Didier Burkhalter in Kanada: Bern und Ottawa sprechen sich für die Stärkung ihrer diplomatischen Beziehungen aus

Bern, 09.06.2016 - Die Stärkung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Kanada stand am Donnerstag im Zentrum eines 24-stündigen Besuchs von Bundesrat Didier Burkhalter in Ottawa. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) traf seinen Amtskollegen Stéphane Dion sowie die Ministerin für internationale Entwicklung und Frankophonie Marie-Claude Bibeau. Die beiden Aussenminister wiesen auf die Notwendigkeit einer Stärkung der Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern hin und kamen überein, ein Arbeitsprogramm zur Strukturierung der zukünftigen Beziehungen auszuarbeiten. Die Schweiz und Kanada vertreten in mehreren friedens- und sicherheitspolitischen Dossiers übereinstimmende Positionen. Zudem wurde eine engere Zusammenarbeit in internationalen Organisationen ins Auge gefasst.

Das G-7- und G-20-Mitglied Kanada ist kulturell eng mit der Schweiz verbunden und verfügt mit dem Französischen auch über eine gemeinsame Landessprache. Die Annäherung an Kanada ist Teil der Umsetzung des zweiten Schwerpunkts der vom Bundesrat verabschiedeten Aussenpolitischen Strategie 2016–2019. Gemäss dieser Strategie sollen die Beziehungen mit globalen Partnern vertieft werden, um Schweizer Interessen zu wahren und konkrete Probleme zu lösen.

Didier Burkhalter und Stéphane Dion sprachen unter anderem über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Mediationsspezialisten. Die Schweiz verfügt über anerkannte Kompetenzen in diesem Bereich, und die neue kanadische Regierung möchte die Mediation ebenfalls zu einem aussenpolitischen Schwerpunkt machen. Migrationsfragen und die Konflikte in Syrien und in der Ukraine wurden von den beiden Ministern ebenfalls angesprochen. Ausserdem sprachen sie über die Prävention von Konflikten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Mit der Ministerin für Entwicklung und Frankophonie Marie-Claude Bibeau diskutierte Bundesrat Burkhalter über entwicklungspolitische Herausforderungen, insbesondere im Gesundheitsbereich und beim Schutz von Frauen und Kindern, sowie über Kooperationsmöglichkeiten in Haiti und in Westafrika.

Die Schweiz und Kanada sind wirtschaftlich, sozial und kulturell eng verbunden. Kanada war im 19. und 20. Jahrhundert eines der wichtigsten Zielländer der Schweizer Emigration. Heute leben rund 40ʼ000 Schweizer Staatsangehörige in Kanada. Über 150ʼ000 Kanadierinnen und Kanadier haben Schweizer Wurzeln. Kanada ist der zweitwichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz auf dem amerikanischen Kontinent. Im Jahr 2015 exportierten Schweizer Unternehmen Güter im Wert von 3,5 Milliarden Franken nach Kanada. Die Importe aus Kanada beliefen sich auf eine Milliarde Franken. Auch schweizerische und kanadische Universitäten und Forschungsinstitute unterhalten vielfältige und enge Beziehungen.
 
Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Kanada waren im Vergleich dazu in den letzten Jahren weniger intensiv. Die letzten beiden Schweizer Aussenminister, die Kanada besuchten, waren Flavio Cotti 1994 und Pierre Aubert 1981.


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