Spatenstich Einhausung Schwamendingen

Bern, 01.04.2019 - Rede von Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Sehr geehrter Herr Stadtrat

Sehr geehrte Frau Regierungsrätin

Sehr geehrte Kantonsräte, liebe Vertreterinnen und Vertreter aus dem Quartier

Ich bin heute zwar mit dem Zug gekommen.

Manchmal bin ich aber bekanntlich auch mit dem Auto unterwegs. Und darum ist mir bewusst: Wir befinden uns hier an einem der am meisten befahrenen Autobahn-Abschnitte der Schweiz. Das bedeutet: Lärm, und das bedeutet: Abgase. Ausserdem führt die Autobahn mitten durch das Quartier.  – ein unhaltbarer Zustand. Es freut mich darum, dass wir heute mit diesem gemeinsamen Spatenstich ein Projekt in Angriff nehmen, das diesen unhaltbaren Zustand zwar nicht beseitigt, aber immerhin für die betroffene Bevölkerung erträglicher macht.

Es ist ein Projekt, das typisch ist für unser Land:

Vor 20 Jahren ist eine Volksinitiative zur Einhausung von Schwamendingen eingereicht worden. Die Initianten haben gekämpft und ihr Ziel nie aus den Augen verloren haben. Geduld und Beharrlichkeit – das braucht es in der Schweizer Politik – auf Ebene Bund ebenso wie auf der Ebene von Kanton und Gemeinde. Die Stadtzürcher Bevölkerung solidarisierte sich ebenfalls mit dem Quartier und stimmte dem nötigen Kredit zu. Der Druck von unten hat sich gelohnt!

Nachdem die Nationalstrassen an den Bund übertragen worden waren, ging auch die Federführung für das Projekt an «Bern» über. Mein Departement hat die erforderlichen Bewilligungen erteilt. Noch heute sind viele Stellen involviert. Das macht die Organisation komplex. Dank dem gemeinsamen Willen von Stadt, Kanton und Bund, hat bisher aber alles gut geklappt. Dafür möchte ich allen Beteiligten danken. Die konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit freut mich sehr.

Die Einhausung Schwamendingen vermindert Lärm und Abgase, sie dient Mensch und Umwelt. Statt beidseits nur Lärmschutzwände emporzuziehen, wird der Abschnitt überdacht, begrünt und bepflanzt. Wir holen uns so ein wenig Natur zurück. Es entsteht ein Park, der Ruhe und Erholung bietet. Er wird ausserdem die Quartiere Schwamendingen-Mitte und Saatlen miteinander verbinden. Und dank der Fuss- und Velowege wird es künftig möglich sein, ohne Unterbruch vom Zürichberg bis zum Erholungsgebiet an der Glatt zu fahren. Das wertet die ganze Region auf.

Auch andernorts werden Projekte dieser Art verwirklicht. Schwamendingen ist zwar nicht New York. Erlauben Sie mir dennoch den Hinweis auf die High Line in Manhatten: Dort wurde ein stillgelegtes Bahntrassee zu einem Park umgestaltet. Wo einst Güterzüge fuhren, blühen heute Blumen. Aus einer Industrieruine entstand eine Grünanlage, die zum Verweilen einlädt. Die Initiative dafür ging auch dort von der Bevölkerung aus!

Mit dem Grünraum, der in Schwamendingen neu entsteht, können wir zudem an die Gartenstadt-Ideen anknüpfen, die in den 1940er-Jahren den Wohnungsbau hier beeinflussten. «Den Bewohnern eine freundliche und menschenwürdige Atmosphäre schaffen»: Diesem Ziel fühlte sich der damalige Zürcher Stadtbaumeister verpflichtet. Sein Anliegen hat nichts an Aktualität verloren. Es freut mich, dass wir diesem Ziel mit der Einhausung wieder einen Schritt näher kommen können.

Schwamendingen ist einzigartig. Seine Verkehrsprobleme findet man aber in der ganzen Schweiz. Drei Viertel unserer Bevölkerung lebt in Städten und Agglomerationen. Und die Mehrheit der Menschen arbeitet auch in einer Stadt oder Agglomeration. Das merkt man. Der öffentliche Verkehr ist ausgelastet, und auf der Strasse wird es zuweilen eng.

Es braucht deshalb eine kluge Politik für Städte und Agglomerationen, damit die Menschen besser vorwärtskommen und die Anwohner vor Lärm und Abgasen geschützt werden.

Hierfür müssen Bund, Kantone und Gemeinden zusammenarbeiten. Ich hoffe deshalb, dass Schwamendingen Schule macht.

Zum Schluss möchte ich allen danken, die zur Einhausung beigetragen haben: Den Planern und Fachleuten, welche die Einhausung entworfen haben, und den Arbeitern, die für das Bauwerk bis zu dreissig Meter lange Pfähle in den Untergrund bohren müssen. Mein Dank geht aber auch an die Bevölkerung, die das Projekt angeregt und zusammen mit Stadt und Kanton stetig vorangetrieben hat.


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