Weitere Beiträge für die Erforschung der Herkunft von Kunstwerken

Bern, 19.11.2018 - Das Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt in den Jahren 2018-2020 zum zweiten Mal die Provenienzforschung von Schweizer Museen. Es hat für vierzehn eingereichte Projekte insgesamt 1'144'800 Franken bewilligt. Damit wird die wissenschaftliche Abklärung der Herkunft von Kunstwerken intensiviert. Die Resultate der Forschung werden öffentlich zugänglich gemacht.

Die vierzehn beim BAK eingereichten Projekte für die Jahre 2018-2020 entsprechen den Anforderungen des Bundes für die Ausschreibung. Sie erhalten jeweils einen Unterstützungsbeitrag in der beantragten Höhe (siehe Beilage). Der gesamte Unterstützungsbeitrag beläuft sich für die drei Jahre auf 1'144'800 Franken. Zusammen mit den rund 900'000 Franken aus der ersten Vergaberunde im Jahr 2016 unterstützt das BAK die Provenienzforschung von Schweizer Museen von 2016 bis 2020 mit insgesamt rund 2 Millionen Franken. Die Unterstützung des BAK betrifft sowohl die Arbeiten in Bezug auf Kunstwerke wie auch die Arbeiten hinsichtlich der Archivbestände, die für die Provenienzforschung relevant sind.

Die Resultate der 2016-2018 unterstützten Projekte sind überwiegend publiziert

Das BAK hat in der ersten Vergaberunde der Projektbeiträge für die Jahre 2016-2018 zwölf Provenienzforschungsprojekte unterstützt. Die Projekte sind grossmehrheitlich abgeschlossen und die entsprechenden Resultate publiziert. Sie können zentral auf dem Internetportal des Bundes für NS-Raubkunst abgerufen werden.

Anforderungen des Bundes an die Projektbeiträge

Die Provenienzforschung bildet die Grundlage, damit für NS-Raubkunst-Werke im Sinne der Washingtoner NS-Raubkunst-Richtlinien von 1998 «gerechte und faire Lösungen» gefunden werden. Diese Richtlinien sehen vor, dass die Herkunft aller Kunstwerke im Zusammenhang mit der Frage der NS-Raubkunst geklärt werden muss. Die Provenienzforschung ist Aufgabe der Museen und liegt in deren Verantwortung. Aufgrund der internationalen Dynamik und der Digitalisierung ist die Einhaltung der etablierten Standards für die Provenienzforschung unerlässlich. Für den Bund ist es ein zentrales Anliegen, dass die öffentlichen und privaten Eigentümer von Kulturgütern ihre Provenienzforschung weiterhin vorantreiben und die dafür notwendigen Mittel bereitstellen. Um dies zu unterstreichen, vergibt das BAK an die Institutionen Projektbeiträge mit der Auflage, dass sie die Richtlinien anwenden. Ausserdem sind die Resultate der Provenienzrecherchen von den Institutionen über das Internet für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und mit dem Internetportal des Bundes zur NS-Raubkunst zu verlinken.

Der Bund aktualisiert die Provenienzforschungsresultate seiner Sammlungsbestände

Der Bund aktualisiert derzeit bei den Museen und Sammlungen, für die er die Verantwortung trägt, die Ergebnisse der 1998 durchgeführten Provenienzforschung. Die Aktualisierung erfolgt in zwei Etappen: Die erste bereits abgeschlossene Etappe umfasst die Resultate der Museen und Sammlungen, bei denen weniger als 100 Werke geprüft werden mussten. Die Arbeiten betreffen die Sammlung Oskar Reinhart «am Römerholz», das Museo Vincenzo Vela und das Museum Kloster St. Georgen. Dabei wurde nach den aktuellen Erkenntnissen kein Werk der NS-Raubkunst in den Beständen dieser Museen eruiert. Die Resultate der Prüfung sind auf dem Internetportal des Bundes für NS-Raubkunst zugänglich. Die zweite Etappe bis Ende 2020 umfasst die Resultate der Museen und Sammlungen, bei denen mehr als 100 Werke geprüft werden müssen. Dies bezieht sich auf Bestände der Kunstsammlungen des Bundes, des Museums für Musikautomaten, der Schweizerischen Nationalbibliothek, des Schweizerischen Nationalmuseums und der ETH. Die entsprechenden Resultate werden bis Ende 2020 ebenfalls auf dem Internetportal des Bundes publiziert.


Adresse für Rückfragen

Benno Widmer, Leiter Sektion Museen und Sammlungen, Bundesamt für Kultur, Tel. +41 58 465 70 21, benno.widmer@bak.admin.ch



Herausgeber

Bundesamt für Kultur
http://www.bak.admin.ch

Letzte Änderung 20.04.2018

Zum Seitenanfang

https://www.admin.ch/content/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-72967.html