Der Weltpostverein stützt in Genf das multilaterale System für weltweite Postsendungen

Biel/Bienne, 26.09.2019 - Der Weltpostverein hat am dritten ausserordentlichen Kongress in Genf per Konsens Anpassungen des Endkostenvergütungssystems für kleine Paketsendungen beschlossen. Postbetreiber im Empfängerland von Sendungen dürfen zukünftig die Höhe der Vergütung für die Endzustellung in einem gewissen Rahmen selber festlegen. Dank dieses Verhandlungsergebnisses werden die USA Teil des weltumspannenden Postnetzes bleiben.

Vom 24.-26. September 2019 fand in Genf der dritte ausserordentliche Kongress des Weltpostvereins statt. Er wurde einberufen, um Anpassungen am Endkostenvergütungssystem für kleine Pakete zu verhandeln und damit Bedenken verschiedener Mitgliedstaaten Rechnung zu tragen. So wurde im Lichte der zunehmenden Bedeutung von E-Commerce eine Modernisierung des geltenden Vergütungssystems für internationale Sendungen von kleinen Paketen diskutiert. Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins hatten zuvor dargelegt, dass sie keine kostendeckende Vergütung für die Auslieferung von im Ausland aufgegebenen Paketen erhielten. Vor diesem Hintergrund kündigten die USA ihre Mitgliedschaft im Weltpostverein im Jahr 2018 per Herbst 2019 auf. Die USA haben nun angekündigt, dass sie aufgrund des erzielten Verhandlungsergebnisses weiterhin Mitglied des Weltpostvereins bleiben werden.

Die Schweiz misst dem guten Funktionieren des weltumspannenden Postverkehrs eine sehr wichtige Rolle bei und setzte sich dafür ein, dass die Verhandlungen zur Anpassung des Vergütungssystems für internationale Versande bis zu 2 Kg so abgeschlossen werden können, dass der Weltpostverein seine Rolle weiterhin zu spielen vermag und der weltweite Postverkehr auch in diesem Bereich stabil und berechenbar funktioniert. Als Sitzstaat des Weltpostvereins hat die Schweiz die Organisation massgeblich in der Durchführung des Kongresses unterstützt und mit dem Internationalen Kongresszentrum in Genf einen neutralen Veranstaltungsort bereitstellen können, der es den Mitgliedstaaten ermöglichte die notwendigen Reformen konstruktiv zu diskutieren und dadurch den Weltpostverein als multilaterale Organisation zu stärken.

Die Schweizer Delegation am ausserordentlichen Kongress des Weltpostvereins wurde vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) geleitet und umfasste zudem Vertreterinnen und Vertreter des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und der Schweizerischen Post.

Das Endkostenvergütungssystem als Unterstützung der Entwicklungsländer

Das Endkostenvergütungssystem des internationalen Postsektors nahm seit seiner Schaffung Rücksicht auf den Entwicklungsstand wirtschaftlich benachteiligter Länder und sah vor, dass Sendungen aus weniger entwickelten Ländern im Ausland zu vergleichsweise günstigen Tarifen zugestellt wurden. Es bezweckte damit die Unterstützung der Postorganisationen in ärmeren Ländern, um die weltweite Versorgung mit Postdiensten zu fördern. Am Weltpostkongress 2016 in Istanbul wurden bereits Anpassungen am Vergütungssystem beschlossen. Mit den nun erfolgten Beschlüssen wird die Anpassung des Vergütungssystems weitergeführt und beschleunigt. Dieser Entscheid liegt auch im Interesse eines funktionierenden und ausgewogenen e-Commerce Handels, sowohl international als auch national.

Bern als Sitz des Weltpostvereins

Der Weltpostverein (UPU, Union Postale Universelle), eine 1874 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Bern, stellt das Funktionieren eines umfassenden Postnetzwerks auf physischer, finanzieller und elektronischer Ebene sicher, u.a. in dem er die Regeln für den internationalen Postverkehr festlegt und Empfehlungen zur Modernisierung von Produkten und Dienstleistungen gibt.


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