Wenn Boule-Kugeln plötzlich explodieren

Dübendorf, St. Gallen und Thun, 07.09.2016 - Ein Quartierfest, eine lauschige Sommernacht, ein geselliges Boule-Spiel – und plötzlich ein ohrenbetäubender Knall. Allerdings waren weder Feuerwerkskörper noch Sprengstoff der Auslöser, sondern eine explodierende Boule-Kugel.

Ein Loch in der Decke des Zeltes und ein Krater im Boden waren Zeuge der unglaublichen Explosion, die sich am letzten Samstag im deutschen Nettetal an der holländischen Grenze zutrug. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die Feiernden kamen mit dem Schrecken davon. Doch wie können Boule-Kugeln so mir nichts, dir nichts explodieren?

Empa-Experten hatten dies - nach ähnlichen Fällen in der Schweiz im Jahr 2009 - eingehend untersucht. Ihr Fazit: Die preisgünstig hergestellten, dünnwandigen Kugeln waren mit Mörtel gefüllt, um sie schwerer zu machen. Unglücklicherweise war der eingefüllte Mörtel feucht und enthielt zudem Eisenspäne. Diese korrodierten, und es entstand Wasserstoff, der im Inneren der Boule-Kugel einen hohen Druck erzeugte. Schliesslich brach eine schlecht ausgeführte Schweissnaht der Billig-Kugel und führte zur Explosion.

Ob in Nettetal die gleichen Ursachen zur Explosion geführt haben wie seinerzeit in der Schweiz, müssen genauere Untersuchungen vor Ort klären. Die nicht explodierten Kugeln aus dem Boule-Spielset wurden laut Presseberichten jedenfalls inzwischen von Sprengstoffexperten in Gewahrsam genommen.


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Letzte Änderung 24.01.2018

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