Alpenraum: Projekte zur Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität gesucht

Ittigen, 23.11.2021 - Die Europäische Kommission und die Schweiz rufen dazu auf, Projekte für das Alpenraumprogramm 2021-2027 einzureichen. Die Ausschreibung dauert bis zum 28. Februar 2022. Ziel des Programms ist es, Alpenregionen zu befähigen, klimaneutral zu werden, deren Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und sich gegen den Klimawandel zu wappnen.

Das Alpenraumprogramm ist eines der Interreg-Programme der europäischen Regionalpolitik, um Regionen zu stärken (siehe Kasten). Dabei arbeiten Akteure aus Liechtenstein, Österreich, der Schweiz, Slowenien sowie aus alpinen Regionen Deutschlands, Frankreichs und Italiens in gemeinsamen Projekten länderübergreifend zusammen. Die beteiligten Länder und Regionen wollen in den kommenden Jahren Projekte im Bereich der Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Innovation und Biodiversität umsetzen – und lancieren jetzt eine erste Ausschreibung für die Periode 2021-2027 dazu.

Das Programm Alpenraum enthält folgende vier thematischen Schwerpunkte:

  1. Grüner Alpenraum, der sich an die Herausforderungen der Klimaerwärmung anpasst
  2. CO2-neutraler und ressourcensensibler Alpenraum
  3. Innovation und Digitalisierung für einen grünen Alpenraum
  4. Kooperativ verwalteter und entwickelter Alpenraum

In der Ausschreibung werden Projekte zu den drei ersten Prioritäten gesucht. An Interreg-Projekten teilnehmen können kommunale und kantonale Behörden sowie Bundesämter, aber auch Forschungsinstitute, Unternehmen und Verbände. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren vom Erfahrungsaustausch mit anderen Projektpartnern, knüpfen Partnerschaften und entwickeln Lösungsansätze für ihre Region und ihre Wirtschaftszweige. Für die Teilnahme müssen die Akteure eines Projekts aus mindestens drei der beteiligten Länder stammen. Die Europäische Kommission unterstützt das Programm mit 107 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung. Neu werden kleine und kürzere Projekte ebenso wie die klassischen 3-Jahres-Projekte gefördert.

Fördermittel für Schweizer Akteure

Die Schweiz beteiligt sich seit seiner Gründung vor mehr als zwanzig Jahren am Alpenraumprogramm. Für die Periode 2014-2020 haben 44 Schweizer Partner 37 Projekte lanciert beziehungsweise daran mitgewirkt. Gefördert wurden Projekte zu so unterschiedlichen Themen wie die Schaffung transnationaler Wertschöpfungsketten, die Abstimmung von öffentlichem Verkehr und Fahrgemeinschaften oder die alpine Esskultur.

Die Schweiz beteiligt sich im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) am Programm. Der Bund unterstützt Projekte mit Schweizer Akteuren mit Mitteln aus dem Fonds für Regionalentwicklung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO. Voraussetzung für eine finanzielle Beteiligung ist, dass das Projekt mit den Zielen der NRP übereinstimmt.

Interreg im europäischen und schweizerischen Kontext
1990 lancierte die Europäische Union Interreg-Programme, um die Integration im europäischen Raum und eine ausgewogene Entwicklung über die Landesgrenzen hinweg zu fördern. Die Programme wurden seither laufend weiterentwickelt und sind Bestandteil der Europäischen Regionalpolitik. Die Schweiz war von Anfang an dabei und beteiligt sich an zahlreichen grenzüberschreitenden (Interreg A), transnationalen (Interreg B) und interregionalen (Interreg Europe, ESPON, URBACT) Projekten. Verantwortlich für die schweizerische Beteiligung an Interreg-B-Programmen, an ESPON und URBACT ist das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE). Zudem vertritt es die Schweiz in der Makroregionalen Strategie für die Alpen (EUSALP).


Adresse für Rückfragen

Sébastien Rieben, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Sektion Internationales, Bundesamt für Raumentwicklung ARE
058 462 40 78, sebastien.rieben@are.admin.ch



Herausgeber

Bundesamt für Raumentwicklung
http://www.are.admin.ch

Staatssekretariat für Wirtschaft
http://www.seco.admin.ch

https://www.admin.ch/content/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-85977.html