Bruttoinlandprodukt im 4. Quartal 2019: Konjunkturverlangsamung bestätigt

Bern, 03.03.2020 - Das BIP der Schweiz wuchs im 4. Quartal 2019 um 0,3 %, nach 0,4 % im Vorquartal.* Die exportorientierte Industrie schwächte sich ab, während die Binnenwirtschaft das Wachstum stützte. Damit folgte die Schweiz der internationalen Entwicklung. Für das Gesamtjahr 2019 resultiert ein BIP-Wachstum von 0,9 %.

Im verarbeitenden Gewerbe (−0,0 %) stagnierte die Wertschöpfung nach vier Quartalen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum. Das ungünstige internationale Umfeld lastet weiterhin auf den konjunktursensitiven Industriebranchen wie jener der Maschinen und der Metalle, deren Umsätze erneut zurückgingen. Die Chemie-Pharma stützte das gesamtwirtschaftliche Wachstum, konnte aber nicht ganz an die dynamische Entwicklung der Vorquartale anknüpfen. Die Warenexporte** (−0,5 %) gingen leicht zurück. Gleichzeitig sanken auch die Warenimporte** (−2,7 %) deutlich.

Im Zuge der internationalen Entwicklung sanken die konjunktursensitiveren Investitionen in Maschinen und in elektrische Ausrüstungen; insgesamt investierten die Unternehmen zögerlich in ihre Produktionskapazitäten. Aufgrund der sehr volatilen Investitionen in Luftfahrzeuge resultierte bei den Ausrüstungsinvestitionen (+2,4 %) dennoch ein Plus. Die Bauinvestitionen (+0,4 %) entwickelten sich positiv, ebenso die Wertschöpfung im Baugewerbe (+0,9 %). Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte (+0,4 %) und des Staates (+0,5 %) stiegen in der Summe etwas stärker als im Vorquartal, gestützt u. a. durch den Rückgang der Konsumentenpreise. Die Inlandnachfrage wuchs insgesamt moderat.

Davon profitierten auch die meisten Dienstleistungsbranchen. So registrierte der Handel (+1,2 %) ein starkes Wachstum, getragen insbesondere vom Verkauf von Automobilen. Auch die gewichtige Branche der unternehmensnahen Dienstleistungen (+0,2 %) fand nach zwei negativen Quartalen zu einem leichten Plus zurück. Darüber hinaus wirkten die öffentliche Verwaltung (+0,5 %) und der Gesundheitssektor (+0,5 %) stützend. In den Branchen Transport- und Kommunikation (−0,3 %) sowie Finanz (−0,4 %) setzte sich dagegen die durchwachsene Entwicklung der Vorquartale fort; gebremst wurden beide Sektoren auch vom Auslandgeschäft. Insgesamt wuchsen die Dienstleistungsexporte etwa durchschnittlich (+0,8 %), während die Dienstleistungsimporte zurückgingen (−1,8 %).

Erste Ergebnisse für das Jahr 2019
Für das Jahr 2019 resultiert eine provisorische Wachstumsrate des realen BIP von 0,9 % (2018: 2,8 %). Sporteventbereinigt beläuft sich das Wachstum auf 1,4 % (2018: 2,3 %). Damit wuchs die Schweizer Wirtschaft ähnlich verhalten wie in den Jahren 2015 und 2016.

Das verarbeitende Gewerbe erwies sich wie im Vorjahr als die stärkste Wachstumsstütze, wenn auch bei einer beträchtlichen Heterogenität zwischen den einzelnen Industriebranchen. Der Dienstleistungssektor trug ebenfalls zum BIP-Wachstum bei; sein Wachstum schwächte sich gegenüber 2018 aber ab. Auf der Verwendungsseite stützten sowohl der Aussenhandel als auch die Binnennachfrage das Wachstum.

* Reale Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal. Daten und weitere Informationen: www.seco.admin.ch/bip.
** Ohne Wertsachen.


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