Die Schweiz setzt ihre Unterstützung von Kooperationsprojekten in Eritrea fort

Bern, 23.01.2020 - Die Zusammenarbeit mit Eritrea wird mit einer weiteren dreijährigen Phase fortgesetzt. Das Engagement im Umfang von insgesamt CHF 6 Mio. erfolgt im Bereich der Berufsbildung. Mit diesem Entschluss folgt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA den Erkenntnissen und Empfehlungen einer externen Evaluation, die nach der ersten Pilotphase zur Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit Eritrea von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA in Auftrag gegeben worden war.

Die DEZA soll die Finanzierung von Projekten in Eritrea mit einem maximalen Budget von CHF 6 Mio. über drei Jahre fortsetzen. Wie in der Pilotphase wird sie ihre Programme auf das Thema Berufsbildung konzentrieren. Zusätzlich wird die Zusammenarbeit auf Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung (Mikrokredite, Unterstützung der Gründung von Kleinunternehmen usw.) ausgeweitet. Um eine bessere Überprüfung und strategische Steuerung dieses Dossiers sowie den Dialog mit den eritreischen Behörden zu gewährleisten, wird das EDA die zuständige Schweizer Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum durch eine zusätzliche Stelle verstärken. Ferner wurde beschlossen, die Ernennung eines/einer Sondergesandten für das Horn von Afrika mit einem regionalen Mandat und einem besonderen Schwerpunkt auf Eritrea zu prüfen.

Damit folgt das EDA den Empfehlungen des Evaluationsberichts. Dieser fordert, dass kurzfristig die Kooperationsprojekte im Bereich der Berufsbildung mit einigen Anpassungen fortgesetzt werden. Mittelfristig und in Abhängigkeit von den Entwicklungen in Eritrea seien eine direkte und verstärkte Zusammenarbeit mit der Regierung im Bereich der Berufsbildung und der Migrationspolitik einzuleiten bzw. weiterzuentwickeln.

Die externen Gutachter kamen im Bericht zum Schluss, dass die drei Projekte der ersten Pilotphase angesichts der damaligen Bedingungen eine gute, sinnvolle und relevante Auswahl waren. Rund 2000 Jugendliche konnten von einer besseren Ausbildung profitieren. Deren Zugang zum Arbeitsmarkt und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen sind nach zwei Jahren aber immer noch marginal und schwer zu bewerten. Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Eritrea haben sich indes seit 2017 stark verändert, wie der Bericht feststellt. Die Schweiz hat ein gewisses Klima des Vertrauens geschaffen, und die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Schweiz im aktuellen regionalen Kontext jedes Interesse daran habe, durch die Unterstützung von Projekten präsent zu bleiben, ihre Sichtbarkeit und ihr Verständnis der Situation schrittweise zu erhöhen, um den politischen Dialog mit der eritreischen Regierung zu vertiefen.

Die erneute Präsenz der Schweiz in Eritrea geht auf einen Entscheid des Bundesrats zurück, der die DEZA 2016 beauftragt hatte, die Zusammenarbeit mit Eritrea wiederaufzunehmen. Damit waren zwei Ziele verbunden: Zum einen wollte man die Kompetenzen der jungen Eritreerinnen und Eritreer in ihrem Herkunftsland stärken, um ihren Zugang zu Beschäftigung und besseren Lebensperspektiven zu verbessern. Zum andern ging es darum, das gegenseitige Vertrauen zwischen den beiden Regierungen zu stärken und so den bilateralen Dialog, insbesondere über Migrationsfragen, auszubauen.
 
Nach einer Aufklärungsmission im Jahr 2017 räumte die DEZA bestehenden Projekten im Bereich der Berufsbildung Priorität ein. Im Anschluss wurden drei Projekte über einen Zeitraum von zwei Jahren mit einem Gesamtbudget von CHF 4 Mio. unterstützt. Um die nächsten Schritte ihres Engagements festzulegen, liess die DEZA eine externe Evaluation der erzielten Ergebnisse und des Klimas der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern durchführen. Der Evaluierungsbericht diente als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen.

Das Engagement der DEZA in Eritrea steht im Einklang mit dem Hauptziel der Entwicklungszusammenarbeit, nämlich die Lebensbedingungen zu verbessern und Perspektiven für junge Menschen zu schaffen. Dieser Ansatz ist auch ein Schwerpunkt der neuen Botschaft über die Internationale Zusammenarbeit 2021-2024, die derzeit entwickelt wird. Perspektiven sind ein wichtiger Faktor bei der persönlichen Entscheidung für oder gegen den Verbleib in der Heimatregion.


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