Hitze in Städten: Planung trägt zur Bewältigung bei

Bern, 27.11.2018 - Im Sommer ist es in Städten mehrere Grade heisser als in den umliegenden ländlichen Gebieten. Die vielen versiegelten Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf. Man spricht vom Hitzeinseleffekt. Mehr Grünflächen, Beschattung, bewegtes Wasser und der Einsatz bestimmter Baumaterialien könnten für Linderung sorgen. Ein neuer Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) enthält zahlreiche planerische Massnahmen zur Reduktion der städtischen Hitzeinseln.

Durch die Beschattung mit Bäumen lässt sich die Überhitzung von Strassen, Parkplätzen oder Wartebereichen von Bus- und Tramlinien besonders wirksam bekämpfen. Im Schatten von Bäumen kann es bis zu 7 Grad Celsius kühler sein als an der Sonne. Die kühlende Wirkung des Schattens wird durch die Verdunstung der Vegetation verstärkt. Sie kann pro Baum mehrere Hundert Liter Wasser pro Tag betragen.

Mit zunehmender Verdichtung der Städte besteht die Gefahr, dass Grünflächen verschwinden. Bei geringem Platzangebot können vertikale Begrünungssysteme wie Fassadenbegrünungen oder vertikale Parks eingesetzt werden. Bei hohen Gebäuden ist eine Fassadenbegrünung wirksamer für das Klima im Strassenraum als ein weit entferntes begrüntes Dach. Hingegen sind niedrige und grossflächige Bauten wie beispielsweise Gewerbehallen für Dachbegrünungen am besten geeignet. 

Teiche, Bäche und Brunnen

Wasser wirkt sich positiv auf das Stadtklima aus. Wenn Wasser verdunstet, kühlt sich dadurch die Umgebungstemperatur ab. Die kühlende Wirkung ist bei bewegtem Wasser besonders gross. Gegen Hitzeinseln sind deshalb Teiche, Bäche und Brunnen wichtige Massnahmen vor allem, wenn sie zugänglich sind. Wasser lässt sich gut mit anderen planerischen Massnahmen kombinieren. An Hitzetagen sind Grünflächen mit Baumschatten und bewegten Wasserelementen wichtige Erholungsräume für die städtische Bevölkerung.

Durchlässige Böden und Regenwassermanagement

Versiegelte Flächen sind eine der Hauptursachen für den städtischen Hitzeinseleffekt. Mit bestimmten Baumaterialien wie Rasengittersteinen oder bestimmten Strassenbelägen wie Schotter und Kies kann die Durchlässigkeit der Böden teilweise wiederhergestellt werden. Die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit wirkt wiederum kühlend. Auch mit hellen Strassenbelägen lässt sich das Aufheizen der Städte begrenzen.

Mit dem von Dächern, Strassen und Wegen abfliessenden Regenwasser lässt sich der zusätzliche Bewässerungsbedarf für Bäume und Grünflächen zumindest teilweise decken. Es kann in unterirdischen Behältern gespeichert werden. Damit wird gleichzeitig das Risiko von Überschwemmungen nach Starkniederschlägen vermindert, das in Städten aufgrund der Bodenversiegelung gross ist. 

 

Kasten: Hitze in Städten
Die gemeinsame Publikation «Hitze in Städten - Grundlagen für eine klimaangepasste Stadtentwicklung» von BAFU und ARE richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Behörden in Kantonen, Agglomerationen, Städten und Gemeinden sowie an Investoren und weitere Interessierte. In der Publikation werden Grundlagen, Strategieansätze sowie Beispiele aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern vorgestellt. Sie bietet zudem ein Diagramm als Entscheidungshilfe, zeigt Wege zur Integration von Massnahmen in die konkrete Projektplanung auf und enthält eine Liste mit Erfolgsfaktoren. Das Projekt wurde vom Kanton Basel-Stadt und der Stadt Zürich unterstützt.

 


Adresse für Rückfragen

Roland Hohmann, Chef der Sektion Klimaberichterstattung und -anpassung, BAFU, Tel.0584655883
Melanie Butterling, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sektion Siedlung und Landschaft, ARE, Tel. 058 462 40 64



Herausgeber

Bundesamt für Umwelt BAFU
http://www.bafu.admin.ch

Bundesamt für Raumentwicklung
http://www.are.admin.ch

Letzte Änderung 20.04.2018

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