Bundesrat verabschiedet Bericht zu klimafreundlichem Finanzmarkt

Bern, 17.11.2021 - Das Parlament hat den Bundesrat beauftragt, in einem Bericht Massnahmen aufzuzeigen, wie die Schweiz ihre Finanzmittelflüsse klimaverträglich ausrichten kann. An seiner Sitzung vom 17. November 2021 hat er diesen Bericht gutgeheissen. Besonders klimawirksam sind Massnahmen, welche die klimaverträgliche Ausrichtung der Investitionen explizit beinhalten, wie Branchenvereinbarungen zwischen Finanzbranchen und dem Bund. Weiter kann mehr Transparenz bezüglich klimaschädigenden und -freundlichen Investitionen indirekt eine positive Klimawirkung erzielen, da sie zu besser informierten Investitionsentscheiden führt.

Die Schweiz hat sich mit der Ratifikation des Übereinkommens von Paris zum Ziel bekannt, die Finanzflüsse klimaverträglich auszurichten. Sie will gemäss Bundesrat ein führender Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen werden. Der Bericht in Erfüllung des Postulats der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (19.3966) liefert einen systematischen Überblick möglicher Massnahmen, um die Investitionen des Schweizer Finanzmarkts auf das Klimaziel auszurichten. Die Massnahmen werden daran gemessen, wie gut sie eine Lenkung weg von klimaschädlichen Investitionen – z.B. in die Kohle- und Erdölförderung – hin zu klimafreundlichen Alternativen bewirken können.

Massnahmen mit direktem Klimaziel wirken

Die meisten untersuchten Massnahmen wirken lediglich indirekt darauf hin, die Finanzflüsse in eine klimaverträgliche Richtung zu lenken. Weil Branchenvereinbarungen zwischen dem Bund und den wichtigsten Finanzbranchen dieses Ziel explizit anstreben, haben sie grosses Potenzial. Sie könnten zudem den unterschiedlichen Ausgangslagen und Möglichkeiten der verschiedenen Finanzinstitute Rechnung tragen. Wichtig dabei ist eine regelmässige, vergleichbare Fortschrittsmessung, wie die bereits etablierten PACTA-Klimatests (siehe Kasten). Im Rahmen der aktuellen Vorhaben zum Vermeiden von Greenwashing bekräftigt der Bundesrat, auf Branchenvereinbarungen mit den Finanzmarktakteuren hinzuwirken.

Transparenz hilft bei Investitionsentscheiden

Eine höhere Transparenz kann ebenfalls indirekt zu klimaverträglichen Investitionen beitragen. Wenn Finanzinstitute die negativen oder positiven Auswirkungen von Investitionen auf das Klima sichtbar machen, führt dies zu besser informierten Investitionsentscheiden der Kundinnen und Kunden sowie von anderen Finanzinstituten. Um klimawirksam zu sein, sollten solche Transparenzmassnahmen möglichst vergleichbare Aussagen zulassen, in die Zukunft gerichtet und auf das zu erreichende Klimaziel abgestimmt sein. Die aktuellen Bestrebungen des Bundesrats zielen ebenfalls in diese Richtung.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 17. November 2021 beschlossen, Transparenzmassnahmen zur Vermeidung von Greenwashing weiterzuverfolgen und den Abschluss von Branchenvereinbarungen mit den Finanzmarktakteuren gemäss dem Beschluss des Bundesrats vom 26. Juni 2019 anzustreben.

Kasten: Regelmässiger Klimatest für den Schweizer Finanzmarkt

Eine wichtige Grundlage des Berichts bildet der freiwillige PACTA-Klimatest für Finanzinstitute. PACTA steht für «Paris Agreement Capital Transition Assessment», das ist ein international abgestimmtes Testmodell. Zuletzt hat sich 2020 der gesamte Schweizer Finanzmarkt auf Initiative des Bundesamts für Umwelt BAFU und in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF auf Klimaverträglichkeit testen lassen. Der Klimatest hat gezeigt, dass es noch mehr konkreter Massnahmen der Finanzbranche bedarf, damit der Finanzplatz seinen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet. Der nächste freiwillige PACTA-Klimatest wird im Frühjahr 2022 lanciert.


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