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MedienmitteilungVeröffentlicht am 3. November 2026

Die Schweiz unterstützt die Globale Initiative des IKRK für eine bessere Einhaltung des humanitären Völkerrechts

Bern, 03.11.2026 — Ein Spital bombardieren, die Zivilbevölkerung ins Visier nehmen oder die Versorgung von Verwundeten verhindern: Selbst in Kriegszeiten ist nicht alles erlaubt. Das humanitäre Völkerrecht setzt den Konfliktparteien Grenzen, doch werden seine Regeln noch immer allzu oft missachtet. Die Schweiz und das IKRK organisieren daher am 3. und 4. November 2026 ein Treffen in Genf, an dem Vertreterinnen und Vertreter von über 100 Staaten gemeinsam über konkrete Möglichkeiten zur besseren Durchsetzung des humanitären Völkerrechts diskutieren. Das Treffen geht auf eine 2024 von sechs Staaten und dem IKRK lancierte Initiative zurück.

Der Globale Dialog über das humanitäre Völkerrecht (HVR) wurde heute in Genf von Alexandre Fasel, Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), und Mirjana Spoljaric, Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), eröffnet. Das Ziel ist klar: Sicherstellen, dass die «Regeln des Kriegs» nicht toter Buchstabe bleiben, sondern tatsächlich dem Schutz von Menschen in Konflikten dienen.

«Wir befinden uns an einem kritischen Punkt der Geschichte. Unsere Zeit ist von Konflikten geprägt, die grosses Leid verursachen. Die Einhaltung des humanitären Völkerrechts muss daher zu einer politischen Priorität erklärt werden», sagte Staatssekretär Fasel in seiner Eröffnungsansprache. «Dies ist eine gewaltige Aufgabe und Verantwortung. Die Einhaltung des humanitären Völkerrechts erfordert ein entschlossenes politisches Engagement, einen gemeinsamen Willen und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit», sagte er weiter.

Unverzichtbare Regeln, ungenügende Einhaltung

Das humanitäre Völkerrecht (HVR) schützt alle Personen, die sich nicht oder nicht mehr an Kampfhandlungen beteiligen: Zivilpersonen, humanitäre Helferinnen und Helfer, medizinisches Personal, Verwundete und Kriegsgefangene. Es schreibt insbesondere vor, dass die Konfliktparteien zu jeder Zeit zwischen militärischen Zielen und Zivilpersonen oder zivilen Objekten unterscheiden, Spitäler schützen, den humanitären Zugang erleichtern und alle praktisch möglichen Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung treffen müssen.

Die Regeln bestehen also, aber ihre konkrete Umsetzung auf dem Schlachtfeld ist nach wie vor eine grosse Herausforderung. Deshalb lancierten Brasilien, China, Frankreich, Jordanien, Kasachstan und Südafrika 2024 gemeinsam mit dem IKRK eine Initiative zur Förderung der Einhaltung des HVR. Zum Abschluss dieser Initiative findet am 7. Dezember 2026 in Amman, Jordanien, eine hochrangige Konferenz zum Thema «Humanity in War» statt. Die von Jordanien organisierte Konferenz, an der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs teilnehmen, wird die wichtigste politische Veranstaltung dieses Prozesses sein.

Von Genf nach Amman

Als Gaststaat des IKRK verfügt die Schweiz über eine lange humanitäre Tradition. Sie setzt sich mit grossem Engagement für die Förderung des humanitären Völkerrechts und den Schutz der Opfer bewaffneter Konflikte ein.

Die Arbeiten im Rahmen des Globalen Dialogs vom 3. und 4. November 2026 in Genf stellen einen wichtigen Meilenstein im Hinblick auf die Konferenz in Amman dar. In Genf diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von rund hundert Staaten, internationalen Organisationen und NGO die Empfehlungen, die seit 2024 zu konkreten Themen wie Ausbildung der Streitkräfte, Schutz medizinischer Einrichtungen oder Herausforderungen der neuen Technologien in Konflikten erarbeitet wurden.

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