Bundesrat verabschiedet Auswertung zur Strategischen Führungsübung 2017

Bern, 09.05.2018 - Die Bundeskanzlei wurde im Juni 2016 vom Bundesrat beauftragt, eine strategische Führungsübung (SFU) zu organisieren, durchzuführen und zu evaluieren. Gemäss Übungsanlage kam es zu mehreren Terrorattacken in der Schweiz. Die Übung wurde in enger Kooperation mit dem Kanton Genf durchgeführt. An seiner Sitzung vom 9. Mai 2018 hat der Bundesrat den Auswertungsbericht verabschiedet.

Die Auswertung zieht Bilanz über die wichtigsten Erkenntnisse aus der Übung, die am 16. und 17. November 2017 stattgefunden hat. Beübt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand einer komplexen Krise mit mehreren ausserordentlichen Ereignissen bei lückenhafter Informationslage. Evaluiert wurden die Reflexion auf strategischer Ebene, die Arbeit der Krisenstäbe, die Koordination, das Vorgehen und die Kommunikation.

Bundesrat und Krisenstäbe mussten sich gemäss Drehbuch nach mehreren Terrorangriffen in der Schweiz mit den Auswirkungen auf kantonaler, nationaler und internationaler Ebene auseinandersetzen. Für die Teilnehmenden anspruchsvoll war die gleichzeitige Bewältigung einer potenziellen radioaktiven Verstrahlung im Raum Bern, von Terroranschlägen in Genf und einer Geiselnahme im UNO-Gebäude in Genf.

Auswertung

Verschiedene Beobachterteams waren damit beauftragt, die Arbeit der Krisenstäbe zu beobachten. Die vorliegende Auswertung beruht hauptsächlich auf den Schlussfolgerungen der rund 60 Beobachtenden. Deren Erkenntnisse wurden ergänzt mit einer Datenauswertung der in der Übung erstellten Produkte sowie den Lehren, welche die Krisenstäbe im Rahmen einer Selbstevaluation aus der Übung zogen.

Erkenntnisse

Der Bericht zeigt auf, dass der Bundesrat und die Krisenstäbe sich intensiv und engagiert mit der Bewältigung der Krisenszenarien auseinandersetzten. Mit dem Kanton Genf fand eine enge Koordination auf politischer und operativer Stufe statt. Die Kontakte wurden genutzt, um Informationen zu erhalten, Handlungen zu koordinieren und Zuständigkeiten zu klären. Der Bundesrat führte zwei ausserordentliche Bundesratssitzungen durch. Als für die Krisenbewältigung wirksames Instrument erwies sich die Einsetzung eines interdepartementalen Ad-hoc-Krisenstabs, welcher von der 2017 amtierenden Bundespräsidentin geleitet wurde und dem Schlüsselpersonen aller Departemente angehörten. Er trug dazu bei, die Informationen der verschiedenen Behörden zu vervollständigen und ihr Vorgehen aufeinander abzustimmen.

Bei den sich überschlagenden Ereignissen war es für die Teilnehmenden eine grosse Herausforderung, sich ein umfassendes und für die strategische Ebene zweckmässiges Bild der Krisenlage zu verschaffen. Zudem kam es aufgrund von Unklarheiten bei einzelnen Abläufen im Krisenmanagement zu Verzögerungen in der Entscheidfindung. Verbesserungspotential wurde auch bei der Abwicklung der Stabsarbeit und der Kommunikation festgestellt. Der Bericht enthält zehn Empfehlungen, wie das Krisenmanagement auf Stufe Bund verbessert werden soll.

Die alle vier Jahre stattfindende SFU ist neu in der Planung wie auch in der Durchführung mit der Sicherheitsverbundsübung (SVU) verknüpft. Die 2019 stattfindende SVU wird dazu genutzt, auf operativer Ebene einzelne Aspekte zu der Übungsanlage der SFU 17 zu vertiefen.

Der Auswertungsbericht ist auf dem Internetportal der Bundeskanzlei veröffentlicht: www.bk.admin.ch > Dokumentation >
Führungsunterstützung > Strategische Führungsübung (SFU).


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André Simonazzi
Bundesratssprecher
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Letzte Änderung 20.04.2018

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