Inauguration de l'OLMA 2022 (DE)

Saint-Gall, 13.10.2022 - Discours du président de la Confédération Ignazio Cassis et chef du Département fédéral des affaires étrangères (DFAE) à l'occasion de l'inauguration de l'OLMA 2022 - Seul le texte prononcé fait foi

Herr Verwaltungsratspräsident

Frau Direktorin

Stimati rappresentanti delle autorità federali, cantonali e comunali

Preziadas dunnas e stimads signurs

Dear guests coming from abroad

Mesdames et Messieurs

 

Hier zu sein ist keine Pflicht. Hier zu sein ist ein Privileg. Die Anwesenheit des Bundespräsidenten an der Olma gehört zu den Schlüsselmomenten des Präsidialjahres. Das ist umso wichtiger, je turbulenter die Welt ist.

Es ist ein wertvolles Zeichen der Stabilität in dem allgemeinen Klima der Besorgnis.

Dieses Jahr herrschte in Bezug auf OLMA im Bundesbern Unruhe. Gemäss glaubwürdigen Gerüchten, plane der Kanton Graubünden mit Nesa und Nina einen Putsch gegen das traditionelle Säuli.

Was sagen da wohl Gian und Giachen? Für die wär's ja voll ... patgific. Aber für die Rest der Schweiz … eine Revolution!

 

Geschätze Damen und Herren

 

Die meisten innovativen - gar revolutionären - Ideen sind tatsächlich zuerst «aifach gspunna», um noch das Motto des Gastkantons Graubünden zu zitieren.

Und weil mein Motto für das Präsidialjahr «Vielfalt und Innovation» ist, passt es gut sowohl zum Bündner «aifach gspunna», wie auch zum OLMA-Leitsatz «vielfältig und spannend».

Wir verfolgen also das gleiche Ziel!

Innovation mit Tradition zu verbinden braucht Phantasie und Freude. Und weil die Menschen Gewohnheitstiere sind, braucht es auch Mut und Durchhaltevermögen. Weil jede Änderung zuerst mal Kritik verursacht.

Aber eben: Wer ausharrt, gewinnt!

Und wer Freude an Innovation und Vielfalt hat, der kommt zur OLMA, der grössten Publikumsmesse der Schweiz. Die OLMA ist Erlebnis, sie ist Begegnung und Austausch. Zürcher trifft auf Appenzellerin, Bäuerin auf Hipster, Bergler auf Bankerin. Kontakte generieren Ideen, Begegnungen ändern Perspektiven.

Vorausgesetzt man ist von der Vielfalt fasziniert und man betrachtet es sie als Reichtum und nicht als Störfaktor.

Hinter der Bühne warten Kinder aufgeregt auf ihren Auftritt.

Mein Tipp: hören wir den Worten der Kinder gut zu.

In ihnen steckt oft eine Logik, die sich als wertvoller Denkanstoss erweist. Daraus entwickeln sich Ideen, gar Innovation – kurz - die Zukunft.

Danke liebe Kindern für eure Inspiration!

Geschätzte Damen und Herren

Ich durfte als Bundespräsident in den letzten Monaten mit Duzenden von Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Aussenminister über den Zustand der Welt austauschen. Die Besorgnis ist gross. Weltkrisen überlappen sich und schaffen Unruhe. Daraus entstehen geopolitische Spannungen, gar Kriege.  

Nach der COVID-Pandemie hat der Angriffskrieg Russlands hat eine Epoche vermeintlicher Stabilität beendet. Weitere Konflikte flammen in dessen Schatten auf. Wir stehen vor grossen Herausforderungen:

Sicherheit, Energieengpässe, Inflation, Flüchtlinge, Ernährungskrise, Klimawandel usw.

Es ist uns klar: Wir leben in einer Zeitenwende.

Aber jede Krise ist auch eine Chance, unsere Resilienz zu testen. Bereits Winston Churchill meinte - und ich meine das nicht zynisch: «Never let a good crisis go to waste». Jede Krise muss auch eine Opportunität sein, Bilanz zu ziehen und neue Wege einzuschlagen.

Auch die OLMA ist ein Produkt von schwierigen Zeiten. Sie entstand als man während der Anbauschlacht des zweiten Weltkriegs die Bedeutung des lokalen «Mehranbaus» aufzeigen wollte. Und auch heute steht das Thema «Landesversorgung» wieder ganz oben auf der politischen Agenda der Schweiz.

Die Bedeutung der Ernährungs- und Landwirtschaftsindustrie war und bleibt gross.

Vom Kleinstbauern bis zum Weltkonzern beheimatet unser Land alle möglichen Formen dieses Sektors. Und dieser trägt nicht nur zur Versorgungssicherheit unseres eigenen Landes bei: Nein, er stärkt die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion auf der ganzen Welt!

Wie wichtig dieser Sektor für die Ernährung der Weltbevölkerung ist, konnten wir in den letzten Jahrzehnten an der Armutsreduktion in der Welt messen. Wie wichtig er weiterhin bleibt, sehen wir anhand der Hungerkrise, die die Pandemie und der Krieg in der Ukraine geschaffen haben.

Die Schweiz reagiert kurzfristig mit humanitärer Hilfe, und das ist gut so. Wichtiger ist aber unsere langfristige Arbeit, um die Nahrungsmittelsysteme nachhaltiger zu gestalten. Gerade junge Bauern und Bäuerinnen in armen Ländern benötigen Ressourcen und Wissen, um bspw. Unwetter und Dürre besser bewältigen zu können.

Das ist ein Schwerpunkt unserer internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Mit knapp 3 Mia. Franken Steuergelder setzt sich die Schweiz weltweit ein - unter anderem für Landwirtschaft und Ernährung.

Und die OLMA ermöglicht es, der breiten Bevölkerung die Leistungen der Schweizer Landwirtschaft direkt zu erfahren. So dass wir diese entdecken, spüren und erleben können.

Geschätzte Veranstalter, werte Aussteller

Ich danke Ihnen sehr für ihre Präsenz. Mit der OLMA beweisen Sie ihr grosses Engagement zugunsten der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie – einem Sektor, dessen Ziel die Erfüllung der primären Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen auf der Erde deckt: die Ernährung. 

Chars giasts - Cari ospiti – Liebe Gäste

Ihnen auch danke schön, grazie, grazia fitg für Ihr kommen, Ihr Interesse und Ihre aktive Teilnahme an unserer Gesellschaft.

Lassen sich von der Vielfalt inspirieren und den «aifach gspunna» Innovationen überraschen.

In diesen anspruchsvollen Zeiten denken sie manchmal auch an Winston Churchill. Er hätte bestimmt auch gerne einen Rundgang durch die OLMA gemacht.

Von ihm ist nämlich das Zitat: „Ich mag Schweine. Hunde schauen zu uns auf, Katzen auf uns herab. Schweine begegnen uns auf Augenhöhe.“ Mal schauen, ob die revolutionären Gerüchte in Bern gestimmt haben.

Ihnen empfehle ich nun eine feine OLMA-Bratwurst ohne Senf zu geniessen.

Guten Austausch, eine fröhliche OLMA 2022 und … en guäte!


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