Neue EDA-Strategie: Die Schweiz bekräftigt ihr Engagement für Geschlechtergleichstellung und Frauenrechte

Bern, 08.09.2017 - Das Engagement der Schweiz zur Förderung der Geschlechtergleichstellung und zur Verwirklichung der Frauenrechte soll künftig noch breiter und kohärenter sein: Mit der ersten Strategie zu Geschlechtergleichstellung und Frauenrechten setzt das EDA ein umfassendes und auf konkrete Massnahmen ausgerichtetes Instrument ein. Geschlechtergleichstellung zu verwirklichen bedeutet, bessere Zukunftsperspektiven für alle und zum Nutzen der gesamten Gesellschaft zu schaffen. Deshalb leistet die Schweiz mit dieser aussenpolitischen Strategie auch einen Beitrag für Frieden und Sicherheit, Menschenrechte, eine nachhaltige Entwicklung und Wohlstand in der Welt.

Trotz Fortschritten im Bereich der Geschlechtergleichstellung bestehen immer noch grosse Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern weltweit und auch in der Schweiz. Daneben sind Frauen und Mädchen überproportional stark von den Folgen betroffen, die humanitäre Krisen und Konflikte, gewalttätiger Extremismus und eine unsichere Ernährungslage mit sich bringen. Die Schwerpunkte der Schweizer Aussenpolitik – Frieden, Sicherheit, Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung und Wohlstand – betreffen deshalb mehr denn je die Frauen als Akteurinnen und treibende Kraft für Veränderungen in einer Welt im Wandel.

Mit seiner Strategie zu Geschlechtergleichstellung und Frauenrechten will das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA sein langjähriges Engagement unterstreichen und die Basis schaffen, damit die Geschlechtergleichstellung in allen seinen Handlungsbereichen verankert wird. Es ist längst erwiesen, dass von Geschlechtergleichstellung und Chancengleichheit Frauen und Männer gleichermassen profitieren. Geschlechtergleichstellung und Chancengleichheit sind die Voraussetzungen für Armutsreduktion, für ein Wirtschaftswachstum  und für eine nachhaltige Entwicklung, welche allen zugutekommen. Es ist daher besonders wichtig, dass die Staatengemeinschaft und damit auch die Schweiz den eigenen Werten Geltung verschaffen und sich entschieden für gleiche Rechte für alle Menschen einsetzen. Das Engagement der Schweiz für diese Ziele ist in der Bundesverfassung verankert.

Die Strategie des EDA zu Geschlechtergleichheit und Frauenrechten definiert sechs strategische Ziele: Neben der Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit und der politischen Partizipation von Frauen soll gegen jegliche Form geschlechtsspezifischer Gewalt vorgegangen werden. Die Rechte von Frauen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sollen gefördert und die Geschlechtergleichstellung und Frauenrechte einen zentralen Bestandteil aller bilateralen und multilateralen Aktivitäten bilden. Nicht zuletzt ist die Chancengleichheit von Frauen und Männern innerhalb des Departements zu gewährleisten. Zu jedem Ziel der Strategie werden konkrete Massnahmen formuliert, die fortan einer regelmässigen Überprüfung unterzogen werden.

Bei ihrem Engagement stützt sich die Schweiz auf ihr Profil und ihre Erfahrung als engagierte politische Akteurin in multilateralen Foren und in ihrer Entwicklungspolitik. Durch ihre Dialogbereitschaft und ihre Kompromisskultur wird sie international als Brückenbauerin wahrgenommen. Bereits heute realisiert die Schweiz zahlreiche Projekte mit dem Ziel, Geschlechtergleichstellung und Frauenrechte zu fördern. So unterstützt sie beispielsweise in Benin Frauen, die sich für ein politisches Amt und andere Entscheidungsgremien wie lokale Gesundheits- oder Wasserkomitees zur Verfügung stellen. In Projekten in Bangladesch und Georgien wurde gezielt in Projekte zur wirtschaftlichen Stärkung der Frauen in ländlichen Gebieten investiert, um die Hürden von Frauen im Zugang zum Marktsystem zu verringern. In Libyen engagiert sich die Schweiz seit 2015 für die Stärkung der Frauen im politischen Dialog. Sie unterstützte dort ein Gremium, das die politische, regionale und soziale Vielfalt der libyschen Frauen wiederspiegelt und ihre spezifischen Anliegen in den Prozess einbringt. Ein weiteres Beispiel für das Engagement des EDA ist die 2013 gemeinsam mit dem Schweizerischen Kompetenzzentrum für Menschenrechte erarbeitete und ständig erweiterte Applikation Women’s Human Rights (W‘sHR App). Sie gewährt einen einfachen Zugang zu einer Datenbank mit den wichtigsten internationalen Texten zum Thema Frauenrechte.

Bei der Umsetzung der neuen Strategie wird sich die Schweiz auch auf den Dialog mit der Zivilgesellschaft stützen und ihre Partnerschaften mit dem Privatsektor intensivieren.


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Letzte Änderung 24.01.2018

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