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MedienmitteilungVeröffentlicht am 24. September 2026

Die Schweiz setzt in New York auf den Dialog in einer fragmentierten Welt

Bern, 24.09.2026 — Anlässlich der hochrangigen Woche der UNO-Generalversammlung vom 20. bis 23. September 2026 fokussierte Bundesrat Ignazio Cassis seine Gespräche auf drei zentrale Themen: Naher und Mittlerer Osten, europäische Sicherheit und Sahel. Als amtierender Vorsitzender der OSZE thematisierte er insbesondere den Ukrainekrieg und die Rolle der OSZE. In all diesen Kontexten vertritt die Schweiz ein und denselben Ansatz: den Dialog aufrechterhalten und der Diplomatie eine Chance geben.

Naher und Mittlerer Osten und Golfregion: Eskalation verhindern und Dialog aufrechterhalten

Die meisten Gespräche des EDA-Vorstehers waren dem Nahen und Mittleren Osten sowie der Golfregion gewidmet. Bundesrat Ignazio Cassis unterhielt sich namentlich mit Vertretern des Iran, Ägyptens, des Irak und des Jemen sowie der Mitgliedstaaten des Kooperationsrates der Arabischen Golfstaaten – Bahrein, Kuwait, Katar, Saudiarabien und Vereinigte Arabische Emirate. Bei den Gesprächen ging es um die Spannungen in der Region, das Rote Meer, die Lage an der Strasse von Hormus und der Meerenge Bab al-Mandab sowie die laufenden diplomatischen Bemühungen.

Die Schweiz betonte, wie wichtig es ist, eine neue Eskalation zu verhindern, die freie Schifffahrt zu wahren und die diplomatischen Kanäle offen zu halten. Die Stabilität in der Region hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. «Unsere Prioritäten sind die Verhinderung einer neuen Eskalation, die Offenhaltung der diplomatischen Kanäle und die Verhandlung einer Lösung. Die Schweiz bietet ihre Guten Dienste dort an, wo sie dienlich sind», sagte Bundesrat Ignazio Cassis in New York.

Europäische Sicherheit und Schweizer OSZE-Vorsitz

Die europäische Sicherheit war das zweite Fokusthema insbesondere in den Gesprächen mit der Ukraine, Russland, Georgien, Kasachstan und den USA. Als amtierender OSZE-Vorsitzender erinnerte Ignazio Cassis daran, dass die Organisation eines der wenigen Gremien ist, in dem alle Staaten der euroatlantischen und euroasiatischen Region noch miteinander reden können, was namentlich in Bezug auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine von grösster Bedeutung ist.

Sahel und Schutz für humanitäres Personal

Bei den Gesprächen mit den afrikanischen Partnern, vor allem jener der Sahelregion, ging es um Fragen der Sicherheit, Stabilität und Entwicklung in fragilen Kontexten. Mit Burkina Faso, dem Niger, Mauretanien und Tunesien wurden die Handlungsmöglichkeiten der Schweizer Aussenpolitik in der Region erörtert. Die Gespräche mit Indien, Singapur und Kolumbien veranschaulichten ausserdem die Absicht der Schweiz, ihre Partnerschaften zu diversifizieren und die Beziehungen über das unmittelbare europäische Umfeld hinaus auszubauen.

Bundesrat Ignazio Cassis nahm gleichzeitig am ersten Treffen der Unterzeichnerstaaten der Erklärung über den Schutz des humanitären Personals teil. Er rief dazu auf, den politischen Verpflichtungen eine systematischere und wirksamere Umsetzung folgen zu lassen. «Es ist Zeit für einen wirksamen Schutz – systematisch, konkret und gemeinsam. Wir müssen von Verpflichtungen und Grundsätzen zur Umsetzung vor Ort übergehen», sagte Bundesrat Ignazio Cassis. Die Schweiz beabsichtigt insbesondere, mit den beteiligten Staaten und humanitären Organisationen praktische Werkzeuge zu erarbeiten, um Lücken zu erkennen und die Verpflichtungen in konkrete Massnahmen im Feld umzuwandeln.

Im gleichen Sinne forderte die Schweizer Delegation in New York eine effektivere UNO, handlungsfähige Institutionen und ein starkes und effizientes internationales Genf als operativer Hub des Multilateralismus.