energieEtikette trägt zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs bei

Bern, 04.10.2005 - Seit März 2003 können sich potenzielle Autokäuferinnen und -käufer anhand der energieEtikette über die Energieeffizienz von neuen Personenwagen informieren. Eine im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführte Studie1 hat die praktischen Wirkungen der energieEtikette für Personenwagen in den ersten zwei Jahren nach ihrer Einführung untersucht.

Im Februar 2002 unterzeichneten das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und auto-schweiz (Vereinigung der Schweizer Automobilimporteure) eine Zielvereinbarung, die eine Absenkung des durchschnittlichen spezifischen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen um 3% pro Jahr auf einen Wert von 6.4 l/100 km bis ins Jahr 2008 festlegt. Unterstützt wird dieses Ziel durch die 2003 von EnergieSchweiz eingeführte energieEtikette für Personenwagen.

energieEtikette wird in der Werbung kaum eingesetzt

Zwar setzt der Autohandel die Etikettierung der Neuwagen in der Regel vorschriftsmässig um. In der Werbung und in Verkaufsgesprächen werden Etikette und Treibstoffverbrauch aber kaum aktiv als Verkaufsargumente eingesetzt.

Treibstoffverbrauch nur ein Kaufkriterium unter vielen

Gemäss vorliegender Studie ist der Treibstoffverbrauch nur eines von mehreren Kaufkriterien. Lediglich 5 bis 10 Prozent der Neuwagenkäufer beziehen den Verbrauch als prioritäres Kriterium in ihren Kaufentscheid ein.

energieEtikette erhöht Marktanteil der energieeffizienten Autos

Die Autoren der Studie zeigen auf, dass die energieEtikette zu einer Zunahme des Marktanteils der A- und B-klassierten Neuwagen in der Grössenordnung von 1.5 Prozent (entspricht rund 4'000 Neuwagen pro Jahr) aller verkauften Neuwagen führt. Dadurch wird eine kurzfristige energetische Wirkung von insgesamt 40 Terajoule pro Jahr erreicht, was einer jährlichen Einsparung von 3'050 Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. Wesentlich ist dabei, dass diese Wirkung über die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge kumulativ zunimmt.

100'000 Tonnen CO2 einsparen dank Kombination aus energieEtikette und
Bonus-Malus-System

Zurzeit prüft die Bundesverwaltung in einer interdepartementalen Arbeitsgruppe die Einführung einer differenzierten Automobilsteuer. Die Analyse der Autoren zeigt, dass die Einführung dieses so genannten Bonus-Malus-Systems die Wirkung der energieEtikette vervierfachen würde. Konkret: die Kombination von energieEtikette und Bonus-Malus-System würde zu einer jährlichen Zunahme des Marktanteils der A- und B-klassierten Neuwagen um 5.9 Prozent führen und so den Flottenverbrauch um insgesamt knapp 1.6 Prozent pro Jahr reduzieren.

Über die Lebensdauer der jährlich neu verkauften Fahrzeuge (Annahme: 12 Jahre) kumulieren sich die energetischen Wirkungen auf rund 500 TJ. Würde die Kombination von energieEtikette und Bonus-Malus-System am 1. Januar 2007 eingeführt, könnten so bis ins Jahr 2010 rund 100'000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Verbesserung der energieEtikette

Das System der energieEtikette ist auf eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz des bestehenden Fahrzeugparks ausgerichtet. Deshalb wird die energieEtikette alle zwei Jahre an die aktuellen Verhältnisse angepasst und die Kategorien werden verschärft. Die noch vorhandenen Mängel der energieEtikette, insbesondere die Gewichtsproblematik, werden bei der nächsten Anpassung der Energieverordnung behoben.



Herausgeber

Bundesamt für Energie
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Letzte Änderung 24.01.2018

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