One Health: Gemeinsam für die Gesundheit von Mensch und Tier

Bern, 18.10.2018 - Prävention und Früherkennung sind zentral für eine wirksame Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten und deren Trägern wie zum Beispiel Stechmücken. Zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Gesundheit, der Tiergesundheit, der Landwirtschaft und der Umwelt wurde die interdisziplinäre Plattform «One Health» gebildet. Eine erste nationale Weiterbildungstagung fand am 18. Oktober 2018 in Bern statt, um aktuelle Themen zu diskutieren.

Zum ersten Mal kamen damit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bundesämtern und Kantonen sowie international anerkannte Fachleute zusammen, um über die gesundheitlichen Herausforderungen der übertragbaren Krankheiten von heute und morgen zu diskutieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. Im Zentrum standen dabei aktuelle Gefahren wie Campylobacter-Bakterien (führen beim Menschen zu Magen-Darm-Erkrankungen), Hepatitis E, Legionellen oder exotische, eingewanderte Stechmücken.

Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit nötig

Die meisten neuen und wieder auftretenden Krankheiten beim Menschen stammen von Tieren. Der Ebola-Ausbruch in Westafrika, die Entwicklungen beim Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) und die BSE-Krise («Rinderwahnsinn») in Grossbritannien haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Veterinärmedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaften im Rahmen von «One Health» ist. Denn nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise von komplexen Gesundheitsproblemen können die Zusammenhänge aufgedeckt und sektorübergreifende Massnahmen ergriffen werden, um die Gesundheit von Mensch und Tier sowie eine intakte Umwelt längerfristig zu bewahren.

Dilys Morgan, Public Health England, hat dies bei der nationalen Weiterbildungstagung in Bern betont : «Neue Krankheiten werden weiterhin auftreten und der Ansatz von One Health wird uns ermöglichen, uns besser gegen solche Bedrohungen zu schützen, sie früher zu erkennen und wirksamere Bekämpfungsmassnahmen zu entwickeln».

«One Health» weltweit

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sinne von «One Health» hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im 20. Jahrhundert wurde der Begriff «One Medicine» durch den US‑Veterinärepidemiologen Calvin Schwabe geprägt. Schwabe setzte sich für eine engere Zusammenarbeit der Disziplinen im Gesundheitsbereich ein. Für den Epidemiologen Jakob Zinsstag und sein Team am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) war dies der Ausgangspunkt der Erforschung der Schnittstelle zwischen Menschen und Tieren in Afrika und Asien. 

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeitet eng mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) zusammen. So können interdisziplinäre Lösungen für Risiken im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Zoonosen und anderen Gefahren für die öffentliche Gesundheit an der Schnittstelle Mensch–Tier–Ökosystem erarbeitet werden. Dazu kommen entsprechende Empfehlungen. 

In der Schweiz gibt es die interdisziplinäre Plattform «One Health» seit 2017. Diese besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Bundesämter für Gesundheit (BAG), für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), für Landwirtschaft (BLW) und für Umwelt (BAFU). Weiter gehören der Veterinärdienst der Armee sowie die kantonalen Vollzugsorgane dazu. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, bei neu aufkommenden Gefahren schnell zu reagieren und Synergien zu nutzen, was sich positiv auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt auswirken kann.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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