Schadstoffbelastung im menschlichen Körper: Pilotstudie gestartet (Letzte Änderung 18.08.2011)

Bern, 18.08.2011 - Die Schweiz nimmt unter der Federführung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) an der ersten europaweit koordinierten Human Biomonitoring Pilotstudie DEMOCOPHES teil. Mit der Pilotstudie soll geprüft werden, ob und wie die Schadstoffbelastung im menschlichen Körper einheitlich in ganz Europa untersucht werden soll.

DEMOCOPHES wird von der Europäische Kommission finanziert und gleichzeitig in 17 europäischen Ländern durchgeführt. Die Schweiz hat sich dem Pilotprojekt auf Anfrage der EU angeschlossen und finanziert dieses mit Mitteln des BAG.

Dabei soll die Belastung mit dem Schwermetall Cadmium, mit Cotinin (Abbauprodukt von Nikotin) sowie mit Phthalaten (Weichmacher in Kunststoffen) im Urin untersucht werden. Zudem wird bei den ausgewählten 120 Mutter-Kind-Paaren in Haarproben die Belastung mit Quecksilber gemessen.

Um die Belastung dieser Chemikalien in einer Stadt- und in einer Landregion zu vergleichen, werden Mutter-Kind-Paare aus der Stadt Bern und den ländlichen Teilen der Region Oberaargau in die Studie einbezogen. Die Studie startet Mitte August 2011 und wird voraussichtlich im Herbst 2012 abgeschlossen werden.

In der Schweiz besteht bisher kein repräsentatives Bild über die Chemikalienbelastung der Bevölkerung. Die Pilotstudie soll deshalb den Nutzen und die Grenzen, aber auch die Kosten eines umfassenden Human Biomonitoring (HBM)-Programms in der Schweiz aufzeigen. Aufgrund der gesammelten Erfahrungen wird der Bundesrat im Jahre 2013 über ein nationales HBM-Programm entscheiden.

Human Biomonitoring

Menschen sind täglich natürlichen sowie künstlichen Chemikalien ausgesetzt. Mit einem sogenannten Human Biomonitoring (HBM) kann der Gehalt von Chemikalien im Körper bestimmt werden, indem beispielsweise in Haaren und im Urin die Konzentration der untersuchten Substanz bestimmt wird. Eine Exposition gegenüber Schadstoffen führt nicht zwingend zu Krankheiten. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, wie und in welchem Umfang die Bevölkerung diesen Substanzen ausgesetzt ist. Solche Studien können zur Ausarbeitung und Überprüfung von Massnahmen im Gesundheitsbereich sowie zur Reduktion von Umweltverschmutzungen hilfreich sein. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung des bleifreien Benzins, nachdem wissenschaftlich belegt war, dass Blei schädigende Effekte auf die Entwicklung des Nervensystems hat. In der Folge sanken die Bleikonzentrationen im Blut der Allgemeinbevölkerung und das damit verbundene Gesundheitsrisiko deutlich.


Adresse für Rückfragen

Bundesamt für Gesundheit, Pierre Crettaz, Abteilung Chemikalien, Telefon 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch



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Letzte Änderung 20.04.2018

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