Kompensationsplanung für den Ceneri-Basistunnel: Einsparungen von bis zu 55 Millionen Franken möglich

Bern, 28.11.2006 - Das Bundesamt für Verkehr hat die im Januar 2006 ausgelöste Kompensationsplanung für den Ceneri-Basistunnel (CBT) abgeschlossen. Es kommt in einem Bericht zum Schluss, dass Einsparungen im Umfang von 35 bis 55 Millionen Franken möglich sind. Die AlpTransit Gotthard AG (ATG) wurde mit der Umsetzung der Kompensationen beauftragt.

Der Verwaltungsrat der ATG genehmigte am 7. Dezember 2005 das Bauprojekt 'Rohbau Ceneri-Basistunnel'. Weil die erwarteten Kosten seit dem Bundesratsentscheid vom 15. Juni 2005 um 174 Millionen Franken gestiegen waren, sistierte der Verwaltungsrat auf Intervention des BAV das Bauprojekt und leitete eine vertiefte Kompensationsplanung ein.

Parallel zur Planung der ATG untersuchte auch das BAV das Bauprojekt und später auch die Kompensationsplanung der ATG. Zu den Aspekten Sicherheitstechnik, Bautechnik und Marktverhalten wurde das BAV durch bestehende NEAT-Organe und weitere Experten unterstützt. Die SBB als zukünftige Betreiberin der Gotthard-Basislinie wurde ebenfalls in die Arbeiten einbezogen.

Im Rahmen Kompensationsplanung 'Rohbau Ceneri-Basistunnel' wurden 47 Massnahmen geprüft. Darunter sind sowohl strategische Entscheide zur Linienführung, zum Tunnelsystem (ein oder zwei Röhren) und zu Sicherheitsstandards, als auch Massnahmen mit punktuellen Reduktionen betreffend Sicherheit, Funktionalität oder Nutzungsdauer enthalten.

Das BAV kam als Resultat der umfassenden Prüfung zum Schluss, dass eine vollständige Kompensation der Mehrkosten nicht möglich ist, ohne unverantwortbare Einbussen in der Sicherheit, der Funktionalität oder der Nutzungsdauer des Bauwerks in Kauf zu nehmen. Insgesamt können mit den getroffenen Massnahmen zwischen 35 und 55 Millionen Franken eingespart werden. Das BAV hat die ATG beauftragt, die beschlossenen Kompensationen umzusetzen und die Projektierung und Realisierung des CBT weiterzuführen.

Die parallel zum Kompensationsprozess im Auftrag des BAV durchgeführte Marktstudie hat ergeben, dass mittelfristig mit konstanten bis leicht sinkenden Preisen im Tunnelbau zu rechnen ist.

Die wichtigsten Resultate der Prüfung sind:

  • Die Bundesratsbeschlüsse betreffend die Realisierung des Ceneri bilden weiterhin die Projektbasis. Dies betrifft namentlich die Linienführung, das Tunnelsystem und die nicht etappierte Realisierung.

  • Umgesetzt wird eine Reduktion des Baustandards und der Betonqualität im Sondier- und Fensterstollen Sigirino und im Tunnel bei günstigen geologischen Verhältnissen.

  • Möglichkeiten einer Reduktion der risikomindernden Massnahmen (Bauplatzversicherung und Erfüllungsgarantie) werden geprüft.

  • Festgehalten wird am vereinbarten Sicherheitsstandard mit einer Ereignislüftung und einem Querschlagabstand von 325 Metern.

  • Festgehalten wird an den  geplanten Anschlussbauwerken für eine spätere Fortsetzung der NEAT in Nord- und Südrichtung mit unveränderter Linienführung in Vigana/Camorino sowie dem Verzweigungsbauwerk Saré.


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Bundesamt für Verkehr, Public Affairs, 031 322 36 43



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Letzte Änderung 20.04.2018

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