100 Jahre Multilateralismus: Bund, Kanton und Stadt Genf bekräftigen die Rolle Genfs als Zentrum für globale Gouvernanz

Bern, 16.09.2019 - Bundesrat Ignazio Cassis, der Genfer Regierungspräsident Antonio Hodgers und der Genfer Stadtpräsident Sami Kanaan haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, um die Bedeutung des internationalen Genf und dessen Rolle als Forum für Zukunftsthemen zu unterstreichen. Dadurch erneuern die Bundes-, Kantons- und Gemeindebehörden ihr Engagement zugunsten des Zentrums für globale Gouvernanz am Genfersee. Die Unterzeichnung fällt mit der Feier zu «100 Jahre Multilateralismus» in Genf zusammen und der Veröffentlichung eines Buches mit den wichtigsten diplomatischen Dokumenten der Schweiz zur Gründung des Völkerbundes vor 100 Jahren.

Der moderne Multilateralismus entstand 1919 mit der Gründung des Völkerbundes, der nach dem Ersten Weltkrieg im Versailler Vertrag verankert wurde. Mit seiner Niederlassung in Genf sowie der Gründung des Roten Kreuzes und anderer internationaler Organisationen in der Rhonestadt war der Grundstein für das internationale Genf gelegt.

«Die Geschichte lehrt uns, dass der zwischenstaatliche Dialog der einzige Weg ist, die grossen Tragödien zu vermeiden, die die Menschheit heimsuchen», sagte Bundesrat Ignazio Cassis bei der Unterzeichnung und erinnerte daran, dass die beharrliche Suche nach Konsens und die Achtung der Rechtsstaatlichkeit Teil der Schweizer DNA ist. Diese Markenzeichen der Schweiz und ihre Neutralität haben vor einem Jahrhundert dazu beigetragen, dass Genf als Sitz des Völkerbundes ausgewählt wurde.

Heute setzen sich 40 internationale Organisationen, die diplomatischen Vertretungen von 179 Staaten sowie Hunderte von NGO von Genf aus für eine sicherere und wohlhabendere Welt ein. Dabei werden sie vom Privatsektor und der Wissenschaft unterstützt. Die internationale Gemeinschaft, die über 43’000 Personen zählt, steuert einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsleistung der Genferseeregion bei; gemessen am Schweizer BIP sind es 1%. 

Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung erneuern die Bundes- und die Genfer Behörden ihr Engagement, das internationale Genf weiter zu festigen und auszubauen. «Um diese Zusammenarbeit zu unterstreichen, soll in Zukunft im Namen des Gaststaates mit einer einzigen Stimme gesprochen werden», erklärte Bundesrat Cassis bei der Unterzeichnung, zu der auch die neue Generaldirektorin des Büros der Vereinten Nationen in Genf, Tatiana Valovaya, eingeladen wurde.

Dadurch wird die Rolle von Genf als Forum für Zukunftsthemen gestärkt. Mit der Gründung der Geneva Science and Diplomacy Anticipator Foundation (GESDA) im Februar 2019 hatten der Bundesrat, der Kanton und die Stadt Genf einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Die Stiftung soll gesellschaftliche Phänomene antizipieren, welche durch die neuen Technologien ausgelöst werden. Wissenschaft und Diplomatie können somit mehr Synergien entwickeln.

Buchpräsentation: «Die Schweiz und die Konstruktion des Multilateralismus»

Nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung fand eine öffentliche Veranstaltung an der Universität Genf statt. Der Direktor der Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis), Sacha Zala, präsentierte ein neues Buch zum Thema «Die Schweiz und die Konstruktion des Multilateralismus», das viele historische Dokumente vereint. Bundesrat Ignazio Cassis hat dieses Buchprojekt lanciert,  um die Verankerung unseres Multilateralismus und unserer Gaststaatpolitik besser zu verstehen und das internationale Genf auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten.

Nach der Buchpräsentation nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, der Jugend, der Privatwirtschaft und der internationalen Organisationen an einer Debatte über die Zukunft des Multilateralismus teil.


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