Inauguration du campus cyberdéfense à l’EPFZ : allocution de la cheffe du DDPS

Berne, 07.11.2019 - Allocution de Mme la conseillère fédérale Viola Amherd, cheffe du Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports (DDPS), à l’occasion de l’inauguration du campus cyberdéfense à l’EPFZ, le jeudi 7 novembre 2019.

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Sehr geehrte Gäste aus Politik, Verwaltung, Forschung und Armee,
Sehr geehrter Herr Präsident der ETH Zürich,
Liebe Anwesende,

besten Dank für Ihre Einladung.

Es ist schön, hier unter Ihnen, in einem der weltweit renommiertesten Zentren der Wissenschaft zu sein.

Es freut mich auch besonders, mit Ihnen bei einem weiteren wichtigen Schritt in der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der ETHZ und dem VBS dabei zu sein.

Wir eröffnen heute das Labor des Cyberdefence-Campus an der ETHZ. Das ist eine weitere Etappe auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Ziel: dem Schutz der Schweiz vor Cyber-Bedrohungen.

Cyber, Vernetzung und Digitalisierung sind in aller Munde.
Es sind Begriffe und Themen, die unsere Zeit prägen.

Für eine Wissenschafts- und Forschungsinstitution ist es völlig normal und auch nötig, dass sie mit der Zeit geht.

In gewissen Dingen ist die ETHZ ihrer Zeit sogar voraus. Sonst hätte sie nicht die Reputation, die sie heute weltweit geniesst.

Mit der Zeit gehen und vorausschauen muss auch die Politik. Das gilt ebenso für die Sicherheitspolitik, für die ich als Vorsteherin des VBS zuständig bin.

Wir müssen uns mit den Phänomenen befassen, die unsere Zeit prägen. Nur so können wir die richtigen Antworten und Lösungen für die aktuellen Probleme haben.

Dazu gehören auch, und zunehmend, die Risiken und Bedrohungen im virtuellen Raum.

Die technologischen Fortschritte können eben nicht nur zum Guten verwendet werden, sondern auch zum Schlechten.

Wir sind nicht nur technologisch fortschrittlicher geworden, sondern auch verletzlicher. Nicht nur Schnelligkeit und Effizienz haben zugenommen, auch die Abhängigkeiten.

Wir sind angewiesen auf funktionierende, zuverlässige IT-Infrastrukturen und Daten – als Staat, als Gesellschaft und als Individuen.

Das VBS ist in vielen Bereichen für die Sicherheit und den Schutz der Schweiz und ihrer Bevölkerung zuständig.

Es muss sich deshalb auch mit den Kehrseiten der technologischen Entwicklungen befassen, den Risiken und Bedrohungen.

Als ich das VBS übernommen habe, war für mich von Anfang an klar: Eine moderne Sicherheitspolitik muss den virtuellen Raum miteinschliessen, auch hier vorausschauen und vorausdenken. Das Thema Cyber muss eine Priorität sein.

Wenn Sie die heutige Weltlage anschauen, wird klar, dass es schon bessere Phasen gab, ruhigere und stabilere Zeiten.
Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Die Lage ist unübersichtlicher und unberechenbarer geworden. Die Bedrohungen und Gefahren haben zugenommen.

Wir erleben eine Rückkehr staatlicher Machtpolitik, nationale Interessen werden wieder ruchloser verfolgt und durchgesetzt.

Gleichzeitig wird die internationale Sicherheit von nichtstaatlichen Akteuren gefährdet, von terroristischen und kriminellen Organisationen, von extremistischen Gruppen und Einzelpersonen.

Die Verschlechterung der Sicherheitslage hat nicht nur die physische, sondern auch die virtuelle Welt erfasst.

Mit dem Cyberspace ist eine neue Dimension, ein neues Mittel, ein Betätigungsfeld hinzugekommen, das Bedrohungen und Gefahren weiter verschärft.

Missbrauch und Angriffe im Cyberspace können mit verschiedenen Absichten erfolgen: Spionage oder Sabotage, mit kriminellen Absichten, oder auch als Teil von militärischen Operationen oder "hybriden" Konflikten.

Auch für Propaganda und Desinformation kann der Cyberspace missbraucht werden.

Für eine wirksame, auf die aktuellen Bedrohungen ausgerichtete Sicherheitspolitik sind deshalb Schutz und Sicherheit im Cyberspace zentrale Aspekte und Ziele geworden, oder eben: eine sicherheitspolitische Priorität.

Die richtigen Absichten sind immer gut. Nur Papiere und Konzepte schreiben, genügt aber nicht.
Es braucht die nötigen Fähigkeiten, wenn man real etwas bewirken will. Und genau deshalb sind wir heute hier.

Die Zusammenarbeit mit der ETHZ soll die Fähigkeiten für Schutz und Sicherheit im Cyber-Bereich verbessern.

Diese Zusammenarbeit beruht auf langjähriger Erfahrung:
Seit 2016 beauftragt das VBS das Center for Security Studies der ETHZ mit Studien zur Entwicklung von Cyber-Bedrohungen und die Bedeutung des Cyberraumes in Konflikten. Über 20 Studien wurden bereits realisiert.

Die Militärakademie bildet künftige Berufsoffiziere in Zusammenarbeit mit der ETHZ aus. Neu gibt es hier ein Cyber-Modul, um auch in diesem Bereich eine zeitgemässe Ausbildung der Offiziere sicherzustellen.

armasuisse W+T ist seit 2005 Partner des Zurich Information Security and Privacy Center der ETHZ (ZISC). Im Bereich Cybersicherheit gab es in den letzten 10 Jahren über 50 gemeinsame Forschungsprojekte.

Zu den Vorzeigeprojekten gehört die Entwicklung einer Technologie zur Erkennung von Cyber-Angriffen sowie technologische Mittel zum Schutz von GPS vor Cyber-Angriffen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gehört ebenfalls zu den Partnern der ETHZ, unter anderem als Mitglied des Ausschusses des ETH Risk Center.

Es gibt eine Zusammenarbeit vor allem im Bereich der kritischen Informations- und Kommunikationsnetze.

Wie Sie sehen, besteht bereits eine enge und vielfältige Kooperation zwischen der ETHZ und dem VBS.

Heute kommt nun ein weiterer Meilenstein in dieser Zusammenarbeit hinzu: das Labor des Cyberdefence-Campus hier an der ETHZ.

Was steckt hinter dieser Idee?

2016 wurde die RUAG Opfer eines grossangelegten Cyber-Angriffs. Dies war ein Weckruf.
Es zeigte sich, dass die Fähigkeiten und Mittel zur Verhinderung und Abwehr solcher Angriffe ungenügend waren.

Das VBS lancierte daraufhin einen Aktionsplan Cyberdefence. Das Ziel war, die Fähigkeiten und Mittel des VBS für Cyberdefence weiterzuentwickeln und zu verstärken.

Kernelement des Aktionsplans sind Zusammenarbeit und Austausch mit nationalen und internationalen Partnern, der Industrie und den Hochschulen.

Diese Grundidee bildet die Basis für den Cyberdefence-Campus, der bei armasuisse W+T angesiedelt ist und Anfang Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat.

Der Campus ist Plattform und Bindeglied zwischen VBS, der Industrie und der Wissenschaft in allen cyber-relevanten Themen.

Auch die Hacker-Community gehört dazu – wobei wir natürlich nur die "guten" Hacker nehmen, im doppelten Sinne des Wortes (also qualitativ gut und mit guten Absichten).

Für das VBS ist der Campus ein wichtiges Instrument für die Antizipation und Bewertung von technologischen, kommerziellen und gesellschaftlichen Cyber-Trends.

Weil das Thema schwierig und komplex ist, sind wir dazu aber zwingend auf die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten angewiesen.

Und zwar mit den Besten, die es in diesem Bereich gibt.

Diese finden wir unter anderem genau hier. Es war deshalb von Anfang an klar, dass es zwingend Kanäle braucht zu den zwei führenden Schweizer Hochschulen in diesem Bereich: die EPFL und die ETHZ.

Die Schaffung einer "Cyber-Campus-Antenne" bei der EPFL in Lausanne am 4. September und heute bei der ETHZ dient genau diesem Ziel: Die Zusammenarbeit soll intensiviert, institutionalisiert und vereinfacht werden.

Der Cyberdefence-Campus konnte sich in nicht einmal einem Jahr bereits zu einer wichtigen Plattform entwickeln und die Zusammenarbeit substanziell verstärken.

Das ist auch dem grossen Engagement der involvierten und heute zum Teil anwesenden Personen zu verdanken.

Chapeau vor dieser Leistung – und herzlichen Dank an alle, die sich hier bisher schon eingebracht und engagiert haben!

Ich habe zu Beginn gesagt, dass wir heute eine weitere wichtige Etappe absolvieren.

Wir sind auf unserem Weg für einen besseren Schutz vor Cyber-Bedrohungen schon ein gutes Stück vorangekommen. Wir sind aber noch nicht am Ziel.

Es bleibt mit Sicherheit noch viel zu tun. Ich kann jedoch mit Genugtuung sagen, dass das VBS das Thema sehr ernst nimmt und die Arbeiten weiter vorantreibt.

Am nächsten Montag werde ich in Bern mit ICT-Berufsbildung Schweiz die Einführung des eidgenössischen Brevets für Cybersecurity-Spezialisten feiern.

Dies ist ebenfalls ein konkreter Schritt zum Aufbau der nötigen Kompetenzen.

Und auch dies ist eine Erfolgsgeschichte:

Vom Zeitpunkt des Entscheids bis zum Start des ersten Cyber-Lehrgangs brauchte die Armee nicht einmal 9 Monate.
Heute sind wir bereits beim dritten Start. Und es gibt Länder in Europa, die Interesse an unserem Lehrgangs-Modell bekundet haben. 

Der Aktionsplan Cyberdefence des VBS war ein erster Schritt und ein wichtiger Bestandteil des nationalen Dispositivs für eine verstärkte Cyber-Sicherheit.

In Anbetracht der raschen und auch besorgniserregenden Entwicklungen in diesem Bereich wird es aber weitere und weitergehende Massnahmen brauchen.

Das VBS nimmt deshalb jetzt Arbeiten auf, um eine neue Cyber-Strategie zu entwickeln. Diese soll bis im Herbst 2020 vorliegen.

Die Anforderungen und meine Erwartungen an diese Arbeiten sind gross.

Ein Kernpunkt werden sicher die Personalressourcen sein:
die richtigen Personen in der richtigen Zahl für diese anspruchsvollen Aufgaben.

Ich hoffe und bin überzeugt, dass uns hier das Milizsystem helfen wird.

Auch dieses steht für einen engen Austausch zwischen Staat, Verwaltung, Wirtschaft und Akademie.

Ein besonderes Anliegen ist es mir, mehr Frauen für die Armee insgesamt, aber auch für den Cyberbereich zu gewinnen.

Die Digitalisierung beschleunigt und ändert unsere Gesellschaft sowie unsere Wirtschaft rasant und tiefgreifend, und wirft laufend neue und komplexe Fragen auf.

Das gilt nicht nur für den Sicherheitsbereich, aber für diesen garantiert auch.

Was wir hier heute einweihen und wofür hier gearbeitet wird, ist deshalb wichtig.

Es ist wichtig für uns alle. Es ist wichtig für die Sicherheit der Schweiz.

Allen, die hier beteiligt sind und sich hier einsetzen, danke ich herzlich.

Wir sind als VBS auf diesen Austausch angewiesen.

Ich wünsche Ihnen und uns allen eine erfolgreiche Zusammenarbeit.


Adresse pour l'envoi de questions

DDPS Communication
Palais fédéral Est
CH - 3003 Berne


Auteur

Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports
http://www.vbs.admin.ch

Armasuisse
http://www.ar.admin.ch/

Groupement de la Défense
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Dernière modification 05.01.2016

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