Erdbeben in Haiti: Die Schweiz beendet ihre Soforthilfe und beteiligt sich am Wiederaufbau

Bern, 10.09.2021 - Der Soforteinsatz des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) in Haiti nach dem Erdbeben vom 14. August 2021 ist beendet. Zu den vor Ort durchgeführten Massnahmen gehörten die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, die Bereitstellung von Hilfsgütern und die Durchführung statischer Gutachten, um das Risiko von Gebäudeeinstürzen auszuschliessen. Insgesamt profitierten über 20’000 Menschen von der Nothilfe der Schweiz. Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, die seit vielen Jahren in Haiti präsent ist, übernimmt die Aktivitäten und unterstützt weiterhin langfristige Projekte.

Nach dem Erdbeben, das die Karibikinsel am 14. August 2021 erschütterte, reagierte die Schweiz umgehend und leitete eine Hilfsaktion ein. Zusätzlich zu den aus Bern entsandten Expertinnen und Experten des SKH, das beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) angesiedelt ist, konnte die Botschaft in Port-au-Prince dank eines Projektbüros im Süddepartement rasch ihr lokales Personal mobilisieren. Insgesamt waren rund zwanzig Personen im Einsatz, die eng mit den nationalen und lokalen Behörden zusammenarbeiteten, um die betroffenen Menschen in Haiti zu unterstützen.

Trinkwasser, Notunterkünfte und Gebäudesicherheit

Während dreier Wochen arbeiteten die Schweizer Fachleute an der Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung. Sie stellten in mehreren Ortschaften der Insel Wassertanks für 10’000 Personen auf, Tanklastwagen stellten Wasserlieferungen an verschiedene Standorte sicher. Gleichzeitig begutachteten Ingenieure des SKH die Schäden an zahlreichen öffentlichen Gebäuden (Schulen, Kirchen, Einrichtungen örtlicher Körperschaften), um mögliche Einsturzrisiken zu eruieren.

Die bereits in Port-Salut, im Westen des Landes, anwesenden Mitarbeitenden der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des EDA übergaben den Gemeindebehörden von Port-Salut, Port-à-Piment und Chardonnières über 2700 Blachen aus dem DEZA-Bestand. Das Material war zuvor für Notfälle vorsorglich eingelagert worden. Mit den Hilfsmassnahmen konnten über 20’000 Menschen unterstützt werden.

Insgesamt hat die Schweiz nach dem Erdbeben vier Millionen Franken für die Hilfsaktion bereitgestellt (eine Million als Soforthilfe und drei Millionen für die Anpassung laufender DEZA-Programme). Davon wurden 500’000 Franken dazu verwendet, um den Aufrufen der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und der UNO Folge zu leisten. Ausserdem hat die DEZA der UNDAC-Mission in Haiti (United Nations Disaster Assessment and Coordination) zwei Experten zur Verfügung gestellt.

Beitrag zum langfristigen Wiederaufbau

Das Ende des Nothilfeeinsatzes des SKH bedeutet nicht, dass die Schweiz ihre Unterstützung in Haiti einstellt. Der Karibikstaat ist ein Schwerpunktland der DEZA. Die Entwicklungszusammenarbeit führt die Aktivitäten nach Abschluss der Soforthilfephase weiter. Laufende Projekte werden angepasst, um auf die neuen Bedürfnisse aufgrund des Erdbebens eingehen zu können. Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz wird langfristige Projekte unterstützen, die gemeinsam mit der Bevölkerung und lokalen Akteuren durchgeführt werden. Sie engagiert sich ab sofort im Rahmen einer nachhaltigen und partizipativen Finanzierung für den Wiederaufbau von Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
 
Nach dem Hurrikan Matthew, der 2016 über Haiti fegte, unterstützte die DEZA den Bau von 320 Häusern mit lokalen Materialien und Bauweisen. Alle diese Häuser haben das Erdbeben vom August 2021 überstanden und 1600 Menschen das Leben gerettet. Die vier Kollektivschutzräume, die in der Zwischenzeit gebaut worden waren, boten 1000 Menschen Schutz. Die DEZA will diese Techniken für erdbebensicheres Bauen in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren grossflächig zum Einsatz bringen.


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