Der Bundespräsident würdigt die Rolle der vorausschauenden Wissenschaftsdiplomatie

Genf, 14.10.2022 - Am zweiten GESDA-Gipfel in Genf sprach Bundespräsident Ignazio Cassis vor den versammelten Gästen aus Kreisen der Wissenschaft, Diplomatie und Politik. Er teilte mit ihnen seine Vision einer vorausschauenden Wissenschaftsdiplomatie. Während des Gipfels wurden zwei Initiativen in den Bereichen Quanteninformatik und Wissenschaftsdiplomatie vorgestellt. Der EDA-Vorsteher nahm zudem an einem Podiumsgespräch auf Ministerebene teil. Die internationale Politik war erstmals bei einem GESDA-Gipfel zugegen.

In seiner Ansprache betonte Bundespräsident Ignazio Cassis die Bedeutung der Wissenschaftsdiplomatie. Die GESDA-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Brückenbildung zwischen Wissenschaft und Diplomatie zu fördern, um die Beziehungen zwischen staatlichen Akteuren zu erleichtern. «GESDA ist kein Ersatz für die legitimen staatlichen Akteurinnen und Akteure, sondern vielmehr ein Instrument, das ihnen zur Verfügung steht», versicherte Ignazio Cassis. Durch vorausschauende Diplomatie können neu auftretende Probleme «auf Basis des grössten gemeinsamen Nenners» von allen Beteiligten angegangen werden, bevor die Staaten wieder das Heft in die Hand nehmen. «Es ist zu spät, um den Gang der Diplomatie bei bestehenden Herausforderungen zu beschleunigen. Wenn das Problem da ist, hat sich das Gelegenheitsfenster bereits geschlossen», sagte er.

Der EDA-Vorsteher nahm zudem an einem Podiumsgespräch auf Ministerebene teil. Erstmals waren an einem GESDA-Gipfel hochrangige politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zugegen. Der Bundespräsident traf unter anderem Vivian Balakrishnan, den Aussenminister Singapurs, zu einem bilateralen Austausch. Zudem fand ein Treffen mit Sarah Bint Yousif Al-Amiri, der Staatsministerin für Höhere Bildung und Technologie der Vereinigten Arabischen Emirate, statt.

Auf dem Gipfeltreffen kündigte die Stiftung die Gründung eines «Open Quantum Institute (OQI)» an, das die Quanteninformatik und ihr enormes Potenzial in den Dienst der grösstmöglichen Anzahl Menschen und der Lösung komplexer Probleme stellen soll. Sie rief zudem ein «Science and Diplomacy»-Curriculum ins Leben – ein Schulungs- und Vernetzungsprogramm für Wissenschaft und Diplomatie, mit dem eine gemeinsame Kultur gefestigt werden soll.

Genf: Drehscheibe der Wissenschaftsdiplomatie

Genf, die Genferseeregion und die Schweiz, die das CERN, die beiden ETH und renommierte Universitäten beherbergen, sind aufgrund der Vielfalt und der Qualität des vorhandenen Fachwissens prädestiniert, um Initiativen auf der Grundlage von Wissenschaft und Diplomatie anzustossen. Genf ist als Sitz von 43 internationalen Organisationen und mehreren hundert NGO bestens geeignet, um die mit dem technologischen Fortschritt verbundenen Perspektiven und Herausforderungen zu antizipieren, sie in den Dienst einer nachhaltigen Zukunft zu stellen und sie allen zugänglich zu machen.

GESDA ist eine unabhängige Stiftung, die nach dem Prinzip der öffentlich-privaten Partnerschaft finanziert und vom Bund sowie vom Kanton und von der Stadt Genf unterstützt wird.


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