Frankophoniegipfel: Bundespräsident Cassis wirbt für die bedeutende Rolle Genfs in der globalen digitalen Gouvernanz

Bern, 20.11.2022 - Rund 30 Staats- und Regierungschefinnen und -chefs nahmen am 18. Frankophoniegipfel teil, der heute auf Djerba, Tunesien, zu Ende ging. Bundespräsident Ignazio Cassis nutzte den Anlass, um die Rolle Genfs in der globalen digitalen Gouvernanz hervorzuheben. Zudem unterstützte er die Wiederwahl von Louise Mushikiwabo für eine zweite Amtszeit als Generalsekretärin der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF). Die Schweiz übernahm die Vize-Präsidentschaft des Gipfels auf Djerba.

Der 18. Frankophoniegipfel stand im Zeichen der Digitalisierung und der Vielfalt. In Tunesien erinnerte Bundespräsident Ignazio Cassis an die Bedeutung der Frankophonie, die als Plattform für die Förderung der Digitalisierung einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 leisten kann. Vor den Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedstaaten und -regierungen unterstrich Ignazio Cassis die Rolle neuer Technologien bei der Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen und der Lebensbedingungen der ärmsten Menschen. Die Digitalisierung ist einer der vier Schwerpunkte der Aussenpolitischen Strategie 2020–2023 der Schweiz.

Unter dem Motto «Vernetzung in der Vielfalt: Digitalisierung als Instrument für Entwicklung und Solidarität im französischsprachigen Raum» bot der Gipfel auf Djerba einen privilegierten Raum für Diskussionen zu aktuellen Themen. So leitete Bundespräsident Ignazio Cassis gemeinsam mit seinem senegalesischen Amtskollegen Macky Sall eine Podiumsdiskussion zum Thema «Digitale Medien als wichtiges Instrument der Frankophonie».

Genf im Zentrum der digitalen Gouvernanz

Bundespräsident Ignazio Cassis betonte die zentrale Rolle des internationalen Genf: «Dank seiner Dichte an Organisationen, die sich im digitalen Bereich engagieren, sowie der Kooperation mit Hochschulen und Privatsektor ist Genf ein besonders günstiges Umfeld für die digitale Zusammenarbeit und die Entwicklung neuer Ansätze.» Die Stadt ist der europäische Hauptsitz der UNO und eine wichtige Akteurin im Bereich der digitalen Gouvernanz. Viele internationale Institutionen mit Sitz in Genf beschäftigen sich mit diesen Themen, wie die Internationale Fernmeldeunion.

Im Rahmen des «Village de la Francophonie» unterstrich die Schweiz die Attraktivität Genfs für öffentliche, aber auch private Akteure aus dem französischsprachigen Raum. Vier Organisationen, die in den Bereichen digitale Gouvernanz und Kapazitätsaufbau (DiploFoundation), Wissenschaft und Innovation (GESDA), Gesundheit und Digitalisierung (I-DAIR) sowie Bildung und Konnektivität (GIGA) tätig sind, stellten ihre Aktivitäten auf Djerba vor.

Jugend, Frauen und Bildung im Mittelpunkt der Prioritäten der Frankophonie

Das Gipfeltreffen bot auch Gelegenheit für einen intensiven Austausch über die Stärkung der Rolle von Frauen und Jugendlichen als treibende Kräfte für Frieden und Entwicklung. Im frankophonen Raum ist ihr Bevölkerungsanteil sehr hoch. Deshalb stand ihre die Eingliederung durch Bildung und Beschäftigung bei den Diskussionen im Mittelpunkt. «Bildung ist ein Grundrecht und eine Notwendigkeit. Sie ist die Grundlage für soziale, wirtschaftliche und politische Chancen», sagte Ignazio Cassis auf Djerba. Bildung und Berufsbildung gehören zu den Schwerpunktthemen der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz, die ihr Fachwissen in diesem Bereich weitergeben will. 

Wiederwahl der Generalsekretärin und neuer strategischer Rahmen

Der Bundespräsident unterstützte die Wiederwahl von Louise Mushikiwabo zur Generalsekretärin der OIF. Mit ihrer Wiederwahl für eine zweite Amtszeit bestätigen die OIF-Mitglieder, dass sie hinter den Reformen stehen, die die neue Generalsekretärin im Jahr 2019 eingeleitet hatte. Ziel der Reformen, die auch von der Schweiz mitgetragen werden, ist eine effizientere und agilere Organisation. Zu diesem Zweck haben die 88 Mitgliedstaaten und -regierungen einen neuen strategischen Rahmen für 2023–2030 verabschiedet.

Am Rande des Gipfels hatte der Bundespräsident Gelegenheit zu bilateralen Gesprächen mit anderen Staats- und Regierungsvertretern. Er führte längere Gespräche mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau, dem Premierminister von Québec François Legault und der vietnamesischen Vizepräsidentin Vo Thi Anh Xuan. 


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