Prognosen für den Schienenverkehr

Bern, 07.12.2006 - Im Rahmen der Trinationalen Langfristplanung Knoten Basel hat eine ministerielle Arbeitsgruppe der drei Staaten Deutschland, Frankreich und Schweiz Prognosen für die Entwicklung des Schienenverkehrs im Alpenraum harmonisiert und überarbeitet. Decken weitere Arbeitsschritte Engpässe im Raum Basel auf, werden Möglichkeiten für deren Bewältigung gesucht.

In den kommenden Jahrzehnten, insbesondere mit der Inbetriebnahme der NEAT ab 2016, zeichnet sich in der Region Basel eine Verkehrszunahme auf dem Schienennetz ab. Der grösste Teil des Personenfernverkehrs und des Transitgüterverkehrs auf den Nord-Süd-Achsen der Schweiz wird durch den Raum Basel geführt werden müssen. Um allfällige Engpässe der Infrastruktur rechtzeitig zu entschärfen, erarbeiten die Verkehrsministerien der drei Staaten zusammen mit der Deutschen Bahn AG (DB AG), dem Réseau ferré de France (RFF), den Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB AG) und Vertretern der betroffenen Regionen eine strategische Gesamtplanung.

Der Lenkungsausschuss der Trinationalen Langfristplanung Knoten Basel hat gestern in Basel einen Bericht verabschiedet, in dem verschiedene Prognosen zur Entwicklung des Schienenverkehrs im Alpenraum harmonisiert werden. In sechs Planfällen, die sich auf die Jahre 2015 und 2030 beziehen, wurde die Nachfrage im Personen- und Güterverkehr untersucht.

Die Experten gehen in ihrem Bericht davon aus, dass der Güter- wie auch der Personenverkehr auf der Schiene im Alpenraum stark zunehmen wird. Bis 2030 erwarten sie beim grenzüberschreitenden Personenverkehr auf der Schiene je nach Szenario eine Zunahme zwischen 40 und 75 Prozent. Von einer Zunahme um 75 Prozent wird ausgegangen, wenn ein besonders bahnfreundliches Szenario unterstellt wird. Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels wird im grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr mit einem Wachstum der beförderten Tonnage zwischen 65 und 93 Prozent bis 2030 gerechnet. Im Vergleich zu den Ergebnissen der „Trilateralen Plattform Basiliensis“ der Bahnen aus dem Jahr 2003 fallen die Prognosen zum Schienenverkehr im Raum Basel niedriger aus. 

Mit der Harmonisierung und Überarbeitung der Verkehrsprognosen ist der erste von vier geplanten Arbeitsschritten der Trinationalen Langfristplanung Knoten Basel abgeschlossen. Die vorliegende Untersuchung liefert noch keine Prognosen darüber, wie stark einzelne Strecken in Zukunft beansprucht werden. In einem nächsten Schritt werden die Schienenkapazitäten in den Untersuchungsländern ermittelt. Erst mit diesen Ergebnissen können Engpässe er-kannt werden.
Sind Engpässe im Grossraum Basel absehbar, so sollen in der dritten Phase Möglichkeiten für deren Bewältigung gesucht werden. So wird etwa geprüft, ob betriebliche oder infrastruk-turelle Massnahmen nötig und möglich sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im vierten Arbeitsschritt bewertet. Der Lenkungsausschuss wird Empfehlungen für das weitere Vorgehen erarbeiten und voraussichtlich bis Ende 2008 vorlegen. 

Im Lenkungsausschuss zur Trinationalen Langfristplanung Knoten Basel nehmen neben den Verkehrsministerien der drei Staaten auch Vertreter der betroffenen Regionen Einsitz (El-sass, Baden-Württemberg und Nordwestschweiz) sowie die Bahngesellschaften der drei Länder. Den Vorsitz hat das Schweizer Bundesamt für Verkehr unter Vizedirektor Toni Eder inne.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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