Neujahrsansprache 2017 der Bundespräsidentin

Bern, 01.01.2017 - Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger Von Herzen wünsche ich Ihnen ein gesundes, gutes und frohes neues Jahr! An diesem ersten Tag des neuen Jahres dürfen wir stolz und optimistisch sein.

Unser Land startet von einem sicheren Terrain aus ins 2017. Denn wir leben in einem schönen Land. Die Schweiz bietet viel Lebensqualität:  

  • Wir tragen Sorge zu unseren Landschaften, zur Umwelt.
  • Wir bieten Stabilität und Möglichkeiten sich frei zu entfalten.
  • Unser politisches System, die freie Meinungsäusserung und die Vielfalt der Medien helfen, dass die Bürgerbeteiligung, unsere Institutionen und damit unsere direkte Demokratie auf hohem Niveau weiterentwickelt werden.

Und wir haben Richtungsentscheide für Generationen getroffen: Mit der Gotthardbahn, der AHV, unserem Bildungs- und Forschungssystem, den Infrastrukturen, der Schuldenbremse und der Energiestrategie.

In der Welt um uns herum sieht nicht alles so stabil aus. Diverse Regierungswechsel stehen an und können Unsicherheit auslösen. Viele Staaten sind mit hohen Schuldenbergen konfrontiert und werden protektionistischer. Hunderttausende von Menschen haben ihre Heimat verlassen und suchen ein besseres Leben. Konflikte und Kriege bringen grosses menschliches Leid und Zerstörung, wie wir gerade in diesen Tagen erleben mussten.

Wir wissen nicht, was alles auf uns zukommt. Auch der Bundesrat hat nicht auf alle Entwicklungen eine schnelle Antwort. Denn die Welt ist zu komplex geworden. Aber eines wissen wir: Die Schweiz ist ein stabiler Fels in der Brandung.

  • Wir gehören zu den innovativsten Ländern der Welt – auf diesem Weg wollen wir beharrlich weiterschreiten, im Bewusstsein, dass uns Veränderungen einiges abverlangen.
  • Wir können auf ein gesundes Wirtschaftswachstum bauen. Die Arbeitslosigkeit ist auf tiefem Niveau. Trotzdem dürfen wir stellensuchende Menschen nicht vergessen. Sie wollen wir in die Arbeitswelt zurückholen.
  •  Die Schweiz ist ein Land, das den Solidaritätsgedanken stark gewichtet. Diese Solidarität wird aber durch steigende Kosten strapaziert – etwa im Gesundheitswesen oder in der Altersvorsorge. Hier sind Reformen nötig.

Stabil und erfolgreich wollen wir auch in Zukunft sein. Dazu braucht es mehr denn je den Zusammenhalt. Unsere Gesellschaft ist stark, weil wir erprobt sind im Versöhnen von Ansprüchen.

  • Wir leben in einem viersprachigen Land, das immer wieder das Gleichgewicht zwischen Mehrheiten und Minderheiten finden muss.
  • Ländler-Freunde und Hipp-Hopper treffen sich kaum am selben Anlass – aber beide akzeptieren die Kultur des Anderen!
  • Städter haben ihre Bedürfnisse, Menschen auf dem Land haben andere – aber beide sind aufeinander angewiesen! Keine Region darf von der Entwicklung abgehängt werden.

Die Ansprüche an den Staat werden dabei nicht kleiner. Den Ausgleich dieser Ansprüche immer wieder zu finden, ist eine grosse Qualität und eine wichtige Aufgabe der Politik. Das bedingt, dass wir einander zuhören und versuchen zu verstehen.

Das ist nicht einfach, nicht einmal in der Familie. Das wissen wir alle. Und die Demokratie ist in Zeiten von rasanten Veränderungen und neuen Technologien eine herausfordernde Staatsform.

Wir kommen weiter mit Geduld, Beharrlichkeit und Selbstvertrauen. Dann können wir auch unsichere Zeiten positiv nutzen.

Deshalb danke ich Allen, die tagtäglich ihren Beitrag leisten für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, für Ausgleich, für Fortschritt, für Offenheit.

Ich wünsche den Menschen, die dieses neue Jahr inmitten von Anschlägen, von Gewalt und weit weg von ihrem Zuhause beginnen müssen, dass 2017 ihnen Ruhe und Frieden – ein wenig Normalität bringt.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich, dass sie mit sicherem Job, gerechtem Lohn und guter Gesundheit das Jahr in Angriff nehmen können.

Dazu alles Gute, Glück und Gottes Segen.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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