Schweizer Beteiligung am ersten Impact Investment im humanitären Sektor

Bern, 08.09.2017 - Das IKRK, unterstützt durch die Schweiz und weitere Geberländer, lanciert heute ein innovatives Finanzierungsmodell der humanitären Hilfe. Das «Programme for Humanitarian Impact Investment (PHII)» orientiert sich am Konzept der Social Impact Bonds. Es stellt ein Novum im humanitären Bereich dar: Mit Hilfe privater Investitionen werden Dienstleistungen der physischen Rehabilitation für eine grössere Anzahl von Patientinnen und Patienten bereitgestellt. Durch das PHII kann die Finanzierung des IKRK diversifiziert und aufgestockt werden, während das finanzielle Risiko der öffentlichen Geber limitiert wird.

Die humanitären Krisen häufen sich. Mehr als 120 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind auf Hilfe angewiesen. Die Liste der Bedürfnisse ist enorm, während die Mittel, die dafür zur Verfügung stehen, begrenzt sind. Dies ist insbesondere im Bereich der physischen Rehabilitation der Fall. Von den weltweit 90 Millionen Menschen mit körperlichen Behinderungen haben nur 10 Prozent Zugang zu angemessenen Leistungen. Aus diesem Grund unterstützt die Schweiz den innovativen Ansatz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Das PHII soll dank seinem alternativen Finanzierungsmodell die Versorgung im Bereich der physischen Rehabilitation verbessern.

Im Rahmen des PHII wird das IKRK drei neue Zentren für physische Rehabilitation erbauen und gleichzeitig die Qualität der angebotenen Dienstleistungen verbessern. Die drei neuen Zentren werden in Nigeria, in Mali und in der Demokratischen Republik Kongo errichtet. Alle drei Länder sind geprägt von einem schwierigen Zugang zu solchen Leistungen  Das PHII stellt eine Reaktion auf diese Versorgungslücke dar. Dazu leisten private Investoren die Anschubfinanzierung.

Nach Abschluss der Pilotphase im Jahr 2022 entlohnen die öffentlichen Geldgeber das IKRK entsprechend den erzielten Ergebnissen. Die Schweiz verpflichtet sich durch ihre Beteiligung am PHII, dem IKRK einen leistungsabhängigen Beitrag von maximal CHF 10 Mio. zu entrichten. Der genaue Betrag hängt von der Zielerfüllung des IKRK ab. Dies schränkt das finanzielle Risiko für die Schweiz ein. In einem zweiten Schritt wird das IKRK die von den privaten Investoren eingesetzten Mittel je nach Grad der Zielerfüllung teilweise, vollständig oder mit einer Prämie zurückzahlen. Die Zielerfüllung wird von einem unabhängigen Auditor ermittelt.

Neben der Schweiz unterstützen Belgien, Italien, Grossbritannien und die spanische Stiftung La Caixa das Pilotprojekt finanziell. Im Vordergrund steht dabei gleichzeitig auch der Nachweis für das Potenzial eines solchen Modells. Dadurch verfolgt die Schweiz das längerfristige Ziel, dass weitere derartige Initiativen im humanitären Bereich eingeführt werden. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor kann so dazu beitragen, dass mehr humanitäre Bedürfnisse adäquat gedeckt werden können.


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