Budget und Mittelfristplan: Gute Aussichten für SBB

Bern, 18.02.2000 - Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) rechnen im laufenden und in den nächsten drei Jahren mit schwarzen Zahlen. Dies geht aus dem Budget 2000 und dem Mittelfristplan der SBB AG hervor, welche der Bundesrat genehmigt hat. Die teilweise markante Verbesserung der Ergebnisse geht auf die Steigerung der Verkehrsproduktivität zurück. Zudem sinkt der Bedarf an Investitionen im Zusammenhang mit der schrittweisen Inbetriebnahme von Bahn 2000. Allerdings hängt die Zielerreichung von der Umsetzung verschiedener Schlüsselprojekte ab.

Die erfreulichen finanziellen Aussichten der SBB AG lassen sich im Wesentlichen mit zwei Einflussfaktoren erklären.

Erstens kann die Verkehrsproduktivität im Jahre 2000 um 10% und danach bis 2003 um jährlich weitere 6% gesteigert werden. Die beträchtlich höheren Verkehrsleistungen sollen in den kommenden Jahren mit einem reduzierten Personalbestand erbracht werden (Reduktion von 28.300 im Jahre 2000 auf 26.125 im Jahre 2003). Dank umfassenden Schulungs- und Qualifizierungsprogrammen kann dieser Personalabbau ohne Entlassungen bewerkstelligt werden.

Zweitens benötigen die SBB in den kommenden Jahren massiv weniger Mittel für die Finanzierung ihrer Investitionen, da die umfangreichsten Bauarbeiten an der ersten Etappe Bahn 2000 abgeschlossen werden. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeiten reduziert sich bis ins Jahr 2003 um 500 Mio. auf 1,563 Mrd. Franken. Nicht berücksichtigt sind allerdings die Investitionen in die NEAT, welche direkt über die SBB-Tochter AlpTransit Gotthard AG abgewickelt werden.

Allerdings hängt die Erreichung der Ziele entscheidend von der plangemässen Umsetzung der verschiedenen eingeleiteten Schlüsselprojekte ab. Wichtig sind darüber hinaus der Abschluss der GAV-Verhandlungen, die Umsetzung der FER 16 Richtlinie (Rückstellungen für Verpflichtungen der Pensionskasse), die Neupositionierung der SBB-Werkstätten und des Energiebereiches sowie die Auswirkungen der Marktliberalisierung auf den Güterverkehr. Schliesslich basiert der Mittelfristplan noch auf der Annahme, dass die Expo im Jahre 2001 stattfindet. Die genauen Auswirkungen des Verschiebungsentscheides auf die Mittelfristplanung der SBB sind zur Zeit noch nicht bezifferbar.

Ermächtigung zum GAV-Abschluss

Der Bundesrat hat im Weitern den Verwaltungsrat der SBB AG ermächtigt, für die 28’500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des grössten Schweizer Bahnunternehmens einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abzuschliessen. Der GAV löst das heute gültige Beamtenrecht ab. Der Vertragsinhalt wird derzeit zwischen der SBB-Delegation und der Verhandlungsgemeinschaft der vier Sozialpartner des SBB-Personals erarbeitet. Die SBB blicken insgesamt betrachtet optimistisch in die Zukunft. Alle vom Bundesrat gesetzten Vorgaben werden gemäss diesen Planrechnungen erfüllt und teilweise gar übertroffen. Unsicher sind allerdings die Folgen der Marktöffnung. Sodann haben sich wegen der Zusammenarbeit mit den italienischen Staatsbahnen FS im Cargobereich die Rahmenbedingungen für den Mittelfristplan grundlegend geändert.


Herausgeber

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
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Letzte Änderung 20.04.2018

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