Hochrangiges Treffen anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen

Bern, 21.09.2020 - New York, 21.09.2020 - Rede (Videobotschaft) von Bundesrat Ignazio Cassis anlässlich der 75. Tagung der UN-Generalversammlung - Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Präsident der Generalversammlung,
Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
Exzellenzen,

Vor fünfundsiebzig Jahren war die Welt in Leid und Schrecken.  Die Charta der Vereinten Nationen setzte das ehrgeizige Ziel, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit auf der Grundlage einer Weltordnung zu erhalten, die auf Dialog und gemeinsamen Regeln beruht.

Seit der Gründung der Organisation vor 75 Jahren sind wir weit gekommen. Humanitäre Hilfe, die Achtung der Menschenrechte, Friedensoperationen und die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben das Leben unzähliger Menschen auf der ganzen Welt gerettet und verbessert. Wir dürfen uns jedoch nicht auf den Errungenschaften der Vergangenheit ausruhen. Gewisse Herausforderungen sind gleichgeblieben: Hunger, Konflikte, Ungleichheiten, Menschenrechtsverletzungen. Gleichzeitig sehen wir uns heute mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Klimawandel, die digitale Revolution, neue geopolitische Machtverhältnisse. Zu diesen Herausforderungen kommen globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie hinzu, die zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Staaten heute genauso wichtig ist wie vor 75 Jahren.

Mit der Agenda 2030 haben wir einen gemeinsamen Aktionsrahmen für unsere Bemühungen auf nationaler und internationaler Ebene. Dieser Rahmen umfasst auch Aspekte im Zusammenhang mit Rechtsstaatlichkeit und Regierungsführung, die von grundlegender Bedeutung für nachhaltige Entwicklung und Frieden sind.

Die Welt verändert sich. Das müssen auch unsere Institutionen tun.  Die UNO ist stark, wenn sie bereit ist, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Alle ihre Mitglieder müssen ihren Teil dazu beitragen. Die Schweiz setzt sich entsprechend für die vom Generalsekretär eingeleiteten Reformen ein, welche die Organisation effizienter und wirksamer machen.

Als Gastgeberstaat sind wir stolz darauf, den europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen zu beherbergen, und wir schätzen die Arbeit, die das internationale Genf jeden Tag für Frieden und Wohlstand in der Welt leistet. Wir haben uns verpflichtet, Expertinnen und Experten in Genf zusammenzubringen, um uns den künftigen Herausforderungen im Zusammenhang mit den neuen Technologien zu stellen. Wir streben nach den besten Synergien zwischen Wissenschaft und Diplomatie für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung von Völkern und Staaten. Die Schweiz hat viel zu bieten und ist bereit, dies auch im UNO-Sicherheitsrat zu tun.

Sehr verehrte Damen und Herren.

Die auf Regeln basierende internationale Ordnung wird manchmal in Frage gestellt. Einzelpersonen und Gemeinschaften geben oft dem Wunsch nach, Gewalt statt Vernunft walten zu lassen. Die multilaterale Ordnung innerhalb der UNO muss gemeinsam wirksame Massnahmen ergreifen, um Bedrohungen des Friedens vorzubeugen und zu beseitigen. Das Ziel muss sein, jeden Akt der Aggression und Friedensbruch zu verhindern. Die Schweiz engagiert sich für das Völkerrecht. Wir brauchen ein starkes, gut funktionierendes System der Vereinten Nationen, das in der Lage ist, den Herausforderungen unserer Zeit wirksam zu begegnen. Wir müssen es immer wieder betonen: Der Multilateralismus ist zentral!

Vielen Dank.


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