Vernehmlassung über Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur im Frühling 2007

Bern, 23.11.2006 - Die Vorlage über die Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) wird gegenwärtig vom Bundesamt für Verkehr (BAV) in Zusammenarbeit mit der SBB AG vorbereitet und soll im 1. Quartal 2007 in die Vernehmlassung gehen. Als Gesamtschau über alle Investitionen in die Bahninfrastruktur soll sie wie vom Parlament verlangt, noch vor Ende 2007 vom Bundesrat verabschiedet werden. Am Donnerstag wurde die Konferenz der kantonalen Delegierten des öffentlichen Verkehrs (KöV) im Rahmen der „Fachtagung 2006“ in Basel über den Zwischenstand informiert.

Aufbauend auf die übrigen Grossprojekte entwickelt ZEB die Infrastruktur des Schienenverkehrs in der Schweiz weiter. Finanziert wird ZEB über den 1998 vom Schweizer Volk bewilligten Fonds für Bahngrossprojekte (FinöV); dieser Fonds stellt die Finanzierung der laufenden vier Bahngrossprojekte (Neat, Bahn 2000, Lärmschutz und Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz) sicher. Der FinöV-Fonds umfasst ein Volumen von 30,5 Mrd. Franken (Preisstand 1995).

Wie bereits im vergangenen April kommuniziert, sind für das Angebot von ZEB Investitionen im Umfang von rund fünf Milliarden Franken (Preisstand 2005) nötig. Es Kernangebot dient der weiteren Entwicklung des Bahnverkehrs in der Schweiz. Um das Angebot weiter zu verbessern, werden sogenannte Erweiterungsoptionen ge-prüft, die aber nach gegenwärtigem Erkenntnisstand nicht finanziert sind.

ZEB bringt der gesamten Schweiz einen Zusatznutzen. Stichworte dazu sind weitere Vollknoten in verschiedenen Landesteilen, Beschleunigung von bis zu 30 Minuten zwischen der Ost- und der Westschweiz, bessere Verbindungen auf den Nord–Süd-Achsen sowie genügend Kapazität für den Güterverkehr und Beschleunigung im Binnengüterverkehr.

Planung auf Kurs

In mehreren Optimierungsschritten wurde  das im April 2006 präsentierte ZEB-Angebot in den letzten Monaten markant verbessert, ohne das Budget auszuweiten. Nach den Optimierungsschritten enthält das Angebotskonzept mit Gesamtkosten von rund 5 Mrd. auch die Investitionsbeträge für Begleitaufwendungen wie Energie, Lärmschutz und Abstellanlagen für Züge. Gemeinsam mit den Kantonen haben BAV und SBB zudem vier Erweiterungsoptionen zum Kernangebot weiter vertieft. 

Nachfolgend die wichtigsten Verbesserungen des Angebots ZEB im Überblick:

Personenfernverkehr:

  • Bessere Anschlussknoten in: Lausanne, Biel, Interlaken Ost, Genf, Luzern, St. Gallen (neben den bestehenden Anschlussknoten in Bern, Basel und Zürich sowie Visp, das mit der Eröffnung des Lötschbergbasistunnel Ende 2007 zum Knoten aufgewertet wird).
  • Mehr Züge auf folgenden Strecken: Lausanne–Fribourg–Bern, Bern–Zürich, Yverdon–Biel, Biel–Olten–Zürich, Zürich–Winterthur–St. Gallen sowie auf der Gotthard-Achse Verdichtungen zum ½-h Takt an Wochenenden und zu Spitzenzeiten.
  • Kürzere Fahrtzeiten zwischen: Lausanne–Bern, Lausanne–Visp, Biel–Olten–Zürich, Zürich–St. Gallen, Basel–Luzern/Zürich.

Güterverkehr (gegenüber April unverändert):

  • Kapazitätssteigerung auf der Nord–Süd-Achse, 260 Gütertrassen via Gotthard-Basistunnel. Nutzung des nachfragebedingt geringeren Trassenbedarfs im Transitgüterverkehr am Wochenende für Verdichtungen im Fernverkehrsangebot.
  • Qualitätssteigerungen zur Sicherung der Konkurrenzfähigkeit im  Binnenverkehr: Beschleunigung der Gütertrassen West–Ost (Lausanne Triage–Rangierbahnhof Limmattal).
  • Erhöhung der Import–Export-Kapazität (von Basel in den Ran-gierbahnhof Limmattal).

ZEB wird drohende gravierende Engpässe auf dem Schienennetz eliminieren, was Angebotsausbauten ermöglicht, von denen alle Landesteile profitierten werden. ZEB wurde gemeinsam mit den Verantwortlichen des Güterverkehrs entwickelt und stellt auch die notwendigen Kapazitäten für die Umsetzung der Verlagerungspolitik zur Verfügung. ZEB schafft die Rahmenbedingen, damit der öffentliche Verkehr in den kommenden Jahrzehnten den Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung und der Transportkapazität der Wirtschaft gerecht wird. Mit ZEB werden die Bahnen – ge-meinsam mit den Kantonen – das Verkehrsangebot in den Agglomerationen und Re-gionen stabil und langfristig planen können.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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