Kampf gegen den Hunger: Die Schweiz erneuert ihren Beitrag an die Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung CGIAR

Bern, 13.09.2019 - Klimawandel, Bodenübernutzung und Wasserknappheit beeinträchtigen die landwirtschaftliche Produktion und Nahrungsmittelversorgung zunehmend. Weltweit leiden rund 820 Millionen Menschen an Hunger und Mangelernährung. An seiner Sitzung vom 13. September 2019 hat der Bundesrat beschlossen, der Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung (Consultative Group on International Agricultural Research, CGIAR) einen Beitrag von 33,1 Millionen Franken für den Zeitraum 2020–2021 zu gewähren. Mit diesem Beitrag, ihrer wissenschaftlichen Fachkompetenz und der Arbeit ihrer Hochschulen beteiligt sich die Schweiz an der Suche nach innovativen Lösungen für eine qualitativ gute Ernährung und eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen.

Trotz Fortschritten in der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung steigt seit 2015 die Zahl der Menschen, die nicht genügend zu essen haben, wieder an; 2018 waren es über 820 Millionen Menschen. Klimawandel, Bodenübernutzung und Wasserverknappung stellen die landwirtschaftliche Produktion, die wirtschaftliche Entwicklung, die Nahrungsmittelversorgung und die nachhaltige Entwicklung in zahlreichen Ländern vor grosse Probleme. Diese Themen betreffen auch die Schweiz direkt. Sie importiert 52 Prozent der konsumierten Nahrungsmittel, darunter auch alltägliche Lebensmittel wie Bananen, Reis oder Kaffee, aus Entwicklungsländern.

Um diese grossen Herausforderungen in der Ernährungssicherheit und der Beseitigung von Armut und Hunger bis 2030 (Ziel der Agenda 2030) zu bewältigen, unterstützt die Schweiz die landwirtschaftliche Forschung mit einem Beitrag an die Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung CGIAR.

Dank der Arbeit der CGIAR können landwirtschaftliche Erträge gesteigert werden. So erhalten Millionen von Menschen – vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen – Zugang zu reichhaltiger und vielfältiger Nahrung. Als Mitglied des Verwaltungsrats der CGIAR spielt die Schweiz eine wichtige Rolle bei institutionellen Reformen und der strategischen Ausrichtung der globalen Forschungspartnerschaft. Sie setzt sich vor allem dafür ein, dass die CGIAR-Forschung landwirtschaftliche Produktion durch ökologische Methoden stärkt, dadurch diversifizierte, umweltschonende Anbausysteme fördert und würdige Lebensbedingungen für Landwirtinnen und Landwirte schafft. Dies verbessert die Perspektiven der Menschen vor Ort und ist damit ein Beitrag zur Bekämpfung der Ursachen der irregulären Migration und Zwangsmigration.

Auf die Partnerschaft mit der CGIAR aufbauend werden verschiedene Forschungsprojekte durch wissenschaftliche Institutionen in der Schweiz durchgeführt. Dies stärkt hierzulande die Fachkompetenz und Innovation der landwirtschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet. Derzeit arbeiten Forschungsteams der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der CGIAR gemeinsam an einem Projekt für einen verbesserten Wirtschaftskreislauf zwischen Stadt und Land. Landwirtinnen und Landwirte erhalten Zugang zu organischem Dünger, der mit städtischen Abfällen produziert wurde, und können dadurch die Produktion für die städtische Bevölkerung steigern. Damit wird gleichzeitig ein Teil der Probleme im Bereich der Siedlungshygiene gelöst.

Die CGIAR, ein internationaler Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Forschungszentren, ist in über 80 Ländern tätig. Gemeinsam mit lokalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt sie jedes Jahr eine Vielzahl von innovativen Lösungen für sehr arme Landwirtinnen und Landwirte. Zudem erhalten Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Welt Zugang zu Genbanken der wichtigsten Nutzpflanzen, die die CGIAR pflegt und erhält. Die CGIAR gehört zu den fünfzehn prioritären Organisationen der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz. Der Bundesrat hat für 2020 und 2021 einen allgemeinen Beitrag von 16,55 Millionen Franken pro Jahr, d.h. 33,1 Millionen Franken für zwei Jahre, bewilligt.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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