Jemen: Schweiz bekräftigt ihr Engagement und appelliert an die Kriegsparteien

Bern, 23.12.2016 - Angesichts der sich verschärfenden humanitären Krise im Jemen bekräftigt die Schweiz ihr Engagement zu Gunsten der Not leidenden Zivilbevölkerung, indem sie dem vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwalteten Humanitarian Pooled Fund für die kommenden zwölf Monate weitere 3 Millionen Franken zur Verfügung stellt. Mit dem Geld sollen Projekte in den Bereichen Wasser, Hygiene und Ernährung finanziert werden.

Jemen ist das ärmste Land im Mittleren Osten. Für 14.1 Millionen Menschen ist die Nahrungsversorgung ungesichert und 7 Millionen leiden an akuter Unterernährung, darunter grossenteils Kinder. Die medizinische Grundversorgung ist ungenügend. 20 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Jemen hat in den letzten Jahren über 280‘000 Flüchtlinge aus dem Horn von Afrika aufgenommen und ist ein Transitland von Migranten in Richtung Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate. Bewaffnete Konflikte haben mehr als drei Millionen Menschen intern vertrieben.

Mit jedem weiteren Tag Krieg steigt das Leiden der Bevölkerung. Gegenwärtig sind gemäss Zahlen der UNO rund 19 Millionen Menschen oder mehr als 70% der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Diese vom Menschen verursachte humanitäre Katastrophe verschärft das Leid der jemenitischen Bevölkerung, welche zu einem Grossteil bereits vor dem Konflikt von Armut betroffen war.

Zur Linderung der akuten und dringendsten humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung stellt die Schweiz dem vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwalteten Yemen Humanitarian Pooled Fund für die kommenden zwölf Monate zusätzliche 3 Millionen Franken zur Verfügung. Der Fonds unterstützt namentlich Nothilfeprojekte im Bereich Gesundheit, WASH (Wasser, Abwasser und Hygiene) sowie der Nahrungsmittelhilfe.

Weiter hat die Schweiz für zwei Wochen einen Cholera-Experten in den Jemen gesandt, welcher die UNO und Behörden geschult hat, wie die Krankheit bestmöglich eingedämmt werden kann.

Um die Situation in Jemen nachhaltig zu befrieden, bedarf es einer politischen Lösung. Die Schweiz unterstützt deshalb die Arbeit des UNO-Sondergesandten  zum Jemen, Ismaïl Ould Cheikh Ahmed. Nur mit einer sofortigen Waffenruhe verbunden mit der Wiederaufnahme der UNO-fazilitierten Friedensgespräche kann der Verlust von Menschenleben in Jemen gestoppt werden.

Das EDA ruft alle Parteien des Jemen-Konflikts auf, die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und die Zivilbevölkerung zu schützen. Dem Land droht eine Hungersnot, weshalb die Zivilbevölkerung in allen besetzten und schwierig zu erreichenden Zonen rasch mit humanitärer Hilfe versorgt werden muss und Engpässe beim Import von Lebensmitteln beseitigt werden müssen.

Die Schweiz engagiert sich seit 2007 im Jemen. Heute konzentriert sie sich mit ihrem humanitären Programm auf Wasser-, Abwasser- und Hygieneprojekte und hat einen Fokus auf Projekte zum Schutz der Zivilbevölkerung. Das Gesamtbudget der von der Schweiz im Jemen umgesetzten Projekte beträgt rund 9 Millionen CHF pro Jahr. Die Schweiz arbeitet dazu mit multilateralen Partnern wie dem IKRK, WFP, UNICEF und UNHCR zusammen und setzt Projekte mit bilateralen Partnern wie Oxfam, Save the Children und Norwegian Refugee Council um.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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