Armut in der Schweiz: Gemeinsam die Prävention stärken

Bern, 22.11.2016 - Rund 7 % der Bevölkerung in der Schweiz sind arm und 13,5 % armutsgefährdet. Um diese Zahl zu verringern, muss zwingend in die Prävention investiert werden. Bund, Kantone, Städte und Gemeinden verpflichten sich in einer gemeinsamen Erklärung, die am Dienstag im Rahmen der Nationalen Konferenz gegen Armut in Biel unterzeichnet wurde, ihre Präventionsbemühungen fortzusetzen. Bundesrat Alain Berset hat die Konferenz auch dazu genutzt, eine erste positive Bilanz zum Nationalen Programm gegen Armut zu ziehen. Das 2014 lancierte Programm wird gemeinsam von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden sowie Organisationen der Zivilgesellschaft getragen.

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich Bund, Kantone, Städte und Gemeinden verpflichtet, die Bildungschancen von Kindern aus benachteiligten Familien über eine frühe Förderung und eine bedarfsgerechte Unterstützung der Eltern zu verbessern. Bei den älteren Kindern und Jugendlichen steht der Erwerb von Grundkompetenzen und der Abschluss einer beruflichen Ausbildung im Vordergrund.

Ausserdem sollen die bestehenden Massnahmen zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration verstärkt werden, insbesondere über eine Anpassung an die aktuellen gesellschaftlichen Probleme. In zwei Jahren werden die staatlichen Akteure ihre jeweiligen Strategien evaluieren und aufgrund der Resultate des Nationalen Programms wenn nötig weiterentwickeln.^

Die Erklärung wurde von Bundesrat Alain Berset unterzeichnet sowie von Peter Gomm, Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren, von Martin Merki, Stadtrat von Luzern und Vertreter des Schweizerischen Städteverbands, und von Jörg Kündig, Gemeindepräsident von Gossau und Vertreter des Schweizerischen Gemeindeverbands.

Nationales Programm gegen Armut: Halbzeitbilanz

Das Nationale Programm gegen Armut wurde 2014 lanciert und läuft bis Ende 2018. Bundesrat Alain Berset zog im Rahmen der Nationalen Konferenz gegen Armut eine erste erfreuliche Halbzeitbilanz.

Durch die Unterstützung zahlreicher Anlässe trug das Nationale Programm zur Vernetzung der verschiedenen Akteure und zum Wissensaustausch bei. Gewisse bisher kaum behandelte Problematiken wurden aufgegriffen, darunter beispielsweise das Thema Wohnen. Zudem hat das Programm mit der Förderung von Pilot- und Modellprojekten in den Bereichen Frühförderung, Berufswahl und Nachholbildung neue Impulse gegeben.

Nationale Konferenz: Bilanz

An der Nationalen Konferenz gegen Armut hatten über 350 Fachleuten aus der ganzen Schweiz die Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu teilen und sich über den Stand der Forschung sowie die ersten Resultate des Programms auszutauschen. Im Rahmen von Workshops und Diskussionen wurden die aktuellen Herausforderungen beleuchtet und Lösungen aufgezeigt. Auch Menschen, die in Armut leben, brachten ihre Erfahrungen aus dem Alltag ein und teilten ihre Bedürfnisse mit.

Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion, an der die Unterzeichnenden der gemeinsamen Erklärung und der Direktor von Caritas Hugo Fasel teilnahmen. Dabei wurden die Herausforderungen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Prävention und der Armutsbekämpfung in der Schweiz erörtert.

Das Nationale Programm zur Bekämpfung und Prävention von Armut will die Wirkung bestehender Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen verstärken und dazu beitragen, dass die Massnahmen besser koordiniert sind. Es fördert den Austausch unter Fachpersonen und stellt Informationen bereit. Das Nationale Programm gegen Armut ist auf fünf Jahre befristet (2014–2018) und wird gemeinsam vom Bund, den Kantonen, Städten und Gemeinden sowie Organisationen der Zivilgesellschaft getragen.
Weitere Informationen: www.gegenarmut.ch


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Ludwig Gärtner, Vizedirektor, Bundesamt für Sozialversicherungen
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Letzte Änderung 24.01.2018

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