MINT-Berufe: Hoher Stellenwert von Schnupperlehrstellen im Selektionsprozess

Bern, 21.11.2018 - Schnupperlehren sind für Jugendliche ein wichtiger Bestandteil im Berufswahlverfahren und für Unternehmen ein Mittel zur Eignungsabklärung. Dies zeigt der Bericht «Mehr Schnupperlehrstellen in den MINT-Berufen» (Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), den der Bundesrat am 21. November 2018 verabschiedet hat. Allerdings steht es den Ausbildungsbetrieben frei, wie sie das Rekrutierungsverfahren gestalten. Diese unternehmerische Freiheit will der Bundesrat beibehalten.

Der Bericht «Mehr Schnupperlehrstellen in den MINT-Berufen» wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in Erfüllung des Postulats 15.3552 der ehemaligen Nationalrätin Barbara Schmid-Federer erstellt. Er zeigt auf, dass Schnupperlehren ein entscheidendes Instrument für die erfolgreiche Berufswahl von Jugendlichen sind. Sie helfen den Lehrstellensuchenden, das Berufsfeld praktisch kennenzulernen, nützen aber auch den Lehrbetrieben zur Eignungsabklärung. Aus Sicht der Organisationen der Arbeitswelt (OdA) stellen Schnupperlehren jedoch nur einen Teil des gesamten Rekrutierungsprozesses dar. Für eine erfolgreiche Gewinnung geeigneter Lernender ebenso wichtig seien eine qualitativ hochstehende Berufsberatung, ein gutes Berufs-, Branchen- und Firmenimage sowie ein professionelles Selektionsverfahren. Zudem ist die Durchführung von Schnupperlehren für die Betriebe mit nicht zu unterschätzendem Aufwand verbunden. Die Anzahl an Schnupperlehr-Angeboten ist deshalb begrenzt.

Angesichts des Fachkräftemangels in MINT-Berufen ist neben den OdA auch der Bund bestrebt, das Interesse von Schülerinnen und Schülern an MINT-Fächern in und ausserhalb der Schule zu wecken. Dies in enger Abstimmung mit der Erziehungsdirektorenkonferenz und über die Akademien der Wissenschaften. Bereits in der BFI-Periode 2013-2016 hatten die Akademien eine Koordinationsaufgabe bei privaten und öffentlichen MINT-Förderinitiativen übernommen sowie zur besseren Vernetzung der MINT-Akteure beigetragen. Dieses Mandat wird in der BFI-Periode 2017-2020 weitergeführt.

Aufgrund der Zuständigkeiten sowie der bereits laufenden Massnahmen und Angebote sieht der Bundesrat derzeit keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Zudem ist er der Ansicht, dass Eingriffe von staatlicher Seite die Ausbildungsbereitschaft von Unternehmen vermindern könnten und damit kontraproduktiv wären.


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Katrin Frei,
SBFI,
Leiterin Ressort Berufsbildungspolitik
Tel. +41 58 462 82 47,
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Letzte Änderung 20.04.2018

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