Eine Schweiz, die nicht zuschaut, sondern handelt

Bern, 29.03.2019 - Dürren und Überflutungen haben das vergangene Jahr geprägt. Die tragischen Folgen des Zyklons Idai in Südostafrika zeigen, dass solche Ereignisse keine Ausnahme bleiben werden. Wegen der Dringlichkeit dieses globalen Themas stellte die Jahreskonferenz der Humanitären Hilfe der Schweiz und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) das Thema «Wasser in Krise» in den Mittelpunkt. Sie diskutierte die bevorstehenden Herausforderungen sowie neue Ansätze und Lösungen mit Vertreterinnen und Vertretern der internationalen Gemeinschaft, Betroffenen sowie Wasserexpertinnen und –experten.

«Wasser ist wohl das beste Beispiel dafür, wie die Schweiz heute auf moderne Weise ihre humanitäre Tradition weiterlebt», erläuterte Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti in ihrer Rede, in der sie auch auf das humanitäre Milizsystem einging. «Nichts verkörpert das Bild der humanitären Schweiz besser als das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe», fuhr sie fort. Das SKH stehe für eine Schweiz, die nicht zuschaue, sondern handle. Manuel Sager, der Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, rückte auch die Fortschritte und Errungenschaften der Schweiz auf dem Gebiet der Wasserversorgung ins Licht. «Acht Millionen Menschen haben Dank der Schweiz besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser und effizienten Bewässerungssystemen für die Landwirtschaft.»

Weltweit gibt es indes immer noch 844 Millionen Menschen, die keinen Zugang zu sicherer Wasserversorgung haben. Mehr als 2.4 Milliarden, d.h. ein Drittel der Weltbevölkerung, haben keine angemessene Sanitärversorgung und fast 900 Millionen Menschen verrichten den Stuhlgang im Freien. Anhand von Beispielen aus der Ukraine, dem Tschad, der Demokratischen Republik Kongo sowie dem Libanon bekam das Publikum einen Einblick in die Lebensumstände von Menschen, die mit Trinkwasserknappheit, ungenügender Hygiene oder unzureichender Sanitärversorgung leben müssen.

Wasser geht nicht verloren

«Wir dürfen nicht vergessen, dass Wasser auf unserer Welt nicht verloren geht. Es bleibt im Wasserkreislauf, jedoch wird es oft verschmutzt und unbehandelt an die Natur zurückgegeben», erklärt Marc-André Bünzli, Wasserexperte der Humanitären Hilfe der Schweiz. Dabei demonstrierte er, wie die von der Schweiz an die Ukraine gelieferten Wasseraufbereitungssets (WATAs), mit denen 4.000 Liter Wasser pro Stunde gereinigt werden können, funktionieren. Auch Epidemien wurden diskutiert, und das Gespräch mit Tom Russell, Wasserexperte der Nichtregierungsorganisation Medair, zeigte deutlich mit welchen immensen Aufgaben sich die humanitäre Hilfe hinsichtlich Ebola auseinandersetzen muss. «Auch wenn es viele Aufgaben in Sachen Sicherheit, Logistik, Finanzierung und Personalbeschaffung gibt, bleibt unsere grösste Herausforderung immer noch das Engagement der Gesellschaft», so Russell, der derzeit in der Demokratischen Republik Kongo arbeitet.

Abschliessend wies der Delegierte für Humanitäre Hilfe und Chef des SKH, Manuel Bessler, auf die schnelle und effiziente Reaktion der Humanitären Hilfe der Schweiz auf den verheerenden Zyklon «Idai» hin, der Mitte März weite Teile Südostafrikas zerstörte. «Dieses Naturereignis hat uns wieder einmal gezeigt, wie zerstörend Wasser sein kann, und wie rasch die lebenswichtige Trinkwasserversorgung für die Betroffenen ausbleibt», so Botschafter Bessler. «Die Nothilfeaktion der Humanitären Hilfe der Schweiz, die sich vorwiegend auf die Wiederherstellung von Trinkwasser in Mosambik konzentriert, wurde durch die bereits existierenden Ressourcen und Instrumente der Internationalen Zusammenarbeit der Schweiz sowie der humanitären Partner vor Ort wirksam unterstützt».

Die Jahrestagung der Humanitären Hilfe und des SKH bot den über 1'100 internationalen und nationalen Gästen ein vielfältiges Programm, welches die verschiedenen Facetten ihrer Arbeit aufzeigte. In Podiumsdiskussionen und Interviews mit Expertinnen und Experten der Humanitären Hilfe sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft wurden die Chancen und Potenziale des Engagements der humanitären Schweiz in Krisengebieten, sowie in der Schweiz diskutiert.


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