Bundesrat beantragt zusätzliche Nothilfe für Äthiopien und Jemen
Bern, 04.11.2026 — An seiner Sitzung vom 4. November 2026 hat der Bundesrat zusätzliche Mittel in Höhe von 40 Millionen Franken zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung in Jemen und in Äthiopien beschlossen. Mit 29 Millionen Franken für den Jemen und 11 Millionen Franken für Äthiopien leistet die Schweiz einen dringend notwendigen Beitrag zur Versorgung und zum Schutz der leidenden Bevölkerung sowie zur Stabilisierung der Region. Die Hälfte des Hilfspakets wird aus Eigenmitteln durch eine Budgetverschiebung innerhalb des EDA finanziert; weitere 20 Millionen Franken werden als Nachtragskredit dem Parlament beantragt.
Im Jemen führen die bewaffneten Konflikte zwischen den Huthi-Milizen und den fragmentierten Regierungskräften zu grossflächigen Binnenvertreibungen und einer Verschärfung der humanitären Krise. Mittlerweile benötigen zwei Drittel (22 Millionen Menschen, davon mehr als die Hälfte Kinder) der Gesamtbevölkerung humanitäre Hilfe. In Äthiopien haben die jüngsten Spannungen und die erneute Eskalation des Konflikts im Norden Auswirkungen auf die Bevölkerung. Hinzu kommen klimabedingte Herausforderungen, welche die Lebensgrundlagen der betroffenen Bevölkerung zusätzlich belasten. Die Schweiz unterstützt Massnahmen zugunsten von Menschen, die von Konflikten und Vertreibung betroffen sind.
Konflikte verursachen regionale Instabilität
Die Konflikte im Roten Meer und im Horn von Afrika wirken sich zunehmend auf die Stabilität der Region aus. Flucht- und Migrationsbewegungen nach Dschibuti und Somalia setzen dort die Aufnahme- und Grundversorgungssysteme unter Druck. Der Bedarf an Schutz, Notunterkünften, Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung nimmt zu.
Für Äthiopien sind insgesamt 11 Millionen Franken vorgesehen. Schwerpunkte sind die Stärkung der Nahrungsmittelversorgung, der Zugang zu sauberem Wasser sowie der Schutz der Bevölkerung. Für Jemen sind insgesamt 29 Millionen Franken vorgesehen. Im Vordergrund der Unterstützung stehen die medizinische Notversorgung und Gesundheitsdienste, humanitäre Soforthilfe sowie Schutz- und Unterbringungsmassnahmen für die Bevölkerung.
Gezielte Unterstützung durch erfahrene Partner
Die Mittel werden von bewährten internationalen Partnerorganisationen umgesetzt, die über Erfahrung und Kenntnisse der lokalen Kontexte verfügen. Darunter sind das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das Welternährungsprogramm (WFP), das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF, das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sowie der Norwegian Refugee Council (NRC) und der Danish Refugee Council (DRC). Wo möglich, werden lokale Organisationen eingebunden, die einen direkten Zugang zur Bevölkerung in den besonders vom Konflikt betroffenen Gebieten haben.