Alkoholtestkäufe 2015: Differenziertere Analysen liefern ermutigende Ergebnisse

Bern, 20.06.2016 - 2015 wurden in der Schweiz über 8000 Alkoholtestkäufe durchgeführt. Die durchschnittliche Rate unerlaubter Alkoholverkäufe an Minderjährige ist unter die 30 Prozent-Schwelle gefallen. Untermauert wird dieses ermutigende Ergebnis von differenzierteren Analysen, die ein besseres Verständnis der Realität vor Ort erlauben und interessante Ansätze liefern, wie die bisherigen Präventionsbestrebungen verbessert werden können.

Drei von zehn Alkoholtestkäufen (29,0 %) führten 2015 zu einem rechtswidrigen Alkoholverkauf an Minderjährige unter 16 resp. unter 18 Jahren. Gegenüber der Verkaufsrate von 33,7 Prozent aus dem Jahr 2014 entspricht dies einem Rückgang von 14 Prozent.

Die gesamtschweizerische Statistik 2015 der Alkoholtestkäufe bestätigt mehrere Trends:

  • Die höchsten Alkoholverkaufsraten weisen Bars (52,1 %) und temporäre Verkaufsstellen an Veranstaltungen und Festen auf (45,4 %); die tiefsten Raten sind bei den Tankstellenshops zu finden (18,8 %).
  • Jugendliche haben abends leichter Zugang zu alkoholischen Getränken als tagsüber : abends gelingt einer von drei, tagsüber nur einer von vier Versuchen.
  • Regelmässig getestete Verkaufsstellen weisen deutlich tiefere Verkaufsraten (25,6 %) auf als solche, die zum ersten Mal oder nur sporadisch getestet wurden (39,9 %).

Differenziertere und vertiefte Analyse

Die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) sammelt und veröffentlicht die Ergebnisse der dezentral von verschiedenen öffentlichen und privaten Stellen in der ganzen Schweiz durchgeführten Alkoholtestkäufe. Dank einer Ausweitung der Erhebung konnten 2015 die Ergebnisse von 8114 Testkäufen ausgewertet werden. 2014 waren es lediglich 5022 Testkäufe. Erhoben wurden nicht nur mehr, sondern auch qualitativ wertvollere Daten. Neu

können mehrere Faktoren wie Angaben zum Verkaufsort, das eingesetzte Verfahren oder der Zeitpunkt der Durchführung mit einbezogen werden, was zu detaillierteren Ergebnissen führt. Mit einer Gewichtung lassen sich ausserdem die Ergebnisse der einzelnen Methoden zur Durchführung von Testkäufen abgleichen.

Die Statistik 2015 vermittelt neue Erkenntnisse zum Alkoholverkauf an Minderjährige:

  • Entgegen den bisherigen Trends übertrifft die Verkaufsrate von gegorenen alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein (32,2 %) diejenige von destillierten (29,1 %). Nach 19 Uhr durchgeführte Alkoholtestkäufe (25 Prozent der Testkäufe) betreffen nämlich fast ausschliesslich destillierte Getränke.
  • Die Alkoholverkaufsraten hängen weniger von der Sprachregion und vom Kanton als vom Gemeindetypus ab: Am höchsten sind die Raten in den mehrfach orientierten Gemeinden (34,7 %) und am niedrigsten in den Agglomerationsgürtelgemeinden (24,9 %).
  • Entgegen den bisher aufgestellten Hypothesen wirkt sich die Vorankündigung von Alkoholtestkauf-Kampagnen kaum auf die Testergebnisse aus: mit Vorankündigung beträgt die Rate 26,9 und ohne 28,0 Prozent.

Massnahmen

Die EAV stützt sich auf diese neue Analyse, um ihre Bemühungen zur Koordination und Harmonisierung der Standards fortzusetzen. Sie tut dies u.a., indem sie den Leistungserbringern kostenlos eine neue Informatikanwendung für die Erfassung der Informationen zu den Testkäufen zur Verfügung stellt (www.tkdb.ch) Ausserdem wurde mit www.jalk.ch eine Online-Plattform geschaffen, um eine möglichst flächendeckende Schulung des fest oder temporär angestellten Verkaufspersonals zu ermöglichen. Die in Zusammenarbeit mit der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkohol- und Medikamenten-Missbrauchs (ZüfaM) und den Präventionsstellen des Kantons Zürich ausgearbeitete Online-Plattform trägt den spezifischen Gesetzen der einzelnen Kantone hinsichtlich des Ausschanks und Verkaufs von Alkohol Rechnung. Die EAV setzt ihre auf die wichtigsten Risiken abgestimmten Alkoholtestkauf-Kampagnen gezielt fort.


Adresse für Rückfragen

Nicolas Rion, Leiter Kommunikation, 031 309 12 64, info@eav.admin.ch



Herausgeber

Eidg. Alkoholverwaltung (bis 12.2017)
http://www.ezv.admin.ch

Letzte Änderung 20.04.2018

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