Gotthardachse bis 2020 sowie der Mitfinanzierung von weiteren Terminals im Norden Italiens darf eine Fortführung dieses Trends erwartet werden.


Bessere Methode zur Erhebung der Lastwagenfahrten
Die Zahlen zu den Lastwagenfahrten, die das BAV in seinem neuen Bericht zum alpenquerenden Güterverkehr ausweist, basieren auf einer verbesserten Erhebungsmethode. Sie stützen sich auf Daten, die an den Kontrollstationen der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) erhoben werden. Die Daten der LSVA-Kontrollstationen liefern genaueren Aufschluss über die effektive Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten als die bisherigen Erhebungen, die auf Daten der schweizerischen automatischen Strassenverkehrszählung (SASVZ) basierten. Beim SASVZ-System werden vorbeifahrende Fahrzeuge über Detektoren in der Fahrbahn erfasst. Dabei wurden teilweise auch Wohnmobile und Lieferwagen als Lastwagenfahrten registriert. Dank der neuen Erhebungsmethode kann die Zahl der Fahrten nun präziser ermittelt werden.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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