ElCom fordert Anreize für Winterproduktion

Bern, 29.11.2018 - Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom fordert die Schaffung von gesetzlichen Anreizen zum Erhalt der inländischen Winterproduktion. Konkret müssen gemäss ElCom neben einer strategischen Reserve weitere Massnahmen diskutiert werden. So lautet das Fazit des Regulators am heutigen ElCom-Forum. Bundesrätin Doris Leuthard zeigt in ihrem Referat die wichtigsten energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft auf.

Das ElCom-Forum findet in seiner neunten Ausgabe im Kursaal Bern statt. Renommierte Persönlichkeiten aus der Energiebranche diskutieren vor rund 300 Fachleuten über die Stromzukunft Schweiz.

Herausforderungen für ganz Europa
Brigitta Kratz, Vizepräsidentin der ElCom, unterstreicht in ihrem Eröffnungsreferat den Handlungsbedarf bei der im Winter wegfallenden Energie. Der Rückgang der steuerbaren Stromproduktion kann gemäss dem Regulator nur schwerlich mit fluktuierender Produktion aus den erneuerbaren Energien kompensiert werden. Aus diesem Grund fordert die ElCom neben der strategischen Reserve weitere Massnahmen, um auch in Zukunft eine substantielle Energieproduktion in der Schweiz im Winterhalbjahr aufrecht zu erhalten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu sollen in der laufenden Revision des Stromversorgungsgesetzes verankert werden.
Nach dem Regulator reflektiert Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, in seinem Referat die Versorgungssituation in Deutschland. Thomas Veyrenc vom französischen Übertragungsnetzbetreiber RTE, präsentiert in seinen Ausführungen die neuesten Resultate der Studien zur mittelfristigen Adequacy in Frankreich. Weiter ermöglicht Laurent Schmitt, Generalsekretär der Entso-E – dem europäischen Verbund der Übertragungsnetzbetreiber – einen gesamtheitlichen Blick über die Versorgungssicherheit in Europa. Auf dem anschliessenden Podium, moderiert von ElCom-Mitglied Matthias Finger, wird von den Referenten die Frage der Importabhängigkeit und Exportfähigkeit der Länder in Europa kontrovers diskutiert.
Der Nachmittag wird eröffnet von Bundesrätin Doris Leuthard. Die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, referiert über die kommenden Herausforderungen in der Schweizer Energiepolitik, speziell im Hinblick auf die Revision des Stromversorgungsgesetzes. Mario Cavigelli, Präsident der eidgenössischen Energiedirektoren, präsentiert die Sicht der Kantone auf die Schweizer Versorgungssicherheit. Im Anschluss gewährt Energiepionier Bertrand Piccard in seinem Exkursreferat einen Einblick in seine aktuellen Arbeiten zum Thema saubere Technologien und effiziente Lösungen.
Abgerundet wird das ElCom-Forum 2018 durch eine Podiumsdiskussion, moderiert von Franz Fischlin. Schweizer Parlamentarier jeglicher Couleur präsentieren ihre politischen Lösungen für eine erfolgreiche Energiewende in der Schweiz.

Geringere Zunahme bei Grossverbrauchern im freien Markt
Für 2019 ist der Anteil der Grossverbraucher, die ihre Energie im freien Markt beziehen, leicht gesunken. Konkret heisst dies für das kommende Jahr, dass 66 Prozent der Grosskunden von ihrem Recht Gebrauch machen, den Stromlieferanten frei zu wählen. Insgesamt konsumieren sie 79 Prozent der von den Grosskunden verbrauchten Energie. Der Rückgang beim Anteil Grossverbraucher ist darauf zurückzuführen, dass die Anzahl Verbraucher mit Recht auf freien Marktzugang stärker gewachsen ist, als die Anzahl Verbraucher, die den freien Marktzugang tatsächlich gewählt haben.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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