Die DEZA verstärkt ihr Engagement in fragilen und konfliktbetroffenen Regionen

Bern, 29.01.2016 - Über 40 Staaten weltweit mit einer Gesamtbevölkerung von rund 1.5 Milliarden Menschen gelten als fragil oder gewalt- und konfliktbetroffen – bald wird weltweit die Mehrheit der Armen in fragilen Kontexten leben. Angesichts der wachsenden Herausforderungen bildet die Unterstützung für diese Menschen eine der Prioritäten der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA im laufenden Jahr, wie DEZA-Direktor Manuel Sager an der Jahresmedienkonferenz vom 29. Januar in Bern ausführte. Zu den weiteren Schwerpunkten zählen die neue Botschaft ans Parlament zur Internationalen Zusammenarbeit 2017-2020 und die Umsetzung der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Die Schweiz habe ihre Unterstützung für fragile Länder und Regionen wie etwa Subsahara-Afrika, Nordafrika und den Nahen Osten in den letzten Jahren bereits deutlich erhöht, sagte DEZA-Direktor Manuel Sager an der Jahresmedienkonferenz. «Im laufenden Jahr wollen wir unsere Kernaufgabe der Armutsbekämpfung dort verstärken, wo staatliche Strukturen wegen Konflikten geschwächt sind oder fehlen. Denn die Ursachen der Armut sind oft dieselben, die zu Radikalisierung, Extremismus und Gewalt führen, und die Millionen von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat bewegen: fehlende Zukunftsperspektiven für Jugendliche, soziale Ungleichheiten, Marginalisierung und Diskriminierung von Minderheiten und Gruppen oder auch Menschenrechtsverletzungen», betonte Direktor Sager.

Was erfordert das Engagement in fragilen Ländern?

Jean-François Cuénod, stellvertretender Leiter des Direktionsbereichs Regionale Zusammenarbeit, erläuterte die Arbeitsmethoden der DEZA in fragilen Kontexten. Die Programmarbeit in konfliktbetroffenen Regionen müsse besonders vorausschauend mit Risiken umgehen, sagte Cuénod. Das umfasse nicht nur eine genaue Analyse des Kontexts und die Unterstützung von entwicklungspolitischen Reformen, sondern auch die Bereitschaft, sich vor Ort langfristig als verlässlicher Partner zu engagieren und alle Sicherheitsaspekte einzubeziehen. Die DEZA selber könne zwar keine Konflikte lösen, trage aber zu einer positiven Veränderung bei, indem sie die Grundursachen von Konflikten und Armut angehe. Damit würden der Friedensentwicklung und Armutsreduktion bessere Chancen gegeben.

Projektbeispiele aus Afghanistan, Tunesien und aus der Ukraine

Barbara Affolter vom Fachteam Konflikt und Menschenrechte der DEZA zeigte anhand konkreter Beispiele auf, wie die DEZA in fragilen Staaten Regierungen und Verwaltungen unterstützt, damit diese ihre Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung auch unter schwierigen Bedingungen besser wahrnehmen können. In der benachteiligten tunesischen Region Kasserine unterstützt die DEZA beispielsweise ein Projekt, um den Zugang der Haushalte zu Trinkwasser zu verbessern, da Wassermangel oft eine Ursache von Konflikten ist. Dabei achtet die DEZA darauf, dass vor allem Arme und Marginalisierte begünstigt werden, und bezieht die Frauen mit ein, deren Arbeitsalltag durch den Trinkwasseranschluss deutlich erleichtert wird. In der Ukraine wiederum unterstützt die DEZA den Wiederaufbau von regionalen Verwaltungen in den konfliktbetroffenen Regionen im Osten des Landes. Dabei hilft sie den Behörden, tragfähige Lösungen für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu finden und eine langfristige Entwicklungsperspektive zu schaffen. Ein Schulprojekt in abgelegenen Bergregionen Afghanistans schliesslich zeigt, welche Rolle der Zugang zu Grundbildung in der Friedensförderung und Armutsbekämpfung spielt.

Botschaft zur Internationalen Zusammenarbeit 2017-2020

Als weitere Priorität der DEZA im laufenden Jahr nannte Direktor Sager die neue Botschaft zur Internationalen Zusammenarbeit 2017-2020, über die das Parlament nach der Verabschiedung durch den Bundesrat im Verlauf des Jahres entscheiden wird. Erstmals ist daran neben der DEZA und dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO auch die Abteilung für Menschliche Sicherheit des EDA beteiligt. Zu den thematischen Schwerpunkten der Botschaft zählen nebst der verstärkten Tätigkeit in fragilen Kontexten ein Fokus auf die wirtschaftliche, soziale und politische Nachhaltigkeit, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze und der Ausbau der Berufsbildung in den Partnerländern. Zudem wird ein verstärktes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, die Förderung der Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter gerichtet.

«Mit der neuen Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit setzt die Schweiz ihre Versprechen um, die sie mit der Unterzeichnung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung abgegeben hat», erklärte DEZA-Direktor Sager. Dieses im September 2015 von den 193 UNO-Mitgliedstaaten verabschiedete globale Rahmenwerk mit seinen 17 nachhaltigen Entwicklungszielen werde die internationale Zusammenarbeit der Schweiz in den nächsten Jahren massgeblich prägen. «Auf die vielen guten Worte müssen nun Taten folgen», betonte Sager.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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