Solidarität mit den Notleidenden in Jemen: Genfer Geberkonferenz verpflichtet über 1 Milliarde CHF für humanitäre Hilfe

Bern, 25.04.2017 - „Wir mobilisieren humanitäre Unterstützung für die Menschen in Jemen und senden ihnen eine starke Botschaft: Man hat sie nicht vergessen“, sagte EDA-Vorsteher Didier Burkhalter zu Beginn der internationalen Geberkonferenz in Genf. Bei der Konferenz, die von den Vereinten Nationen, der Schweiz und Schweden organisiert wurde, sind CHF 1.1 Milliarde CHF zugunsten der leidgeprüften jemenitischen Bevölkerung verpflichtet worden. Mittel, die dringend benötigt werden, denn die Not in Jemen ist die derzeit grösste Hungerkrise weltweit.

An der hochrangigen Geberkonferenz in Genf waren mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend, darunter Delegationsleiterinnen und –leiter auf Ministerebene, ausserdem Vertreter internationaler Organisationen sowie Delegationsangehörige aus 73 Staaten, von Nichtregierungsorganisationen und regionalen Organisationen. Auf Anfrage der UNO hatten die Schweiz und Schweden die Konferenz gemeinsam mit dem UN-Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) organisiert. Als Gastgeber der Konferenz traten deshalb UN-Generalsekretär António Guterres, Bundesrat Didier Burkhalter, der die Schweizer Delegation leitete, sowie Schwedens Aussenministerin Margot Wallström auf.

Massnahmen sind dringend erforderlich. Der humanitäre Aktionsplan für Jemen geht von einem Bedarf von 2.1 Mia. USD aus, um den vordringlichen Bedarf an Nahrung, Medizin und anderen lebensnotwendigen Gütern zu decken. Noch Anfang April waren davon nur 8 Prozent gesichert. Dabei gehört die Not in Jemen zu den grössten aktuellen Krisen weltweit. 18.8 Millionen Menschen sind direkt von humanitärer Hilfe abhängig; 17 Millionen sind unmittelbar hungergefährdet. Ziel der Geberkonferenz in Genf war die Mittelbeschaffung für den UN-Aufruf 2017. Als Ergebnis sprachen die Delegationen Summen im Umfang von CHF 1.1 Mia.zugunsten der Notleidenden. CHF 14 Mio. beträgt der Anteil der Schweiz, die ihre Mittel für Jemen im laufenden Jahr um 50 Prozent erhöht hat. Mit diesen Summen werden vor allem Projekte des Welternährungsprogramms WFP, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK und des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge UNHCR in den Bereichen Wasser, Ernährung und Bevölkerungsschutz finanziert. Insgesamt sieht die Schweizer Kooperationsstrategie für den Jemen ein Budget von CHF 41 Mio. für die Jahre 2017 bis 2020 vor.

Die Krise in Jemen ist weitgehend menschengemacht. So betonte Bundesrat Didier Burkhalter in seiner Ansprache auch die tieferliegenden Gründe der humanitären Notlage und forderte mit Nachdruck die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der zivilen Einrichtungen wie Schulen und Spitäler. Er forderte ausserdem den uneingeschränkten Zugang der humanitären Akteure zu allen Notleidenden in Jemen. Und schliesslich verlangte er ein Ende der Kämpfe als einem ersten Schritt zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen. „Wir brauchen einen andauernden Unterbruch der Feindseligkeiten“, sagte er. „Humanitäre Hilfe ist dringlich, sie kann die politische Lösung in Jemen indes nicht ersetzen.“


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