Coronavirus: Optimierungen in der Handhabung der Sport-Unterstützung

Magglingen, 20.01.2022 - Der Bund unterstützt in der Covid-19-Pandemie den Schweizer Sport mit mehreren Hilfspaketen. Mit insgesamt 435 Millionen Franken hat der Bund bisher die Strukturen des Sportes unterstützt und erhalten. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen hat das Bundesamt für Sport BASPO die Handhabung dieser Unterstützung optimiert. Die Massnahmen gehen auch auf die Ergebnisse eines Prüfberichtes der Internen Revision VBS zurück, der Verbesserungspotential namentlich in der Einhaltung formaler Vorgaben aufzeigt.

Die Covid-19-Pandemie und die zu ihrer Bewältigung notwendigen Massnahmen wirken sich seit ihrem Beginn nachteilig auf den Schweizer Sport aus. Zur Stabilisierung der Sportstrukturen haben Bundesrat und Parlament mehrere Hilfspakete geschnürt. Ein erstes Notpaket half ab März 2020, die unmittelbar drohende Zahlungsunfähigkeit von Sportorganisationen im Profisport wie im nichtprofessionellen Sport zu verhindern. Mit Dauer der Pandemie wurden weitere, grössere Hilfspakete notwendig:

Breitensport: Zur Stabilisierung der weit verzweigten Schweizer Sportstrukturen standen in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt rund 250 Millionen Franken à fonds perdu zur Verfügung. Bis Mitte 2021 wurden via den Dachverband Swiss Olympic rund 150 Millionen Franken an Verbände, Vereine, und Veranstalter ausbezahlt; bis Ende 2021 dürften es rund 200 Millionen Franken sein.
- Professioneller und semiprofessioneller Mannschaftssport: Es standen Darlehen in der Höhe von 235 Millionen Franken und À-fonds-perdu-Beiträge von 115 Millionen Franken zur Kompensation der Einnahmenausfälle durch Zuschauerbeschränkungen zur Verfügung. Bis Ende 2021 wurden 100 Millionen Franken an Darlehen und 75 Millionen Franken À-fonds-perdu-Beiträge bezogen.
Jugend+Sport (J+S): Zur Erhaltung der lokalen und weitestgehend ehrenamtlichen Strukturen in der Kinder- und Jugendsportförderung wurden 2020 rund 35 Millionen Franken an insgesamt 7’600 Sport- und Jugendvereine für ausgefallene Kurse und Lager ausbezahlt; 2021 waren es 25 Millionen Franken an 8’300 Vereine.

Insgesamt sind dem Schweizer Sport auf diese Weise bisher rund 200 Millionen (Breitensport) und 175 Millionen Franken (professioneller und semiprofessioneller Mannschaftssport) zugeflossen, zuzüglich 60 Millionen Franken für J+S. Die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der Hilfspakete liegt beim Bundesamt für Sport BASPO.

Optimierungen in der Einhaltung formaler Vorgaben

Das BASPO hat die meisten Abläufe in der Handhabung dieser Unterstützungsgelder vom Gesuch über die Vergabe von Geldern bis zur Kontrolle inzwischen optimiert und wo nötig Massnahmen eingeleitet. Ziel ist es weiterhin, Unterstützungsbeiträge rasch und wirksam zu sprechen, damit der Sport nicht weiter geschwächt wird, und gleichzeitig sorgsam mit den öffentlichen Geldern umzugehen.

Zu diesen Massnahmen gehört, dass alle wesentlichen Entscheide, die zur Ausschüttung von Geldern führen, dokumentiert werden. Zudem werden die Rollen in der Aufsicht und die Kontrollfunktionen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Im Weiteren können Vorgaben im Beschaffungsrecht künftig eingehalten werden, da nicht mehr die gleiche zeitliche Dringlichkeit besteht wie zu Beginn der Krise. Darüber hinaus steht das BASPO mit den Sportverbänden in Kontakt, um allenfalls zu viel geleistete Finanzhilfen zurückzufordern.

Prüfbericht: Arbeiten mussten unter dynamischer Entwicklung erfolgen

Die Optimierungen gehen auch auf die Ergebnisse eines Prüfberichtes der Internen Revision VBS zurück. In diesem Prüfbericht attestiert die Interne Revision dem BASPO eine gute Gesamtleistung: «Das Ziel, die Schweizer Sportstrukturen während der Pandemie zu stützen und zu erhalten, wurde erreicht.» Es sei «unkompliziert, pragmatisch und lösungsorientiert» gearbeitet worden. Weiter stellt der Bericht fest, dass die Arbeiten unter einer sehr dynamischen Entwicklung, erheblichem Zeitdruck und sich laufend verändernden gesetzlichen Grundlagen erfolgen mussten. Dabei konnten nicht alle formalen Vorgaben – beispielsweise im Beschaffungsrecht oder bei der Dokumentation – eingehalten werden. Auch in der Zusammenarbeit mit Swiss Olympic, dem für das Stabilisierungspaket wesentlichen Partner des BASPO, seien «gewisse formelle Aspekte in den Hintergrund getreten». Schliesslich stellt die Revision bei der Prüfung des Stabilisierungspakets für den Breitensport in Einzelfällen die Möglichkeit von nicht gerechtfertigten Bezügen fest. Dies bestätigt Erkenntnisse des BASPO, das bereits vorher entsprechende Abklärungen eingeleitet hat.

Das BASPO ist mit den Empfehlungen einverstanden. Bundesrätin und VBS-Vorsteherin Viola Amherd hat das BASPO beauftragt, die Empfehlungen des Berichts bis Ende März 2022 umzusetzen.


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