Das Kulturengagement der DEZA schafft Raum für Dialog in fragilen Kontexten

Bern, 27.02.2020 - Ist eine Region durch einen Konflikt geprägt oder eine Gesellschaft dadurch gespalten, können Kunst und Kultur vielfach Brücken bauen und den Austausch zwischen Konfliktgruppen erleichtern. Kunstschaffende stehen zudem namentlich in konfliktgeprägten Regionen unter Druck. Die internationale «Art at Risk» Konferenz vom 27.- 29. Februar in Zürich thematisiert dieses Spannungsfeld. Die DEZA unterstützt diese Konferenz, um das Potential von Kunst in fragilen Kontexten auszuleuchten und auf die Risiken für Kulturschaffende aufmerksam zu machen.

Im Jahr 2019 gab es weltweit Hunderte dokumentierter Verletzungen des Rechtes auf freien künstlerischen Ausdruck. Diese Verletzungen reichen von Zensur über Reisebeschränkung, Bedrohung, Verfolgung, Anklage, Festnahmen und Gefängnisstrafen bis hin zu Mord an Kulturschaffenden. Die meisten Fälle direkter körperlicher Gewalt ereigneten sich im globalen Süden. Hingegen trug sich die Mehrheit der Fälle von Zensur im globalen Norden zu. Die DEZA fördert in verschiedenen Ländern Projekte, um die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern in fragilen Kontexten zu unterstützen.

Kultur hilft Konflikte zu überwinden und Frieden zu fördern

Kultur und Kunst schaffen in Ländern mit Krisen und Konflikten Räume für einen friedlichen Dialog und gesellschaftliche Reflektion, die anderweitig nicht entstünden. Musik zum Beispiel kann Menschen aus Ländern zusammenbringen, die miteinander in Konflikt stehen; ein Film kann Sichtweisen transportieren, die in anderen Ländern sonst nicht direkt zugänglich sind; in Theaterstücken können Mitglieder verschiedener ethnischer Gruppen zusammen spielen. Auf diese Weise können Kunst und Kultur in gespaltenen Gesellschaften Brücken bauen und helfen, alte Konflikte zu verarbeiten und so die Gewaltspirale zu durchbrechen.

Die DEZA ist gemäss ihrem Mandat in fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen tätig. In diesen Ländern integriert sie oft kulturelle Projekte in ihre Programme. Beispielsweise das DEZA-Kulturprogramm in Nordafrika. Es hilft Sinn und Identität zu bilden und leistet somit einen Beitrag der Schweiz für die Eindämmung der Radikalisierung und für die Stabilität in der Region.

«In diesen Ländern hilft die Unterstützung einer lebendigen Kulturszene Frieden stiften. Wo Konflikte und fehlende Meinungsfreiheit das Leben der Menschen prägen, geben Kunst und kulturelle Aktivitäten Raum für Normalität und die Aufarbeitung schwieriger Themen», brachte Christian Frutiger, Vize-Direktor der DEZA und Leiter des Bereichs Globale Zusammenarbeit, an der Konferenz «Art at Risk» die Rolle der Kunst in fragilen Kontexten auf den Punkt.

Langfristige Entwicklung und Demokratie sind das Ziel

Die Schweiz selbst vereinigt verschiedene Kulturen innerhalb ihrer Landesgrenzen. Sie weiss aus eigener Erfahrung, wie wertvoll die kulturelle und künstlerische Auseinandersetzung mit sozialen Gegensätzen für eine funktionierende Demokratie ist. Die Erhaltung der kulturellen Vielfalt ist deshalb Teil der Schweizer Politik im In- und Ausland.

Die DEZA integriert diesen Ansatz in ihre langfristigen Entwicklungs- und Gouvernanzprojekte. «Für eine funktionierende demokratische Gesellschaft braucht es neben Pressefreiheit auch eine freie Kunst- und Kulturszene. Sie kann besonders jungen Menschen helfen, vor Ort eine Perspektiven zu gewinnen und sich am öffentlichen Dialog zu beteiligen», so Christian Frutiger.

Die Konferenz «Art at Risk», die noch bis Samstag dauert, wird von der Schweizer Institution Artas Foundation in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der DEZA durchgeführt. Rund 150 Künstler, Vertreter von Organisationen für internationale Zusammenarbeit und künstlerisches Schaffen aus der ganzen Welt nehmen teil. Die interaktive Konferenz fördert den Austausch über Grenzen und Disziplinen hinweg und ermöglicht gegenseitiges Lernen.


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