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MedienmitteilungVeröffentlicht am 21. September 2026

Politische Bildung: Kompetenzen für den Umgang mit Desinformation stärken

Bern, 21.09.2026 — Ein neuer Bericht des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zeigt auf, wie politische Bildung und Medienbildung Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung im Umgang mit Desinformation stärken können. Die Schweiz verfügt über wichtige Voraussetzungen, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation zu stärken. Gleichzeitig zeigt der Bericht mögliche Entwicklungspotenziale auf.

Digitale Plattformen, soziale Medien und generative künstliche Intelligenz verändern die Informationsumgebung grundlegend. Für die Meinungsbildung und eine fundierte Beteiligung am demokratischen Diskurs gewinnen Fähigkeiten wie Informationen kritisch zu beurteilen und Desinformation zu erkennen an Bedeutung. Politische Bildung fördert als transversales Bildungsziel Urteilsfähigkeit, demokratische Teilhabe und die kritische Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen, während Medien- und Informationskompetenz Lernende befähigen, Informationen zu prüfen, Quellen einzuordnen und Mechanismen digitaler Technologien zu verstehen und sie verantwortungsvoll zu nutzen.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat vor diesem Hintergrund am 21. September 2026 einen Bericht publiziert, mit dem Titel: «Politische Bildung in der Schweiz – Gesamtschau. Kompetenzen für den Umgang mit Desinformation». Der Bericht nimmt diese Aspekte der Bildung auf verschiedenen Ebenen in den Blick und veranschaulicht anhand der Lehrpläne der obligatorischen Schule und der Sekundarstufe II sowie der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und ausserschulischen Angeboten von zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie Kinder und junge Erwachsene befähigt werden können, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Der Bericht zeigt, dass die Schweiz über wichtige Voraussetzungen verfügt, die ihre Vulnerabilität gegenüber Desinformation verringern, darunter ein hohes Bildungsniveau und auf allen Bildungsstufen verankerte Grundlagen in politischer Bildung und Medienbildung. Gleichzeitig bestehen kantonale Unterschiede bei der Umsetzung. Zudem lässt sich die Wirksamkeit der Massnahmen aufgrund der teilweise begrenzten empirischen Datenlage bislang nur eingeschränkt beurteilen, während die technologische Entwicklung rasant fortschreitet.

Aus der Analyse ergeben sich vier mögliche Handlungsfelder. Erstens könnte die politische, mediale und digitale Bildung stärker verknüpft und ganzheitlich vermittelt werden. Zweitens könnten Lehrpersonen durch geeignete Aus- und Weiterbildungsangebote gezielt unterstützt werden. Drittens könnte ein Ausbau der empirischen Grundlagen dazu führen, Entwicklungen besser zu verfolgen und allfällige Lücken frühzeitig zu erkennen. Und viertens könnte die Koordination der politischen Bildung über die verschiedenen Zuständigkeiten sowie die formalen, non-formalen und informellen Bildungsbereiche hinweg gestärkt werden.

Der Bericht zeigt aber auch auf, dass die Stärkung der digitalen Bürgerschaft und der gesellschaftlichen Resilienz gegenüber Desinformation eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die nicht allein durch einzelne Massnahmen oder Akteure erfüllt werden kann. Gefragt ist vielmehr ein langfristiges und koordiniertes Zusammenwirken von Bildungsinstitutionen, Behörden, Medien, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren.

Abschluss der Gesamtschau zur politischen Bildung

Die Gesamtschau geht auf das Postulat 16.4095 «Gesamtstrategie für die politische Bildung in der Schweiz» von Ständerat Andrea Caroni zurück, in dessen Erfüllung der Bundesrat 2018 den ersten Bericht verabschiedete. Eine erste Aktualisierung über die Entwicklung der politischen Bildung in der Schweiz von 2018 bis 2021 veröffentlichte das SBFI 2021.

Mit der vorliegenden zweiten Aktualisierung wird die Reihe «Politische Bildung in der Schweiz – Gesamtschau» abgeschlossen. Neben dem Schwerpunkt Desinformation wurde der Überblick über die Massnahmen des Bundes in den Bereichen politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aktualisiert und um Massnahmen der Medienbildung ergänzt.

Der Bericht wurde mit fachlicher Unterstützung von Vertreterinnen und Vertretern des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM), des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik (SEPOS), der Bundeskanzlei (BK), der EDK, der interkantonalen Fachkonferenz Citoyenneté sowie von Prof. Dr. Monika Waldis von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet.

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