Energieeffiziente Gebäude fördern auch die Arbeits-Produktivität

Bern, 23.11.2006 - Der grosse, positive Zusatz-Nutzen von energietechnischen Massnahmen in Wirtschaftsgebäuden auf die Arbeits-Produktivität wird von den Investoren zu wenig beachtet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamts für Energie im Rahmen des Forschungsprogramms Energiewirtschaftliche Grundlagen.

Neubau und Instandsetzung und Erneuerung bestehender Gebäude erfolgen heute meist mit dem Ziel, die Investitionskosten möglichst gering zu halten. Diese Minimierung der Investitionskosten steht aber meist in Konflikt mit der Minimierung der Lebenszykluskosten und damit der energieeffizienten Massnahmen.

Bei Nutzbauten wie Büro- oder Gewerbegebäuden können sowohl bei Neubauten als auch bei bestehenden Gebäuden das Komfortniveau, der Brennstoffbedarf und der gebäudebezogene Elektrizitätsbedarf durch geeignete Massnahmen erheblich verbessert oder vermindert werden. Für eine markante Reduktion des gesamten Strombedarfs muss dabei auch der Elektrizitätsverbrauch der Bürogeräte einbezogen werden. Die grössten Auswirkungen auf die Jahresenergiekosten haben Installationen zur Erhöhung des Komforts (aktive Kühlung, Lüftung) oder grundsätzliche architektonische Entscheide (z.B. Fassadentyp, architektonisches Design).

Bei den Investitionsentscheiden zu energieeffizienten Massnahmen wird deren positiver Zusatz-Nutzen jedoch viel zuwenig beachtet. Vergleicht man die jährlichen Vollkosten der energierelevanten Bauteile und Anlagen (50 bis 100 CHF/m2 pro Jahr) mit den gesamten Kapital- und Betriebskosten (300 bis 400 CHF/m2 pro Jahr) und den Personalkosten (5000 bis 10’000 CHF/m2 pro Jahr), zeigt sich, dass hier am falschen Ort gespart wird. Wenn die in den Wirtschaftsgebäuden arbeitenden Menschen durch überhitzte oder unterkühlte Räume oder unzureichende Luftqualität leiden hat dies einen direkten Einfluss auf die Arbeits-Produktivität und damit auf die grösste Kostenstelle.

Die Studie „Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen und optimierter Gebäudetechnik bei Wirtschaftsbauten“(1) liefert aktuelle Erkenntnisse zu den Kosten von Energieeffizienz-Massnahmen für die wichtigsten Kategorien von Wirtschaftsbauten und gibt Handlungsempfehlungen zuhanden der relevanten Akteure wie Investoren und Planer von Neubauten, Betreiber und Besitzer von bestehenden Gebäuden, sowie zuhanden der Baubranche im Bereich Gebäudehülle und Gebäudetechnik sowie der energietechnischen und  wirtschaftlichen Forschung.

(1) Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen und optimierter Gebäudetechnik bei Wirtschaftsbauten, November 2006
Centre for Energy Policy and Economics (CEPE), ETH Zürich: M. Jakob (Projektleitung), E. Jochem, A. Ott; Amstein + Walthert, Zürich: U.P. Menti, A. Baumgartner; Zentrum für interdisziplinäre Gebäudetechnik, HTA Luzern, Horw: I. Plüss; eTeam, Zürich: S. Gasser


Adresse für Rückfragen

Lukas Gutzwiller, Leiter Forschungsprogramm Energiewirtschaftliche Grundlagen BFE, Tel. 031 322 56 79



Herausgeber

Bundesamt für Energie
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Letzte Änderung 20.04.2018

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