Evakuierung aus Kabul: EDA organisiert Charterflug nach Usbekistan und unterstützt Luftbrücke für Ausreise aus Afghanistan

Bern, 20.08.2021 - Am 21. August 2021 wird ein Flugzeug der SWISS in die usbekische Hauptstadt Taschkent fliegen, um dort Menschen abzuholen, die zuvor aus Kabul evakuiert wurden. Das Flugzeug wird Schweizer Staatsangehörige und Personen aus verschiedenen Ländern nach Europa bringen. Das EDA unterstützt mit diesem Flug die Luftbrücke der internationalen Partnerstaaten, die die Ausreise aus Afghanistan möglich macht. Bundesrat Ignazio Cassis hat am 19. August 2021 in einem Telefongespräch mit seinem usbekischen Amtskollegen Abdulaziz Kamilov erreichen können, dass verschiedene logistische Probleme für den Charterflug beseitigt werden, und hat ihm für die Unterstützung Usbekistans bei den Evakuierungsanstrengungen aus Afghanistan gedankt. In diesem Charterflug werden rund 1,3 Millionen Masken zum Schutz vor Covid-19 nach Taschkent gebracht und Usbekistan geschenkt.

Wer nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan Kabul verlassen will, kann dies aktuell grundsätzlich nur über den Flughafen tun. Der Flughafen selbst wird von der US-Armee kontrolliert, doch der Weg von der afghanischen Hauptstadt zum Flughafen ist unsicher und der Zutritt zum Flughafengebäude schwierig. Ausreisewillige Personen werden am Flughafen nur zu den Gates gebracht, wenn es dort Platz in den deutschen Militärflugzeugen nach Taschkent gibt. Parallel dazu werden militärische Lufttransporte auch zu anderen Destinationen durchgeführt.

Die usbekische Hauptstadt erhält unter diesen Umständen eine zentrale Rolle: Personen, die aus Kabul eingeflogen werden, müssen rasch weiterfliegen können, damit in Taschkent Platz für neue militärische Flugzeuge aus Kabul frei wird. Deshalb schickt das EDA am Samstag ein Flugzeug der SWISS mit rund 300 Sitzplätzen nach Taschkent. Auch medizinisches Personal wird in die usbekische Hauptstadt fliegen. Mit diesem Charterflug leistet die Schweiz im Sinne eines «burden sharings» einen konkreten Beitrag an die Evakuierungsanstrengungen der internationalen Gemeinschaft. In diesem Rahmen konnten bislang 14 Schweizer Staatsangehörige dank Flügen, die Deutschland und die USA durchgeführt hatten, in die Schweiz gelangen. Die Schweiz arbeitet eng mit Partnerstaaten, um die Evakuierungsanstrengungen zu koordinieren.

Bundesrat Ignazio Cassis hat in einem Telefongespräch dem usbekischen Aussenminister Abdulaziz Kamilov für die Unterstützung Usbekistans bei der Evakuierung aus Kabul gedankt. Bei diesem Kontakt konnte er mit seinem Amtskollegen Lösungen für verschiedene logistische Probleme am Flughafen Taschkent besprechen, so dass der Charterflug der SWISS am 21. August 2021 durchgeführt werden kann. Die Schweizer Botschaft in Taschkent stellt eine Präsenz am Flughafen sicher.

Das Flugzeug der SWISS wird von Zürich aus Schutzmaterial gegen Covid-19 nach Taschkent bringen. Die rund 1,3 Millionen Medizinalmasken werden von der Armeeapotheke zur Verfügung gestellt. Aussenminister Kamilov hat Bundesrat Cassis für diese humanitäre Lieferung gedankt.

EDA mit Schweizer Staatsangehörigen in Kontakt
Das EDA arbeitet weiterhin mit Hockdruck daran, sein Lokalpersonal, Schweizer Staatsangehörige und Personen mit engem Bezug zur Schweiz aus Afghanistan zu evakuieren. Die Schweizer Botschaft in Islamabad, die im konsularischen Bereich für Afghanistan zuständig ist, ist mit den mittlerweile rund 35 Schweizer Staatsangehörigen in regelmässigem Kontakt, welche sich noch in Afghanistan aufhalten. Diese Zahl hat sich erhöht, weil sich im Verlaufe der letzten Tage weitere Schweizer Staatsangehörige bei der Botschaft in Islamabad gemeldet haben.

Das EDA wird bei seinen Anstrengungen vom VBS auf der Grundlage des Entscheids des Bundesrates vom 15. August unterstützt. Ein Detachement des EDA mit Spezialisten der Armee flog am 17. August nach Taschkent und arbeitet mit der Schweizer Botschaft und Partnern vor Ort zusammen. Am gleichen Tag reisten ein Mitarbeiter des EDA mit einem Teil des Armee-Detachements nach Kabul weiter. Im vom US-Militär gesicherten Teil des Flughafens unterstützen die Spezialisten die Vorbereitungsarbeiten für die Evakuierung. Vor Ort stellen sie unter anderem den Kontakt mit internationalen Partnern und Organisationen sicher.

Das EDA ist sehr besorgt über die gravierende Sicherheitslage in Afghanistan. Es ruft alle involvierten Akteure mit Nachdruck dazu auf, sich an das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu halten. Afghanische und ausländische Bürgerinnen und Bürger, die ausreisen wollen, müssen dies frei und ungehindert tun können; insbesondere der Zugang zum Flughafen Kabul muss sicher und diskriminierungsfrei gewährleistet sein.

Die Schweiz engagiert sich seit vielen Jahren in Afghanistan mit einem DEZA-Programm. Auch international unterstützt sie die Bemühungen für Frieden und Sicherheit in Afghanistan – so nimmt die Schweiz an den Treffen der Internationalen Contact Group on Afghanistan (ICG) teil und war 2018 und 2020 Austragungsort der grossen Geberkonferenz für Afghanistan in Genf.

Die Schweiz ist bereit sich auch in der aktuellen Situation weiter zu engagieren. Sie prüft Möglichkeiten zur humanitären Hilfe und steht mit ihren guten Diensten zur Verfügung, falls dies von allen involvierten Akteuren gewünscht wird.


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