10. Jahrestag des Bürgerkriegsendes in Sri Lanka: EDA ist besorgt über neue Spannungen

Bern, 17.05.2019 - Am 18. Mai 2019 jährt sich das Ende des bewaffneten Konflikts in Sri Lanka zum zehnten Mal. An diesem Tag gedenkt die Schweiz der zahlreichen Opfer dieses Kriegs. Gleichzeitig beobachtet das EDA mit tiefer Sorge die seit kurzem erneut aufgeflammten Spannungen im Land und ruft die Regierung auf, alles zu unternehmen, um Frieden und Stabilität zu wahren und zu stärken.

Der fast 30-jährige Bürgerkrieg, dem zehntausende Zivilisten zum Opfer fielen, riss tiefe ethnische Gräben auf. Über 50'000 Personen aus Sri Lanka suchten in der Schweiz Zuflucht. Nach dem Krieg verpflichtete sich die sri-lankische Regierung vor dem UNO-Menschenrechtsrat zur Bekämpfung der Straflosigkeit im Rahmen eines umfassenden Versöhnungsprozesses.

Die Terroranschläge am Ostersonntag gegen die Zivilbevölkerung und Mitglieder der christlichen Gemeinschaft in Colombo und weiteren Städten und die folgenden Ausschreitungen und Angriffe gegen ethnische Minderheiten und Flüchtlinge haben gezeigt, dass die Grundursachen des Konflikts noch nicht ausreichend angegangen wurden. Die Schweiz verurteilt die Intoleranz und Gewalt, die in Sri Lanka in den vergangenen Jahrzehnten viel Leid verursacht haben und spricht den Angehörigen der Opfer ihr tiefstes Beileid aus.

Die Schweiz ermutigt die Regierung, alles zu unternehmen, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Ethnie, Religion, Kaste und Status als Teil der sri-lankischen Nation fühlen. Sie ist überzeugt, dass nur ein entschlossenes Vorgehen gegen jede Form von Straflosigkeit der Spirale der Gewalt Einhalt gebieten kann. Die Schweiz unterstützt die Versöhnung, die Stärkung des Rechtsstaats und institutionelle Reformen in Sri Lanka seit vielen Jahren. An diesem Gedenktag bekräftigt sie ihren Willen, Sri Lanka auf dem Weg zu einem nachhaltigen Frieden und zur Stabilität weiterhin zu unterstützen.

Vielfältiges Schweizer Engagement in Sri Lanka seit dem Ende des Kriegs

Bereits während dem Krieg begann das Schweizer Engagement für den Frieden und den Dialog; seither hat die Schweiz mit diversen Aktivitäten zur Versöhnung, zum Reformprozess, zur Vergangenheitsbewältigung und zur Wahrung der Menschenrechte den Rechtsstaat gestärkt. Von 2009 – 2016 baute die Schweiz im Norden Sri Lankas Häuser für 5000 Familien und Schulen für 1200 Kinder. Heute konzentriert sich die DEZA durch ihr Globalprogramm «Migration und Entwicklung» auf die Arbeitsmigration. Seit 2016 koordiniert die Eidgenossenschaft ihre bilateralen Beziehungen mit Sri Lanka mithilfe einer interdepartementalen Strategie. 2018 haben die Schweiz und Sri Lanka ihren Willen, im Migrationsbereich umfassend zusammenzuarbeiten, mit einer Migrationspartnerschaft Ausdruck verliehen. Es ist die erste Migrationspartnerschaft mit einem asiatischen Staat. 


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