Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose: Die Schweiz verstärkt ihr Engagement

Bern, 21.08.2019 - Jedes Jahr sterben 2,5 Millionen Menschen an Aids, Malaria oder Tuberkulose, hauptsächlich in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. An seiner Sitzung vom 21. August 2019 genehmigte der Bundesrat einen Beitrag von 64 Millionen Franken an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Globaler Fonds) für den Zeitraum 2020–2022 sowie einen Beitrag von 30 Millionen Franken an das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) für den Zeitraum 2019–2021. Die Schweiz will mit diesen Mitteln und ihrem Fachwissen dazu beitragen, die globalen Gesundheitsrisiken zu senken und gleichzeitig die Position von Genf als Kompetenzzentrum im Bereich der globalen Gesundheit zu stärken.

Seit den 1990-er Jahren wurden bemerkenswerte Fortschritte bei der Bekämpfung von HIV, Malaria und Tuberkulose erzielt. Zwischen 2010 und 2017 hat die Zahl der HIV-Neuinfektionen in über fünfzig Ländern jedoch wieder zugenommen. Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria, und die Tuberkulose ist heute die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. An diesen drei Krankheiten leiden vor allem arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Sie beeinträchtigen die sozioökonomische Entwicklung der betroffenen Länder und machen nicht Halt an den Landesgrenzen.

Mit der Finanzierung der beiden in Genf ansässigen Organisationen leistet die Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur Stärkung von nationalen Gesundheitssystemen. Der Globale Fonds und UNAIDS unterstützen Regierungen dabei, die drei Epidemien effizient einzudämmen. Nur mit einer weltweiten Verbesserung der Gesundheitsversorgung können die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 erreicht werden. Eine wirksame Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten reduziert die globalen Gesundheitsrisiken und erhöht damit auch die Sicherheit in der Schweiz.

Die starke Präsenz von Schlüsselakteuren, darunter Pharmaunternehmen und internationale Organisationen, machen die Schweiz zu einer wichtigen Drehscheibe im Bereich der globalen Gesundheit. Als Mitglied der Exekutivräte des Globalen Fonds und UNAIDS bringt die Schweiz ihre Erfahrung ein und engagiert sich für eine effiziente Ressourcennutzung, namentlich durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen diesen beiden komplementären Organisationen. Sie setzt sich dafür ein, dass gemeinsam mit den von den Epidemien betroffenen Menschen, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und der Wissenschaft wirksame und nachhaltige Lösungen gefunden werden. Mit diesem inklusiven Ansatz soll der Kampf gegen die drei Krankheiten intensiviert und die Position von Genf als internationales Kompetenzzentrum gestärkt werden.

Der Globale Fonds hat als partnerschaftliche Organisation den Auftrag, die Epidemien HIV, Malaria und Tuberkulose in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen rasch zu beenden. Die begünstigten Länder nutzen die erhaltenen Gelder beispielsweise für Tests, Medikamente oder die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Zu den Partnern des Globalen Fonds zählen Schweizer Unternehmen und Forschungsinstitute, die in der Bekämpfung dieser drei Krankheiten aktiv sind. Seit 2002 hat der Globale Fonds dazu beigetragen, 27 Millionen Menschenleben zu retten. Im Rahmen der nächsten Wiederauffüllung ruft der Globale Fonds zu einer Aufstockung der Mittel auf, um den Kampf gegen diese Epidemien zu beschleunigen. Er fordert 14 Milliarden US-Dollar. Die Schweiz folgt dem Aufruf und erhöht ihren Beitrag auf 64 Millionen Franken für den Zeitraum 2020–2022.

UNAIDS ist ein Programm der UNO, dem 11 Organisationen angeschlossen sind, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Es verfügt über das nötige Fachwissen, um wirksam gegen HIV/Aids vorzugehen und die am stärksten betroffenen Länder zu unterstützen. Gestützt auf wissenschaftliche Daten und Programmerfahrungen gibt UNAIDS Empfehlungen an Regierungen und Organisationen wie den Globalen Fonds ab und unterstützt sie bei der Bekämpfung von HIV/Aids. UNAIDS hat insbesondere einen bedeutenden Beitrag geleistet, dass nach dem Höchststand von 1994 die Neuinfektionen um 47 % sanken. 2017 hatten zum ersten Mal mehr als die Hälfte der 37 Millionen HIV-infizierten Personen Zugang zu Medikamenten. Die Schweiz unterstützt UNAIDS auch für den Zeitraum 2019–2021 mit einem Beitrag von 30 Millionen Franken.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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